Trennung wegen Depressionen des Partners- Schuldgefühle

Brokendragonheart

Brokendragonhea.

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Hallo liebe Leidensgenossen...

ich habe mich hier heute angemeldet, weil ich auch mit meiner Trennung und in diesem Sinne auch zukünftigen Scheidung schwer zu kämpfen habe, mich in Selbstmitleid und Schuldgefühlen suhle und immer wieder hin und her gerissen bin zwischen meinen Gefühlen und Entscheidungen..

Auch wenns ein langer Text ist...aber vielleicht steckt ihr in einer ähnlichen Situation, könnt den einen oder anderen Ratschlag geben oder einfach nur eure Meinung dazu schreiben...

Es ist vermutlich schwierig die letzten 5 Jahre meiner Beziehung/Ehe zusammenzufassen...also versuche ich es in Kurzfassung:

Als ich meinen Mann vor mehr als 5 Jahren kennenlernte, wusste ich, dass er emotional schon viel erlebt hat--was genau da passiert ist, würde definitiv den Rahmen sprengen...nun ja, da er viele Jahre nicht bereit dazu war, sich in Therapie zu begeben oder darüber zu reden wurde unser Verhältnis immer schlimmer- er isolierte sich, wollte mit niemandem mehr was zu tun haben, hatte schlimme (!) aggressive Anfälle und wurde mir gegenüber immer beleidigender und abwertender.

Auch in Gegenwart von Freunden und Familie beschimpfte er mich und machte mich schlecht! Irgendwie hatte ich immer die Geduld und das Verständnis für Ihn nicht aufzugeben und die ganze Sch**** auf seine Vergangenheit zu schieben und immer (aber auch wirklich immer) eine Entschuldigung für sein Verhalten mir gegenüber zu finden...

Bis ihm dann Anfang diesen Jahres eine Depression diagnostiziert wurde, erst eine leichte, dann eine mittelschwere, bishin zu einer schweren Depression. Ich habe ALLES versucht, um ihm zu helfen, einen Therapieplatz zu finden etc etc etc...schön, hätten wir doch fast 1 Jahr auf die Therapie warten müssen..letztendlich musste ich ihn in der Psychiatrie einweisen lassen, nachdem ich einen üblen "Abschiedsbrief" von ihm gelesen hatte...(den er später in der Therapie verleugnete!)


Dort war er dann von August bis Oktober...aber statt einer Besserung wurde alles nur noch schlimmer und immer mehr und mehr grausame und teilweise auch kriminelle Details aus seiner Vergangenheit kamen ans Tageslicht und ich fragte mich ob ich diesen Mann tatsächlich kannte, oder wen ich da überhaupt vor mir hatte...der Abstand und die Gewissheit ihn dort in Sicherheit zu wissen, half mir erst ein bißchen zur Ruhe zu kommen..dann hatte ich schlimme Schlafstörungen, krassen Gewichtsverlust, eigene Suizidgedanken...und ich hielt durch...

Wenn ich ihn besuchte, dann lehnte er mich ab, wir stritten uns oder ich hatte auf einmal an ALLEM Schuld was gewesen ist...ich habe mich sogar auf eine kleine Paartherapie eingelassen...seine Aggressivität mir gegenüber wurde immer schlimmer und wenn er richtig wütend war, dann beleidigte er mich auch vor dem Therapeut- er würde es widerlich finden, wenn ich heule, diese Schwäche...

Er meinte in "hellen" Momenten das wäre seine Depri-nicht er-all die Jahre!Aber wie soll ich das einfach so wegstecken? Egal, was passierte, ob mir Gegenstände um die Ohren schmiss-DEPRESSION..seine Beleidigungen- DEPRESSION.....

Dann lernte er in der Anstalt eine Frau kennen und meinte die wäre genau wie ich-nur nicht so zickig...und traf sich ständig mit ihr und ging mit ihr Essen usw usw...jetzt hat er eine Therapiepause, geht Weihnachten wieder rein und wir sind räumlich getrennt...vor 3 Wochen habe ich ihn zum Frühstück, einen Spaziergang und einen abend zu zweit eingeladen..FAZIT: er redete nur von der neuen Frau, wie toll die doch ist, meckerte am Frühstück herum und es kam nichtmal ein klitzkleines Dankeschön...War das denn zuviel verlangt?

So lange Jahre habe ich nicht aufgegeben, weil er meine große Liebe ist/war...ich habe gelitten, ausgehalten und keine Beschuldigungen gemacht...aber gestern...ja gestern konnte ich meinen Herzschmerz nicht eine Sekunde länger ertragen und fuhr zu ihm und sagt ich wolle mich scheiden lassen...

Seine erste Reaktion?Er war nicht überrascht, hat mich gefragt warum ich das so lange durchgehalten habe und das er mich im Sommer durch sein Verhalten dazu bringen wollte ihn rauszuschmeissen! Ich hatte immer wieder Hoffnung er würde sich ändern, würde um mich kämpfen...So lange habe ich gehardert- hatte Angst ihn im Stich zu lassen...was soll das nur? Das tut soooo weh...

Die ganze letzte Nacht schrieb er mir, warum ich ihn so PLÖTZLICH verlasse...und das er noch ne Chance will...

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Das verstehe ich nicht...am liebsten würde ich allem Lebewohl sagen, das ist mir zuviel-ich habe Schuldgefühle und keine Ahnung wies weiter gehen soll...100001 Chance ja oder nein? Eisern bleiben, das Beste FÜR MICH entscheiden? Ich kann nicht mehr und hab Angst ihn wieder zu sehen...

Vielleicht hat er Recht- ich bin schwach...

21.11.2011 19:48 • #1


uli48


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Also, ich finde es toll, dass du so zu deinem Mann stehst. Da werde ich richtig neidisch. Wenn sich meine Partnerin mir gegenüber so verhalten hätte, dann gäbe es gar kein Problem.

Du scheinst an einem Helfersyndrom zu leiden? Nun hast du es geschafft ihn zu verlassen. Jetzt versucht er deine Schuldgefühle zu schüren. Entscheide dich ob das so weitergehen soll oder ein Ende haben wird. Vielleicht muss ihm erst klar werden dass er für sein Leben Eigenverantwortung übernehmen muss.

21.11.2011 20:02 • #2



Trennung wegen Depressionen des Partners- Schuldgefühle

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Elfie81


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Hallo Brokendragonheart,
ich habe ähnliches erlebt, näheres eventuell per PN, wenn Du magst....

Man darf sich selbst nicht verlieren, das ist das Schwerste und zugleich Wichtigste in einer Beziehung mit einem Menschen der unter Depressionen leidet, das scheint bei Dir geschehen zu sein.

Niemand kann Dir sagen, ob Du diese Beziehung weiterführen solltest oder nicht, Du würdest auch auf niemanden hören vermute ich...

es ist wichtig die Erkrankung so gut es geht zu verstehen, daher macht es Sinn entsprechenden Rat einzuholen, mir half auch sehr der Austausch mit anderen Angehörigen (z.B. in entsprechenden Internet-Foren)darüber läßt sich manchmal erahnen, was tatsächlich Abbilder des Krankheitsbildes sind oder ob es einfach nur vorgeschoben wird um sich mit manchen Dingen nicht auseinandersetzen zu müssen.....

Ich bin ehrlich gesagt bis heute aus manchem nicht so wirklich schlau geworden, auch die Trennung wirft nach wie vor viele Fragen auf.....

Ich habe meinen Freund geliebt und ich würde vermutlich wieder so handeln wie ich handelte, nämlich gegen jeden Sturm zu ihm stehen und ich bereue das auch nicht, obwohl es mir im Nachhinein dumm erscheint.

Es fällt mir schwer Dir einen Rat zu geben, ohne auf meine Geschichte im Detail einzugehen, wie gesagt vielleicht nochmal per PN?

Du bist jedenfalls nicht allein....wollte ich nur mal gesagt haben!

21.11.2011 20:16 • #3


Brokendragonheart

Brokendragonhea.


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Ich fühle mich schon ein wenig besser...alleine weil ich jetzt weiß, dass ich hier nicht die einzige bin...wie soll das nur weitergehen? Ich habe glaube ich den stetigen Kampf gegen die Depression verloren...

21.11.2011 22:07 • #4


Brokendragonheart

Brokendragonhea.


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@ Uli48...
Danke das du das so siehst! Man fühlt sich so oft unverstanden und als würde man all seine Kraft verschwendet haben und alle schauen nur auf dich und fragen sich wie man so dumm und so naiv sein kann, das auszustehen...

Das mit dem Helfersyndrom ist von dir kein schlechter Einwand...sowas ähnliches habe ich mir von SEINEM behandelnden Arzt auch angehört....Weiß du woran das liegt?Hast du da irgendeinen Tip für mich?

21.11.2011 22:10 • #5


Sun2


Hallo, erstmal Luft holen, powerfrau! Das was du geleistet hast bis jetzt, ist zu beachten und charakterlich auf hohen Niveau. Schuldgefühle? Wofür? Du hast getan und gegen was du konntest, in dem alter so lange ausgehalten zu haben und zu ihm zu stehen ist nicht selbstverstaendlich. Es ist schwer mit depressiven Menschen um zu gehen, ich kenne das von mir selber und ich weiß das man selber wollen muss. Wenn er sich schon so lange um eine Therapie gestraeubt hat wo soll das hin? Du bist 30 eine Frau im besten alter ) und mit Sicherheit eine Klasse Frau. Du musst dir keine Schuldgefühle geben du solltest jetzt auf dich und deinen Sohn gucken mit dem wissen das ein leben so nicht lebenswert ist... Ein depressiver Mensch kann sich ändert bzw er kann seine Eigenschaft akzeptieren und lernen damit zu leben aber dazu muss man bereit sein und in meiner Erfahrung ist diesen hin und her mit einer Art "shizophrinoie" vllt vergleichbar, das ist nicht Börse gemeint, bitte nicht falsch verstehen, aber du sagtest selber du hast deinen Mann nicht erkannt nach dem was raus gekommen ist aus der Vergangenheit. Wie viel Schmerz musst du haben um wach zu werden und dich als prioritaet zu sehen und drin leben und das deines Sohnes zu leben? Subaru denke ich genug ausgehalten.

21.11.2011 23:06 • #6


Brokendragonheart

Brokendragonhea.


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Ach SUN2..

ich bin gar keine Powerfrau...sonst hätte ich Ihn ja nun nicht verlassen,oder? Ich fühl mich ganz schwach, hab ich doch irgendwie das Gefühl aufgegeben zu haben!

Die Niederlage muss ich mir wohl eingestehen...

22.11.2011 20:05 • #7


uli48


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Es gibt Frauen, die suchen sich Männer die Sie aufbauen können und wenn Sie eine positive Veränderung dadurch in der Beziehung erkennen, dann wächst ihre Selbstbestätigung. Sie brachen dann die Anerkennung und den Dank des anderen. Es entsteht zwischen beiden ein Abhängigkeitsverhältniss seelischer Natur. Der eine will aufgebaut werden, der andere braucht die Anerkennung des anderen. Ich weiß nicht, ob das bei euch der Fall ist.
Vielleicht ist dein Mann jemand der sich äußerlich haßt ( weil er dich immer heruntermacht und sich so selbst bestraft; vielleicht braucht er das dich vor den Kopf zu stoßen?) aber innerlich liebt er sich selbst. Etwas narzisstisch? Narzissten reagieren auch so, wenn Sie sich in ihrem innersten bedroht fühlen.

25.11.2011 16:39 • #8


Fanta


Hallo zusammen!

Ich befinde mich zur Zeit in einer sehr schlimmen Trauerphase, die mit dem Thema hier auch zu tun hat. Nach drei 1/4 Jahren haben mein Freund und ich uns vorgestern getrennt.. Eine Depression hat sich bei ihm eingeschlichen, ich wollte die ganze Zeit für ihn da sein, hab versucht etwas aufrecht zu erhalten, was irgendwo verloren gegangen ist... Wir sind noch sehr jung, ich bin mit ihm im Alter von 17 zusammengekommen, da war noch alles so schön und toll. Jetzt zum Schluss hat er sich immer mehr von mir entfernt, mehr mit seinen Freunden gemacht, die nichts von seinen Problemen wussten, sich dabei betrunken und mich immer mehr vernachlässigt.. Nähe kam von ihm nicht mehr, immer war ich diejenige, die eine Umarmung oder einen Kuss eingeleitet hat, von ihm kam eine leblose oder lieblose Reaktion. Als wir uns ausgesprochen haben, hat er mir jedoch gesagt, dass ich ein toller Mensch bin, immer ein großer Teil in seinem Leben sein werde und seine erste große Liebe war. Und noch viele schöne Dinge mehr... Aber er könnte das einfach nicht mehr. In Therapie befindet er sich schon, aber bis er ganz geheilt ist kann es sehr lange dauern und er will mir das solange nicht antun, ich hätte was besseres verdient weinen .

Jetzt versuche ich darauf klarzukommen, hab immer diese Worte von ihm im Kopf... weiß aber, dass dieses Verhalten von ihm mir in den letzten Tagen oder auch Wochen sehr zugesetzt haben... Wir hatten so eine schöne Beziehung... Wir haben so viele schöne Dinge erlebt und jetzt ist er weg.. ich kann keinem mehr einfach so schreiben was ich gerade mache, fragen wie es ihm geht... nicht mit seinem Hund spazieren gehen... Es tut einfach nur weh weinen

26.07.2013 17:53 • #9


Fateless1983


hallo es tut mir leid was ihr durch gemacht hast. ihr und wir alle dürfen die Fehler nicht in uns suchen. wir müssen schließlich auf uns auch aufpassen, ich denke der Schmerz den wir erfahren, ist von ähnlicher Natur dass es schon fast lindernd wirkt das man nicht alleine ist.

ich habe die gleiche Erfahrung gemacht. die spontan entwickelte Kälte meiner Ex Partnerin von einem Tag auf den anderen, macht mich einfach fertig. ich konnte ihr nicht helfen. sie hat auch viel durchgemacht, leidet an Depressionen und das nicht ohne grund.

bei mir hat sie es jedoch schon nach kurzer Zeit aufgegeben leider uns keine chance gegeben und sich von einem! auf den anderen Tag sich isoliert. ihre mutter ist die einzige die zugang hat, ich kam noch nicht zu einer aussprache. sie könne nicht darüber reden, sie sagt sie habe probleme und muss erst alleine zurecht kommen. ich war vollkommen überrascht worden und genau das ist auch das was ich nicht verstehe. keine chance? keine zeit sie zu verstehen? ich habe angst das sie leidet aber darf ihr nicht helfen...
ich würde gerne mit euch erfahrungen austauschen, hier meine email ... fateless@web.de.

ich wünsche euch uns allen viel kraft.

05.10.2014 11:32 • #10


Sadlive


Hey,

Ich hoffe, ich kann euch zumindest ein wenig die andere Seite aufzeigen. Ich selbst leide seit mehreren Jahren an Depressionen, die mit der Zeit immer schlimmer wurden und seit 1/2 Jahr auch zu aggressiven Anfällen geführt haben. Der Grund für meine Depressionen geht schon etwas länger zurück und ich will jetzt auch nicht erklären, was genau passiert ist.
Eine erneute stationäre Therapie verweigere ich aus 2 Gründen:
1. Die Bedingungen dort waren damals unter aller Sau - mir wurde sogar meine Brille weggenommen, weil ich mich daran absichtlich ersticken könnte
2. Die Besserung hält nur kurz. 3 Wochen nachdem ich entlassen wurde, ging es mir besser aber danach verschlechterte sich mein Zustand wieder.
Vor 4 Jahren habe ich dann meinen jetzigen Freund lieben gelernt. Ich habe alles für ihn aufgegeben, nur um ihn glücklich zu machen. Das hat letztendlich dazu geführt, dass ich mein Abi anfangs nicht bestanden hatte. Seit gut 3 Jahren sind wir nun zusammen und ich gebe immer noch alles für ihn auf - sehr zu meinen Kosten. Letztes Jahr hat er sich eine Woche vor Weihnachten von mir "getrennt" mit der Begründung, er käme in seiner Ausbildung nicht weiter und brauchte Zeit für sich. Ich selbst hatte gerade mit meinem Traumstudium angefangen und weil bald Prüfungen anstanden, wollte ich mit der absoluten Lernphase anfangen. Doch wieder kam mein Freund mit seinen Aktionen dazwischen und ich war so traurig darüber, dass ich nicht ein Wort lernen konnte und natürlich durch alle Prüfungen geflogen bin. Ich habe für ihn all meine Träume aufgegeben und das hat mich wieder in die Depressionen gestürzt. Trotzdem habe ich um ihn gekämpft - schließlich ist er meine große Liebe - und ihn wiedergewonnen. Doch nun wollte er nicht vor unseren Eltern zu mir stehen und verbot mir, meinen Eltern etwas von uns zu sagen bis er 18 war. Ich willigte ein und unterdrückte meine Probleme mit meinen Eltern, die mit diesem Geheimnis kamen. Ich liebe meine Familie und es tut mir weh, dass ich nicht mehr normal mit ihnen umgehen kann weil ich ein Geheimnis vor ihnen habe. Und als endlich der lang ersehnte Tag seines 18. Geburtstags kam, eröffnete er mir, dass er es immer noch nicht schafft zu mir zu stehen, da seine Eltern ihm sonst den Geldhahn zudrehen würden. Diese Worte trafen mich und von da an begannen meine aggressiven Anfälle sich zu häufen. Doch ich wollte nicht, dass sie zwischen uns standen und ich suchte die psychische Beratungsstelle der Uni auf, zu der mein Freund nicht mitkommen wollte/konnte weil er den Garten seiner Eltern pflegen müsse. Zur Info: die Eltern sind nicht behindert oder so. Die Dame erklärte mir dann meine Möglichkeiten:
stationär in der Klinik
mind. 2 Jahre ambulant
oder mind 1 Jahr Tag-/ oder Nachtklinik
ich habe mich für ambulante Behandlung entschieden und habe meinen Freund gebeten, mich bei der Suche nach einem geeignetem Psychologen zu unterstützen, was er jedoch nie gemacht hat. Ich selbst habe nicht mehr die Kraft dazu jemanden zu suchen, da ich schon mehrere Versuche gestartet habe und mir niemand helfen konnte - es sogar teilweise noch schlimmer gemacht haben.
Meine Depressionen nahmen zu und ich hatte mittlerweile auch Suizidgedanken. Ich fing an zu ritzen und hatte immer ein Messer in greifbarer Nähe - konnte es bei meinen Anfällen, wenn ich alleine war, auch nicht mehr aus der Hand nehmen. Wenn jemand bei meinen Anfällen anwesend war, habe ich nie etwas in der Hand gehabt - ich wollte nie jemand anderen verletzen - aber ich habe es schon fast genossen, wenn mir Schmerzen zugefügt wurden damit ich mir selbst nichts antat. Schmerz ist das einzige, was mir in solchen Anfällen beweist, dass ich noch lebe und zu anderen Gefühlen auser Trauer fähig bin. Es mag absurd klingen aber es ist so.
Mittlerweile habe ich festgestellt, dass der Auslöser solcher Anfälle mein Freund ist. Immer wenn er mir verspricht, dass alles wieder gut wird und wir wenigstens dieses Weihnachten zusammen feiern werden - ich sehe dieses Fest seit seiner Trennung nicht mehr als Fest der Liebe sondern als Fest der Schmerzen - und er wieder etwas macht, was von seinem Versprechen wegführt, habe ich einen Anfall. Jedes Wochenende lässt er mich mit meinen Alpträumen alleine - ich kann seit Weihnachten nicht mehr alptraumfrei alleine schlafen - und fährt zu seinen Eltern, die ihn immer wieder mit Geld locken. Und weil seine diese seine anstrengende Ausbildung nicht unterstützen, kommt er immer aggressiv zurück und erwartet von mir, dass ich ihn in Ruhe lasse und alleine nach nem Psychologen suchen soll. Seine Worte: "Ich fahre nach Hause um Geld zu verdienen. Und die Ausbildung ist auch schwer. Das mache ich nur weil es später viel Kohle für uns beide gibt." Ich will aber nicht die verdammte Kohle in diesen Massen, die er mir verspricht. Ich will nichts anderes als seine Unterstützung, denn ich kann nicht mehr gegen meine Depressionen kämpfen. Ich habe Angst davor alleine zum Psychologen zu gehen. Bislang konnte mir keiner helfen und ich will nicht schon wieder an einen geraten, der mich nur enttäuscht.
Ich weiß nicht, ob ich euch damit helfen konnte, aber ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick geben, wie es sich angefühlt hätte, wenn ihr eure Partner nicht unterstützen würdet. Ich weiß dass irgendwo ein Schlussstrich sein muss - das will ich euch auch nicht übel nehmen - aber ihr könnt trotzdem stolz auf euch sein, dass ihr zumindest versucht habt euren Partner zu "retten". Wenn er/sie natürlich nicht mitmacht, könnt ihr ihm/ihr nicht helfen. Aber dann braucht ihr auch kein schlechtes Gewissen zu haben. Ich jedenfalls will da raus, ich brauche halt die Unterstützung, die ich leider nicht bekomme.

10.10.2015 19:43 • #11



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