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Trennung verarbeiten

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Achim1
Mitglied

Beiträge:
3
Themen:
1
Danke erhalten:
5
Mitglied seit:
Meine Frau hat sich nach 31 Ehejahren für mich völlig überraschend getrennt. Sie ist bereits zu einem anderen Mann gezogen. Ich bin nun mit unserer 15 jährigen Tochter alleinerziehend.
Meine Lebensfreude ist weg, ich bin gebrochen und total überfordert.
Ich weiß nicht mehr weiter. Was soll ich nur machen ?
Die Trennung akzeptieren oder versuchen sie zurück zu gewinnen?

x 2 #1


HeavyDreamy
@Achim1 Hey

Zitat von Achim1:
Ich weiß nicht mehr weiter. Was soll ich nur machen ?
Die Trennung akzeptieren oder versuchen sie zurück zu gewinnen?


Tut mir Leid, dass eure Ehe erstmal zerbrochen ist und sie sogar bereits mit einem anderen Mann zusammenwohnt - heftig.

Die Trennung solltest du, wenn möglich, wirklich erstmal akzeptieren, denn man kann einen Menschen nicht zwingen, zu bleiben oder festzuhalten.

Darf ich fragen, welche Trennungsgründe sie hatte? Hat sie dir diese Gründe genannt?

x 2 #2


A


Trennung verarbeiten

x 3


A
Sie meinte etwas verpasst zu haben da wir 39 gemeinsame Jahre hatten. Ich war immer glücklich, die nun leider nicht mehr. Aber sie hat auch mit unseren Töchtern den Kontakt weitgehend abgebrochen.

x 2 #3


HeavyDreamy
Zitat von Achim1:
Sie meinte etwas verpasst zu haben da wir 39 gemeinsame Jahre hatten. Ich war immer glücklich, die nun leider nicht mehr. Aber sie hat auch mit unseren Töchtern den Kontakt weitgehend abgebrochen


Oje Trauriges Gesicht Schlimm auch für deine Töchter. Sowas kann ich gar nicht verstehen.
Das man auf Paarebene sich nicht mehr verstehen kann, oke, passiert leider ja immer wieder, aber den Kontakt zu eigenen Kindern auch noch weitgehend abbrechen, sehr kaltherzig Trauriges Gesicht

Eine Tochter wohnt jetzt bei dir und die andere Tochter hat ne eigene Wohnung?

x 3 #4


Vienne
Zitat von Achim1:
Sie meinte etwas verpasst zu haben da wir 39 gemeinsame Jahre hatten. Ich war immer glücklich, die nun leider nicht mehr. Aber sie hat auch mit unseren Töchtern den Kontakt weitgehend abgebrochen.

Das tut mir sehr leid zu hören...

Dass sie den Kontakt zu den Töchtern abgebrochen hat... vielleicht schämt sie sich, weiß nicht, wie sie erklären soll, was sie gerade tut...

Hat sie sich denn vorher geäußert, dass sie den Kontakt abbrechen wird?

x 1 #5


Gwenwhyfar
Ach Achim, du wirst viel Zeit brauchen, um zu lernen mit diesem Verlust zu leben.
Kämpfe nicht, gegen neue Schmetterlinge hast du sowieso keine Chance.

Ihr habt eure gesamte Erwachsenenzeit zusammen verbracht. Ich kann schon verstehen, dass da mancher meint, es muss doch noch was anderes geben. Es fehlen ja Vergleichsmöglichkeiten. Kann sein, dass sie auch später findet, dass das ihre beste Idee war. Kann sein, dass sie merkt, dass das Gras letztlich doch überall sehr ähnlich ist.

Mein Onkel, als Mehrfachfremdgänger, ist deshalb zu seiner Frau zurück gezogen.
Eine Bekannte hat 3 Kinder bei dem Vater gelassen mit den Worten, es kotze sie alles an. Mit ihrem Neuen bekam sie nochmal 3. Alle verstanden sich irgendwann gut. Auch der Verlassene heiratete nochmal.
Alles ist möglich.

Konzentriere dich nun auf dich und versuche es euch so schön wie möglich zu machen.
Auch du wirst wieder glücklich werden.

#6


Sonnenschein85
Das tut mir Leid.

Wenn sie schon bei einem anderen Mann wohnt ist die Sache für sie sicher durch ? Da wäre kämpfen nicht angebracht.
Was ist denn der Trennungsgrund?

Es kommt auch auf die Umstände an. Wieso ihr euch getrennt habt und was sie bei der Trennung gesagt hat ?

x 1 #7


Worrior
@Achim1
Das tut mir leid zu lesen.
Da bereits ein anderer Mann im Spiel ist gibt es da nichts mehr um das es sich zu kämpfen lohnt.
Du kannst nur verlieren wenn Du das versuchst.
Richte den Fokus auf Dich und Deine Tochter.
Kontakt nur für organisatorische Dinge, freundlich aber emotionslos.
Ansonsten, das Leben vergisst nichts.

#8


Gorch_Fock
Dann muss ja auch vorher alles mit dem AM akribisch vorbereitet worden sein. Nichts mitbekommen in den letzten Monaten? Starker Handy-Traffik, Abwesenheiten, Geld-Bewegungen, etc.? Meist geht auch die Nähe komplett zurück, weil die Ex-Partnerin "dem AM nicht fremd gehen möchte".

#9


A
Nein, tatsächlich habe ich keine Zeichen wahr genommen. Es gab keinen Streit, wir hatten immer noch Zärtlichkeiten bis zu dem Tag des Auszugs. Deshalb bin ich auch so fertig, mein Herz ist gebrochen.
Aber vermutlich kommt sie nicht zurück. Danke für eure Kommentare, ich werde lernen es zu akzeptieren auch wenn es weh tut

x 1 #10


S
@Achim1
Es tut mir sehr leid, was du gerade durchmachst. Der Schmerz fühlt sich einfach schrecklich an und es tut wahnsinnig weh, vor allem, wenn schon jemand Neues da ist.
Bei mir ist es jetzt 3 Monate her nach 25 Jahren und es schmerzt immer noch, auch wenn nicht mehr ganz so schlimm wie zu Beginn.
Mein Ex-Mann hat anfangs auch den Kontakt zu seinen Kindern komplett abgebrochen und zusätzlich sein Telefon immer ausgestellt, damit wir ihn ja nicht erreichen können.
Ich kann dir nur empfehlen, die Trennung so schnell wie möglich zu akzeptieren und jede Art von Kontakt nur auf Organisatorisches zu reduzieren und emotionale Themen so weit wie möglich zu vermeiden. Du solltest versuchen, nach vorne zu blicken mit dem Fokus auf dich und deinen Töchtern und gucken, dass es euch gut geht, Mir hat auch in der ersten Akut-Zeit geholfen, alles zu Hause umzustellen und auszuräumen und Gewohnheiten zu ändern, Organische Dinge ( Termin bei Anwalt, Konto trennen,..) in Abgriff zu nehmen und viel darüber zu sprechen.
Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit.

x 1 #11


Rheinländer
Hallo @Achim1

es tut mir sehr leid, dass auch du zu den Menschen gehörst, denen so etwas widerfahren ist. 31 Ehejahre, das ist eine unglaublich lange Zeit, und dass deine Frau zu einem anderen Mann gezogen ist, ist einfach nur hart. Mir ist Ähnliches passiert, bei mir nach 30 gemeinsamen Jahren. Genau wie bei dir kam es völlig überraschend, ohne Vorwarnung, ohne dass ich vorher echte Anzeichen gesehen hätte. Unsere beiden Kinder waren damals 20 und 18 und sind ebenfalls bei mir geblieben. Deshalb kann ich sehr gut nachvollziehen, wenn du schreibst, dass die Lebensfreude weg ist, dass du dich gebrochen und total überfordert fühlst.
Dieses Gefühl der Überforderung ist absolut nachvollziehbar. Von einem Tag auf den anderen musst du alles allein stemmen. Dinge, die man jahrzehntelang gemeinsam geregelt hat, bleiben plötzlich an dir hängen, neben dem emotionalen Chaos. Wohnung, Alltag, Organisation, Verantwortung, und das alles in einer Situation, in der man selbst kaum Kraft hat. Besonders wichtig erscheint mir gerade deine 15-jährige Tochter. Ihre Mutter hat sich nicht nur von dir, sondern auch von ihr getrennt. In diesem Alter braucht eine Tochter ihre Mutter eigentlich ganz besonders, und sie ist gerade nicht da. Das ist für dein Kind extrem schwer, und für dich als Vater ebenfalls. Du kannst das Leid deiner Tochter nicht wegnehmen, aber allein dass du da bist, präsent bleibst und sie ernst nimmst, ist unglaublich wertvoll.
Dass deine Frau den Kontakt zu den Kindern weitgehend abgebrochen hat, ist sehr schmerzhaft. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass sich das manchmal mit der Zeit wieder etwas einpendelt. Meine Tochter war damals sehr wütend und verbittert gegenüber ihrer Mutter. Es hat lange gedauert, aber irgendwann kam wieder ein vorsichtiger Kontakt zustande, der heute wieder ganz okay ist. Das braucht Zeit, Geduld und oft auch Abstand.
Du schreibst, dass du überfordert bist. Darf ich dir einen Gedanken dalassen: Schau, ob du dir Hilfe holen kannst. Wie bist du im Freundeskreis eingebettet? Gibt es Menschen, die euch unterstützen können, sei es praktisch oder einfach durch Zuhören? Auch Familie kann eine wichtige Stütze sein. Man muss da nicht alleine durch, auch wenn es sich oft so anfühlt.
Zu deiner Frage, ob du die Trennung akzeptieren oder versuchen sollst, sie zurückzugewinnen: Ich habe damals auch gekämpft, zumindest in den ersten Monaten. Allerdings wusste ich zu Beginn nicht, dass es bereits einen anderen Mann gab. Hätte ich das gewusst, hätte ich diese Energie nicht mehr investiert, auch nach so vielen gemeinsamen Jahren nicht. Hier im Forum wirst du Menschen finden, die gekämpft haben und wieder zusammengekommen sind. Davor habe ich großen Respekt. Für mich persönlich wäre das nicht möglich gewesen. Vertrauen ist für mich ein ganz zentraler Punkt. Ich habe meiner Frau immer vertraut, es gab in der Ehe keinen Betrug, jedenfalls nicht, dass ich wüsste. Genau deshalb wäre dieses Vertrauen für mich nach einem Seitensprung nicht mehr herstellbar gewesen. Jeder muss für sich selbst spüren, was er leisten kann und wo seine Grenze ist.
Du schreibst auch, dass deine Frau sagt, sie habe etwas verpasst. Dieser Satz kam bei uns in der Trennung ebenfalls, sogar beim Therapeuten: Das kann doch noch nicht alles gewesen sein. Dieser Satz hängt mir bis heute im Kopf. Wenn ich heute darüber nachdenke, denke ich mir: Wir waren gesund, wir hatten zwei Kinder, ein Haus, Arbeit, ein funktionierendes Leben. Mehr geht immer, ja, aber reicht das, um alles aufzugeben? Vielleicht steckt dahinter das Gefühl, etwas verpasst zu haben, vielleicht auch sexuell, vielleicht ein Bedürfnis nach einem anderen Leben. Mir persönlich hat das, was wir hatten, gereicht. Es war nicht perfekt, aber gut genug. Dinge, die fehlten, hätte man ansprechen können. Für mich wäre das nie ein Grund gewesen, alles hinzuschmeißen.
Der Schmerz, den du jetzt spürst, wird nicht schnell verschwinden. Dein Selbstwertgefühl ist vermutlich gerade im Keller, das ist nach so einer überraschenden Trennung ganz normal. Im Moment ist es vermutlich kaum vorstellbar, aber ich möchte dir trotzdem sagen: Es gibt da draußen wieder Menschen, die zu dir passen können. Wenn du irgendwann mit dieser Phase abgeschlossen hast, wirst du wieder jemanden finden können. Ich hätte das früher selbst nicht geglaubt, aber ich bin heute ein Beispiel dafür, dass es möglich ist.
Ein ganz praktischer Punkt, der mir im Nachhinein sehr wichtig erscheint: Kümmere dich frühzeitig um die rechtlichen und wirtschaftlichen Themen. Ein erstes Beratungsgespräch bei einem Fachanwalt für Familienrecht kann sehr helfen, einfach um Klarheit zu bekommen. Gerade weil deine Tochter bei dir lebt, ist es wichtig zu wissen, wie es mit Unterhalt aussieht, mit Rentenpunkten, mit Trennungsunterhalt. Informationen schaden nie. Ich war damals relativ früh beim Anwalt, wir haben auch zeitnah die Konten getrennt. Das hat mir zumindest in diesem Bereich etwas Sicherheit gegeben. Wenn ihr noch miteinander reden könnt, wäre ein gemeinsamer Anwalt vielleicht eine Option, um Kosten zu sparen und einen Rosenkrieg zu vermeiden. Wenn das nicht möglich ist, wird es schwieriger und teurer, aber auch das lässt sich bewältigen.
Und zum Schluss noch einmal: Rede viel mit deiner Tochter. Sei für sie da, auch für die ältere, selbst wenn sie nicht mehr bei euch lebt. Diese Trennung betrifft eure Kinder genauso wie dich. Du musst nicht perfekt funktionieren. Es reicht, wenn du bleibst, zuhörst und ehrlich bist.
Du bist nicht allein mit diesem Schicksal, auch wenn es sich gerade genau so anfühlt. Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit

x 8 #12


Hummelbee8
@Achim1

Auch von mir es tut mir leid für dich und deinen Töchtern.

Wie schon geraten würde ist es ratsam die Trennung zu akzeptieren und deinen Weg mit deinen Töchtern zu finden...

Verstehen du ich es persönlich auch nicht,wie man seine Kinder einfach so fallen lassen kann,aber ich kann nicht urteilen den ich kenne weder deine Frau noch dich...

Dennoch sei stark, traue um das was du hattet doch vergiss nicht das du einen Weg vor dir hast.. setzte kleine Schritte und finde deinen Weg in dein neues Leben...

x 2 #13


hotte
Lieber @Achim1 ,

ich schicke dir ein trauiges "willkommen im Club" und nehme dich einfach mal ("männlich" ) in den Arm.

Das eine Mutter ihr Kind verlässt, ist in meinen Augen sehr ungewöhnlich und zeigt mir das du keine Chance hattest das irgendwie zu verhindern. Auch bei mir ist im letzten Jahr eine 18 jährige Ehe in die Brüche gegangen (allerdings war meine Tochter schon 22 und ausgezogen). Ich habe ähnlich gefühlt wie du.

Wenn du fragst ob du um sie kämpfen sollst würde ich dir aufgrund der tatsache mit dem Kind verlassen davon abraten, aber ich bin da auch etwas extrem da für MICH Familie über alles geht. Du darfst dir selbst die üblichen Fragen stellen... Habe ich sie wirklich geliebt oder bin ich daran gewöhnt? Habe ich einfach nur Angst vor dem Allein sein? Oftmals sind es unsere Ängste die uns, nicht selten zu einem toxischen, Partner zurücktreiben obwohl wir unterbewusst wissen das da nicht alles in Ordnung war. Die Entscheidung ob du kämpfen möchtest oder nicht, kann dir niemand abnehmen und du selbst solltest dich wirklich fragen ob du ihr jemals wieder vertrauen kannst.

Aufgrund von Vorurteilen bzw. Erfahrungen möchte ich dir gerne eine paar Dinge mitgeben die in meinen Augen essentiell sind und auf die @Rheinländer schon hingewiesen hatte:

- Deine Gefühle sind vollkommen ok und habe die Berechtigung da zu sein
- Du bist KEIN schlechter Mensch oder hast versagt weil die Ehe auseinander geht
- Deine Töchter brauchen dich
- Es ist keine Schande zu einem Therapeuten zu gehen und über seine Gefühle zu sprechen
- Auch der Gang zu einer Selbsthilfegruppe kann sehr hilfreich sein
- Sei ehrlich zu dir selbst. Lass deine Gefühle zu und verdränge sie nicht!
- Such den Kontakt zu Freunden und Familie. Du brauchst feste Ankerpunkte die dir halt geben wenn es dir schlecht geht.

Hier im Forum gibt es viele Menschen die ähnliches erlebt haben und die die Zeit nach der Trennung als Herausfordernd wahrgenommen haben. Als Männer haben wir oft das Problem das wir nicht geübt sind über unsere "Herausforderungen" zu sprechen sondern vieles mit uns selbst ausmachen. Das KANN funktionieren, das KANN aber auch ganz gewaltig nach hinten losgehen. Ich habe mich nach der Trennung ganz massiv damit beschäftigt Zugang zu meinen eigenen Gefühlen zu finden und diese separieren zu können. Dabei kamen sehr interessante Dinge zum Vorschein.

Zum Abschluss... du hast einen guten ersten Schritt gemacht indem du dich hier angemeldet und geöffnet hast. Wenn der schmerz, die Trauer, die Einsamkeit oder was auch immer übermächtig zu werden droht kann ich dir nur empfehlen die Telefonseelsorge anzurufen. Die haben mir auch das eine oder andere mal geholfen aus einer gefühlten Krise wieder rauszukommen (die Menschen dort werten nicht, helfen mit einer anderen Sichtweise und es tut gut mit jemandem aussenstehenden zu REDEN).

Ich wünsche dir von Herzen das du gut durch diese harte Zeit kommst.

x 6 #14


A


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