Zitat von Femira: Es sind deine Gefühle und Gedanken und du musst schauen, wie du mit ihnen umgehst. Weinen wäre gut. Dich von einem Freund in den Arm nehmen lassen und richtig leer weinen.
Ja, ich weiß nicht, wie ich damit fertig werden soll. Ich weine. Zwischendurch und quasi jedes mal, wenn ich mit einem Familienmitglied oder einem Freund rede. Ich merke aber trotzdem, dass es im moment wieder schlimmer wird mit mir. Meine Gedanken drehen durch. ich stelle mir vor, dass sie auf Kreuzfahrt geht und er mitkommt. Dass die über ein Wochenende zusammen wegfahren, sie hat ja Andeutungen gemacht. Dass sie jetzt das mit einem anderen hat, den sie vermeintlich erst ein paar Wochen kennt, was vorher WIR hatten. Ich weiß, dass ich das nicht ändern kann und mich das nichts mehr angehen sollte. Aber das ist leichter gesagt als getan. Ich leide so extrem unter dem Schmerz. Der Magen ist heute auch wieder deutlich schlimmer. War beim Arzt, aber es gibt keine Medikamente für mich, aus Pantoprazol.
Es ist so viel, was mich daran verletzt und in meinem Kopf abgeht.
In erster Linie, ich habe sie verloren. Ich habe meine Zukunftsvision verloren. Ich habe meine beste Freundin, Reisepartner, den wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren. Weil SIE es wollte.
Dieser Mensch hat mich betrogen, belogen und ausgenutzt, weil sei nicht den Mumm hatte, es vorher zu beenden. Ich bin einfach so enttäuscht.
Ich verliere meine 2. Familie. Ich verliere mein zu Hause. Ich verliere das, was momentan mit der Jobsituation und so mein letzter Halt war.
Und auch wenn mir das vorher nie so ganz bewusst war: ich verliere Sicherheit. Die zukünftige Sicherheit.
Das sollte natürlich nie ein Beziehungsrund sein, aber ich stehe nun auch finanziell alleine da. Sie wird als verbeamtete Lehrerin gut verdienen. zusammen wären wir sorgenlos gewesen, was das angeht. Nun werde ich allein dastehen. Am Ende des Monats weniger zurücklegen können.
Nochmal: das darf niemals Grund für eine Beziehung sein, war es auch nie. Aber es fällt jetzt weg und es macht mir wahnsinnige Zukunftsängste. Ich habe mich einfach so sehr auf ein Leben zu zweit eingestellt/gewöhnt.
Die Jobsituation kommt noch on Top. Das macht mir auch Bauchschmerzen. Dass ich jetzt allein damit fertig werden muss.
Wenn ich irgendwie aus dem Job kommen sollte, durch Berufsunfähigkeit aufgrund Psyche, bin ich zwar endlich frei aber stehe plötzlich alleine und ohne Job da. Nicht, dass ich nichts finden würde. Aber die sichere Säule, die mich unterstützt hätte (emotional, organisatorisch, mit Tipps) ist jetzt weg.
Ja, man hat nie eine 100% Sicherheit. Aber diese Gefühle gehen gerade halt in mir durch.
Ihr werdet sagen, ich habe kein Selbstwertgefühl. Ja, das stimmt gerade, würde ich sagen. Ich habe jetzt eigentlich Dinge zu erledigen. Aber ich bin wie gelähmt. Wirklich. ich sage mir "du stehst jetzt auf und machst dies oder das" und dann schweifen meine Gedanken wieder in all das schlechte ab, es kommt ein neuer Schub Schmerzen in den Bauch.
Zitat von Femira: Da besetzt du die gemeinsame Wohnung und erwartest von ihr, dass sie weiter hälftig die Miete zahlt, obwohl sie da gar nicht wohnt.
Das ist nicht ganz richtig. SIE hat gesagt, dass die Wohnung zu gut und zu günstig sei, als dass sie keiner von uns behalte.
Da ich den Plan hatte zu reise, machte SIE den Vorschlag, dass ich erst hier bleibe, um mich zu ordnen und nicht bei meinen Eltern sein zu müssen. Die Miete würde so weiterlaufen, sagte SIE. Und sie würde die Wohnung dann übernehmen, wenn ich weg bin.
Ich habe die Regelung einfach so angenommen. Die andere Hälfte kommt eher von ihrem Vater als von ihr und die Aussage kam wohl auch von ihm (dass einer die Bude halten muss). Wenn es da jetzt Streit geben würde, würde ich für die Zeit die Miete auch alleine zahlen.
Eine eigene Wohnung suchen macht halt einfach für 2-3 Monate keinen Sinn. Bekommt man auch nicht so einfach, und man müsste ja mit Einzug direkt die Kündigung wieder einreichen.
Zitat von Femira: und du Veränderung einfach nicht aushältst
Das stimmt. ich bin kein Typ, der Veränderungen gern mag. jedenfalls nicht solche, die ich nicht selbst einleite.
Ich würde auch sagen, ich habe Angst vor Veränderungen. Warum, keine Ahnung.
Und ja, ich habe Angst vor der Veränderung, die Wohnung zu räumen. Aus verschiedensten Gründen. Und bestimmt auch, weil es unbequem ist.
Dass das mit reingespielt hat in die Sache, dass ich ihr das mit den Kindern nicht klipp und klar sagen konnte: garantiert.
Das ist aber bestimmt tiefer begraben und ein Fall für den Therapeuten.
Zitat von Lumba: Du bist sehr verletzt worden, aber das was Du jetzt machst, ist eine furchtbare Selbstverletzung.
Ja. Ich muss auch ehrlich sagen, ich habe das Gefühl, ich falle in ein Loch und falle gerade tiefer. Trotz der Bemühung von Familie und Freunden.
Zitat von Lumba: Ich glaube ich würde Dir auch nicht mehr die Wahrheit sagen, ich würde Dich meiden, wenn Du Dich nach unserer Trennung mir gegenüber so verhalten würdest.
Ich weiß ja selbst nicht, was los ist. meine Gefühle und der Verstand sind out of order.
Ich mein, ich wusste, dass das nicht richtig und übergriffig ist zu gucken ob sie bei ihm ist und dass es eh nichts ändern würde, eher im Gegenteil. Und trotzdem habe ich es gemacht. Habe ich mich danach besser gefühlt? Im Gegenteil. Und trotzdem war ich gestern wieder kurz davor. Es ist wie eine Zwangsstörung. und eigentlich war ich immer ein Mensch der Sorte "Geist über Materie".
Das muss alles irgendwie aus dem Unterbewusstsein kommen. Vielleicht auch, weil sie direkt gelogen hat, als ich sie drauf angesprochen hat. Er sei nur ein netter und sie verstehen sich gut. Zu dem Zeitpunkt wusste ich ja schon, dass da was körperliches war. Das war ja noch direkt zu anfang als es noch hieß: "ich bin mir so unsicher mit der Entscheidung, ich brauche Abstand und Zeit"
Ich weiß auch nicht, ob es was geändert hätte. ich kann doch meine Gefühle nicht steuern. ich weiß nur, dass mir diese Lügerei und "was wäre wenn bzw was ist gewesen usw"extremst zusetzt. Und, dass dadurch dieses Gefühl des ausgetauscht worden seins natürlich kam. und weil ich mich so sicher gefühlt habe, haut es mich halt noch härter um.
irgendwo auch zweifelsohne meine Schuld.
Zitat von Ava75: denn es geht dich schlicht nichts mehr an, wenn ich das so hart formulieren darf.
Ja, ich weiß. ich glaube, es ist irgendwie so, dass ich immer noch auf das Gute in ihr hoffe. Sie hat gesagt, ich sei ihr nicht egal. Macht aber genau das, was sie mir zuliebe nicht wollte. Und lügt dann auch noch. Es fällt mir unheimlich schwer, diesen Cut zu machen.
Zitat von Ava75: Es gibt keine Verpflichtung in einer Beziehung zu bleiben
Das sagt ja auch keiner.
Ich glaube, dass ich einfach gehofft habe, dass sie zu ihren Fehlern (das Fremdgehen und Lügen) steht und aufrechten Hauptes Schluss macht. Frei nach dem Motto "du hast sch. gebaut, also musst du dazu stehen".
Jedenfalls würde ich das tun. Schließlich hat man Jahre mit diesem Menschen verbracht und sich geliebt, hatte mal eine Zukunftsvision zusammen. Vielleicht bin ich auch zu gutgläubig oder naiv.