Hallo Leute,
Ich war jetzt einige Tage nicht hier. Ich hatte noch viel zu tun wegen Umzug/fertigmachen der neuen Wohnung usw. und teilweise als ich abends mal ein wenig Zeit hatte, war mir einfach nicht danach hier vorbeizugucken.
Ich weiß gerade nicht wo ich anfangen soll, weil irgendwie viel aber irgendwie auch nichts besonderes passiert ist, deshalb "Entschuldigung" für eventuell chronologisches Chaos.
Am Freitag habe ich letzte Dinge aus der Wohnung gesammelt und mit meiner Mutter, die mir viel geholfen hat und immer noch hilft, einmal grob gereinigt, quasi besenreines Verlassen. Wobei es schon deutlich mehr war als besenrein. Wir wollten uns nicht nachsagen lassen müssen, dass ich einen Saustall hinterlassen habe...
Jedenfalls war dann irgendwann der Moment, in dem ich die Schlüssel auf den Tisch legte und klar wurde "ich werde jetzt die Tür das letzte mal von außen schließen".
Das war ein richtiger Sche*ß-Moment. Meine Mutter sagte, sie geht schonmal zum Auto und lässt mich noch einen Moment allein. Ich soll nochmal tief durchatmen und dann aber nicht zu lange verweilen, weil es nicht gut wäre.
Und es war wirklich nicht gut. Bin noch einmal in jedem Raum gewesen um nichts zu vergessen und irgendwie auch nochmal alles im Schnelldurchlauf durchzuspielen.
junge... das war hart. Ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten, obwohl das Weinen eigentlich fast ganz aufgehört hatte.
Wo ich das gerade schreibe, spielt man das alles nochmal durch und einige Tränen machen sich bereit.
Dann bin ich raus und meiner Mutter nochmal weinend in die arme gefallen.
Sie konnte mich aber recht schnell beruhigen und meinte so grob "ist jetzt natürlich schwierig und Sche*ße, aber nachdem was sie abgezogen hat, ist sie deine Tränen nicht wert.
Und sie hat ja eigentlich recht. Trotzdem lässt es mich immer noch nicht kalt.
Übers Wochenende habe ich dann einiges in der neuen Wohnung gemacht, nachmitags mithilfe meiner Eltern. Ohne die, hätte ich das alles niemals so geschafft.
Naja, und jetzt lebe ich so ein wenig vor mich hin. Ich merke, dass ich im Moment gar nicht gut alleine sein kann. Selbst wenn ich mich beschäftigte fühle ich mich ein wenig einsam und muss dran denken, wie sehr sie mir fehlt. Und das sie wahrscheinlich gerade eine gute Zeit mit dem anderen hat. Gleichzeitig kommt dieses Gefühl, ja von beiden betrogen worden zu sein (da er ja von uns wusste und es trotzdem gemacht hat) und man fühlt sich wie ein Verlierer, Versager oder Opfer. Ich habe gegen IHN verloren. Damit komm ich echt sehr schlecht klar, mein Selbstwertgefühl ist quasi weg. Ich könnte auch ihm niemals wieder unter die Augen treten, weil er ja mir die Partnerin weggenommen hat. Er nimmt meinen Platz ein. wohnt wahrscheinlich bald in der Wohnung, die ICH mühevoll für uns hergerichtet habe und lebt dort übertrieben gesagt wie die Made im Speck. Er hat über mich triumphiert und mich gedemütigt...Ich weiß nicht genau, wie ich das beschreiben soll...
Ich musste ihr dann noch schreiben (Kontakt läuft aktuell wenn überhaupt nur noch für solche Dinge über E-Mail), dass sie mir bitte Betrag X überweisen soll vom ehemals gemeinsamen Konto (lief auf ihren Namen) wegen zu viel gezahlter Sport-Beiträge. Da kam von ihr nur die Frage zurück, ob dass ab nächsten Monat dann nicht mehr von ihrem Konto abgebucht wird.
Wieder so ein Ding. ich weiß nicht, was los ist bei ihr. Dass sie mir zutraut, dass ich das einfach weiterlaufen lassen würde, nach so einer Frage. Sie müsste wissen, dass ich sowas IMMER ordentlich sofort voreinander hatte.
Also ihr werdet jetzt sagen, dass ist doch eine ganz normale Frage zur Absicherung. Aber irgendwie ist das anders.
Ich habe schon dafür gesorgt, dass die ganzen Verträge umgeschrieben werden, damit sie nicht ohne Internet da hockt und dann fragt sie, ob ich den Einzug für meinen Monatsbeitrag auf mein Konto geändert habe?
Zum Thema Brief:
Ich bin mit der Entscheidung nicht weiter. Ich hatte während des Umzugs keine Zeit, etwas zu schreiben, wenngleich ich viel drüber gegrübelt habe.
Jetzt überlege ich immer noch, ob ich noch einen schreibe und in den Briefkasten werfe.
Bei den Fragen, die im Moment aber von ihr so kommen, kann ich mir das wohl wirklich schenken.
Zitat von Forenmitglied: weil ich die Situation/ mein damaliges sehr distanziertes Verhalten erklären konnte.
So in etwa wäre das bei mir ja auch. Einmal sachlich erklären, was ich für mich reflektiert habe, warum ich ihr nicht sagen konnte, was sie hören wollte.
Zitat von Forenmitglied: Klingt theatralisch aber wenn du solch ein Zeichen setzen möchtest, mach es echt knapp.
Wahrscheinlich wäre es das beste, wenn überhaupt so.
Mir ist halt vor allem wichtig, sie soll nicht irgendwann denken "eigentlich hat es ja doch gut gepasst, aber nachdem was passiert ist, kann ich bei ihm nicht mehr ankommen."
Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass es so weit kommen würde. Aber irgendwie will ich alles tun, um sie von so einer Denkweise wegzubringen, falls es dann doch mal so ist. Das müsste halt so oder so von ihr kommen. Mit der Bereitschaft, den Betrug aufzuarbeiten.
Aber ja, irgendwo ist das halt ein Versuch, die Tür noch einen Spalt offen zu lassen.