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Trennung von meiner Frau und endlich frei

Phoenix78

Hallo zusammen,

Trennungsschmerz habe ich eigentlich nicht wirklich.
Es ist tatsächlich eher eine Mischung aus verletzt sein, Enttäuscht, Wut, Angst. Der überwiegende Teil aber ist Erleichterung.

Erst seit ein paar Tagen haben meine Frau und ich uns entschlossen uns zu trennen.
Es sind einfach auf beiden Seiten keine Gefühle mehr vorhanden, nach fast 20 Jahren.

Warum Erleichterung ?
Weil ich endlich aus einer fast 15 Jahre andauernden "Gefangenschaft" entkommen bin. Eine Gefangenschaft die ich mir selbst auferlegt hatte.

Meine Frau und ich hatten viel zu jung geheiratet. Ich habe schnell gemerkt dass es ein Fehler war. Ich war schon entschlossen mich von meiner Frau wieder zu trennen.
Weil, ein Zusammenleben in dieser Form einfach nicht meine Welt war. Sie hatte sich so verändert in kurzer Zeit.
Zu diesem Zeitpunkt war meine Frau allerdings schon schwanger.
Als ich das erfuhr, gab es für mich nur eine Entscheidung. Es versuchen. Meinem Kind zuliebe. Ich wollte vor der Verantwortung nicht weglaufen.

Dann steigerte sich alles einfach Jahr für Jahr. Das Zusammenleben mit meiner Frau wurde immer unerträglicher für mich. Sie wurde einfach immer gefühlskälter.
Bald galt ihre Aufmerksamkeit mehr einem Online-Spiel als meinem Sohn und mir. Das stagnierte zwar zwischendurch aber das machte es nicht besser.

Meist war ich mit meinem Sohn alleine unterwegs. Musste neben dem Job den Haushalt machen, mich um Rechnungen usw. kümmern. Irgendwann war ich Alleinerziehender von zwei Kindern.

Das führte dann auch mit dazu dass ich krank wurde. Lange Zeit Erwerbsunfähig.
Irgendwie habe ich einfach nur immer weiter gemacht und weiter und hatte noch die Hoffnung es ändert sich.

Ich habe immer wieder Versuche gestartet in´s Berufsleben zurück zu kommen aber ohne jeden Rückhalt von meiner Frau.
Das wurde ein Teufelskreis.
Dann wurde meine Frau auch krank und nahm sich selber noch mehr aus der Gleichung und ich musste noch mehr Verantwortung tragen.
Sie tat aber auch nichts dagegen, keine Therapien, kein gar nichts. Log mich mehrmals an in der Zeit.
Irgendwann kam ich mir vor als habe ich meine Familie auf dem
Rücken getragen und musste über Glasscherben kriechen.
Mein Sohn gab mir immer Stärke und das Durchhaltevermögen. Wir sind ein Herz und eine Seele.

Ich fasste oft den Entschluss mich von ihr zu trennen, hatte aber Angst sie tut sich etwas an aufgrund ihrer Erkrankung.
Wir hatten darüber schon Gespräche geführt. Dann wurde evtl mal eine Woche was geändert aber das war es dann auch immer.
Ich war nur noch ein Einzelkämpfer, alle Verantwortung lag bei mir, fast alleine.
Es waren immer wieder Hiebe ins Gesicht und immer wieder hatte ich mich wieder aufgerappelt und gekämpft.

Bis ich vor einem guten halben Jahr endlich die Erkenntnis hatte was ich mir eigentlich antue.
Jetzt kurz nach Silvester ging es nicht mehr.
Dann ergab es sich dass wir uns sagten, dass wir uns nicht mehr lieben.

Wir möchten das alles in Ruhe und ohne Streit, alleine schon für unser Kind, machen.

Leider zeigt sie aber nun ihr wahres Wesen. Alle Krankheiten scheinen weg.
Und, dieses Wochenende fährt sie auch weg zu einem anderen Mann. Lässt unseren Sohn wieder im Stich. Jetzt wo er uns beide braucht.
Kauft Kond. und tritt 20 Jahre gemeinsames Leben in die Ecke. Sie darf ja machen was will aber hätte sich wenigstens noch etwas beherrschen können, bis unser Kind wenigstens im
Ansatz mit der Situation klar kommt. Aber alles so offensichtlich zu tun.
Irgendwie scheint ihr alles egal.

Eifersucht habe ich Null. Ich bin aber doch verletzt nach 20 Jahren wird man kurzerhand ersetzt. Vor ein paar Wochen sagt sie mir noch sie kann kaum noch alleine raus usw.
(Das war oft immer alles sehr akut wenn Post von der Arbeitsagentur kam). Ich möchte da noch immer keine Absicht unterstellen. Aber, Vertrauen hab ich den Wahrheitsgehalt dieser Sache keinen mehr.

Mir schmerzt einfach mein Herz wenn ich dabei an meinen Sohn denke. Wie wir ihm in Ruhe unsere Trennung mitteilten, sagten wir noch es ist kein anderer Mann und keine andere Frau im Spiel.
Zwei Tage später kam sie damit um die Ecke.
Ich muss jetzt den Spagat schaffen dass mein Sohn nicht anfängt seine Mutter zu hassen und ihn gleichzeitig nicht selber "abrutschen" zu lassen.
Zum Glück habe ich Freunde und Verwandte die uns helfen.

Irgendwie musste ich das jetzt irgendwo schreiben. Da stieß ich auf dieses Forum.
Nichts liegt mir ferner als mich als den Märtyrer zu präsentieren oder meine Frau zu denunzieren. Ich muss mir das einfach von der Seele schreiben auch wenn ich es schon x mal in den
letzten Tagen erzählt habe.
Was habe ich micht die letzten Tage als ausgemachten Volltrottel und Idioten gefühlt. Aber, das ist mir eine Lektion gewesen. Wahrscheinlich die größte in meinem Leben.
Außerdem treffe ich hier evtl auf Menschen die Ähnliches hinter sich haben.

Ich fühle mich im Moment einfach nur frei. Frei von dieser großen Verantwortung für einfach alles.
Das Leben geht zum Glück weiter und nun möchte ich endlich glücklich werden.

Das Sorgerecht teilen wir uns. Unser Sohn wird bei uns beiden leben, so wie er das möchte. Keine festen Zeiten kein Hin und Her.
Ich hoffe es bleibt auch bei der Abmachung.

Bei mir steht einfach alles auf Neustart für mich und meinen Sohn.

Ich hoffe in Zukunft hier auch dem einen oder anderen Menschen helfen zu können mit dieser Erfahrung.

Wer auch immer den Text komplett lesen mag. Danke für die Zeit :daumen: :)

12.01.2019 01:47 • x 7 #1


derBaum

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Dein Nickname hast du sehr schön ausgewählt. Es passt zu deinem ganzen Threat.

12.01.2019 02:16 • x 1 #2


Hitachi

Hitachi

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.....aus deinem Text ist ja nun zulesen das es für euch beide längst überfällig war euch zu trennen! Hüte dich davor aber jetzt in Selbstmitleid zu verfallen, nur weil deine NochEF nicht wie ein Mauerblümchen zu Hause hockt und über den Sinn des Lebens
sinniert....sie lässt es jetzt" krachen", das solltest du auch tun, ihr habt ein bisschen was nach zuholen, soll aber in keinster Weise heissen das ihr nun jeden Tag was neues abschleppen sollt! Ihr habt euch geeinigt was die Erziehung eures Sohnes betrifft...aber lieber entspannte getrennt lebende Eltern als unenspannte Eltern die zwanghaft versuchen die heile Welt vor zuspielen....

ja so wie dir geht es unzähligen Paaren ( mich eingeschlossen), wo die "Eheautobahn" zur Belastungsprobe wird, sei es ob man zu jung geheiratet hat, oder ob sich der eine "gehen" lässt, sich nicht weiter entwickelt!

12.01.2019 07:14 • x 2 #3


mcteapot

Zitat von Phoenix78:
Keine festen Zeiten kein Hin und Her.

Schon mal das Wechselmodel ins Auge gefasst? Schön das du hier bist. Der Grund vielleicht weniger schön, man weiß es nicht ;) Wie alt ist euer Sohn? Wie wollt ihr das mit der Trennung machen? Zu zweit in der Wohnung bleiben oder du suchst dir was neues? Trennung in einer Wohnung ist laut Gesetzgeber möglich, ein paar Dinge sind jedoch zu beachten

12.01.2019 07:43 • x 1 #4


Katasmile

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Dann starte jetzt neu durch TE.
Aber du hast sehr viel Groll gegen deine Frau, gibst ihr viel Schuld wenn nicht die Hauptschuld.
Dabei wusstest du doch schon bei der Hochzeit, dass das nichts für dich ist.
Deine Frau wird es da also auch nicht leicht gehabt haben, ev. gespürt haben, bewusst oder unbewusst, dass du sie nicht wirklich liebst. Auch das kann krank machen, kann in eine Abwärtsspirale führen, zu sozialem Rückzug in eine Onlinewelt etc.
Stelle ich mir auch furchtbar vor...

Du hast dich toll um das Familienleben gekümmert, dafür Respekt!
Also sie darf es jetzt auch krachen lassen, nach 15 Jahren eigentlich nicht geliebt werden.

12.01.2019 08:11 • x 6 #5


Phoenix78

Danke für Eure Meinungen und Antworten.

Schuld haben wir beide gleichermaßen. Keine Frage. Ich habe mich nicht daraus befreit und auch nichts gesagt.
Ich spürte von ihr nur nie den Willen die Situation gemeinsam zu ändern.
Die Hauptschuld meiner Frau geben wäre eine ganz miese Nummer. Wir waren beide gefangen auf eine abstrakte Art und Weise.

Geliebt habe ich sie. Das habe ich ihr auch immer gesagt und gezeigt und fühlen lassen.
Liebe ist seit einem halben Jahr keine mehr im Spiel. Die baute sich mehr und mehr ab.
Im alltäglichen Zusammenleben hat einfach unmittelbar nach der Hochzeit so gar nichts mehr gepasst.

Krachen lassen kann sie es, das geht mich nichts mehr an. Der Zeitpunkt ist jetzt nur sehr schlecht gewählt unserem Sohn gegenüber.
Ich für meinen Teil bin da was anders gestrickt und nehme erst mal was Fahrt raus. Wird aber nicht so bleiben ;)

Das Wechselmodell ist genau das was wir machen. Wusste bis eben noch nicht dass es da einen Begriff für gibt ;)
Das haben wir unserem Sohn auch so vermittelt. Er behält sein Zimmer bei mir. Da meine Frau ausziehen will. Sobald sie eine Wohnung hat bekommt er da ebenfalls ein Zimmer.
Er richtet die Wohnung seiner Mutter mit ein und auch hier machen wir gemeinsam alles neu.

Wichtig war dass wir ihm vermitteln dass er keine Schuld hat. Dass es nicht wegen ihm ist. Vor allem dass er uns auch nicht verletzen wird wenn er mal lieber eine Zeit lang mehr bei seiner Mutter oder mir ist. Wenn er sich was teures kaufen will oder Ähnliches werden weiter beide gefragt :) Solche Dinge bleiben unverändert. Genau wie Schule, Gesundheitsangelegenheiten.

Finde es echt klasse dass ich hier einfach mal eine rein neutrale Sicht der Dinge bekomme.
Danke schon mal :)

12.01.2019 11:46 • #6


ManuelH

Hey Du ! Tut mir sehr leid und kann das Chaos da schon verstehen/nachempfinden. Aber lasst mal den Sohn da raus bitte. Er ist nicht Deine Batterie und die Mutter sollte ihn auch nicht als Ding behandeln was sie für Eure gestörte Beziehung da erzeugt hat wie nen Sack Kartoffeln. Tut mir gerade mehr leid um das Kind als um Euch.

12.01.2019 15:40 • #7


MonaLisa64

MonaLisa64

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Respekt, dass du so lange durchgehalten und das alles gestemmt hast - und auch dafür, dass du und deine Frau die Trennung jetzt einigermaßen vernünftig angehen. Mit ein paar Holperigkeiten. Aber die lassen sich wohl nie vermeiden.
Wie alt bist du jetzt, 40? Das ist heutzutage noch jung - da kann noch einiges kommen. Kopf hoch!

12.01.2019 16:09 • x 1 #8


Phoenix78

Zitat von ManuelH:
Hey Du ! Tut mir sehr leid und kann das Chaos da schon verstehen/nachempfinden. Aber lasst mal den Sohn da raus bitte. Er ist nicht Deine Batterie und die Mutter sollte ihn auch nicht als Ding behandeln was sie für Eure gestörte Beziehung da erzeugt hat wie nen Sack Kartoffeln. Tut mir gerade mehr leid um das Kind als um Euch.


Also unseren Sohn lassen wir da raus, nur um das mal ganz klar fest zu halten !
Mir tut es um meinen Sohn auch mehr Leid als um uns. Wir haben da einfach beide versagt, da gibts auch nix zu beschönigen.

Unser Sohn ist ein selbstbewusster Teenager geworden auf den wir beide stolz sind.

Aber, ich lasse es nicht Raum stehen dass er in irgendeiner Form instrumentalisiert wird. So verstehe ich deinen Kommentar.
Das gilt für beide Seiten.

12.01.2019 17:33 • x 2 #9


Küstenperle

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Hallo Phönix,
ich gebe meinem Vorschreiber Recht, 40 ist das neue 30 oder so ähnlich (ist natürlich quatsch, aber es ist gut, dass Du - bzw ihr beide - die Reissleine gezogen habt)
Ihr arbeitet beide nicht? Dann wird es ja auch kein Kohle-Gerangel geben. Scheidung und gut ist.
Deine Sorge, versteh ich das richtig, ist dass der Sohn irgendwie die Mutter hassen könnte? Oder wie? Ich denke wirklich, Du solltest Dir da nicht soviel Gedanken machen, ihr seid getrennt - das habt ihr dem Jungen vermittelt und so lange sie nicht holterdipolter Next vorstellt, wird er da sicher mit umgehen können. Und wenn nicht sofort, dann mit der Zeit.

12.01.2019 17:47 • #10


ManuelH

Hey Du ! Na wollte nicht übergriffig werden und Euch sicher nicht persönlich angreifen. Im Grunde seid Ihr mir völlig egal und diesen Trennungsterror gibt es hier im Dutzend billiger. Völlig wurscht, nur die Kids können nichts dafür aber sind oft Mittel zum Zweck siehe Bindung oder irgendwie doch noch kommunizieren zu müssen. Stehen da oft auch unbewusst zwischen den Fronten von zwei Erwachsenen die irgendwelche Probleme haben. Bist wohl auch so drauf das Du denkst wegen dem Kind was zu müssen oder ? Oder die Ex so tickt ? Nicht gesund wenn Ihr nicht gesund seid oder Euch neutral verhalten.

12.01.2019 17:47 • #11


Küstenperle

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also, von Trennungsterror kann hier wohl kaum die Rede sein @ManuelH - projizierst Du hier etwas aus eigener Erfahrung?
Und dass das Kind irgendwie Schaden nimmt, davon lese ich auch nichts.

Was ich aber nebenbei tatsächlich totalen Käse finde, wegen einem Kind in einer unglücklichen Ehe zu verharren. DAS macht auch was mit einem Kind. Eltern, die lieblos miteinander umgehen oder sich gar ewig in die Wolle kriegen weil keine Gefühle mehr da sind, Kinder kriegen das ja mit. Aber auch da, jeder wie er mag.

12.01.2019 17:59 • x 2 #12


ManuelH

Huhu Küstenperle ! Naja wichtig ist mir eigentlich was Jemand sagt und erwähnt. Scheint ein Trigger zu sein siehe Kind was eben explizit erwähnt wurde. Und scheint da auch der Kleber zu sein der wirkliches Loslassen verhindert. Vielleicht aus vermeintlich tollem Verantwortungsbewusstsein heraus. Keine Ahnung, sich ums Kind kümmern ist ja toll, kann man aber auch neutral.

12.01.2019 18:04 • #13




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