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Trennung des Partners / Arbeit - schlechtes Timing

Grace_99

Grace_99

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Hallo ihr Lieben,
ich war lang nicht on, hatte im privaten einiges zu bearbeiten (und bin noch dabei).

Ich bin seit über 5 Jahren in einem Unternehmen tätig, welches mir (und den Kollegen) vor ca. 4 Wochen mitgeteilt hat, dass unsere Abteilung fremdverlegt wird, d. h. hier geschlossen und extern von einer Fremdfirma weiter geführt wird.

Dies war (ist) natürlich ein Schlag ins Gesicht und ich habe mich sofort an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht gewandt; mein Arbeitgeber hat so ziemlich alles falsch gemacht, was er falsch machen kann, aber die Entscheidung steht. Aufgrund der Fehler meines AG, werden die "natürlich" hoch honoriert, nutzt mir nur nicht wirklich was - weil Job weg und ich extreme Existenzängste habe. :(

Jedenfalls soll diese Woche alles (schriftlich) über die Bühne gehen, ich gehe ab nächsten Montag 3 Wochen in den Urlaub und so wie es dann aussieht - danach freigestellt. Meine "Wünsche" an den Rauswurf wurden abgenickt, d. h. es ist alles in "trockenen Tüchern". Ja, so. Aber natürlich nicht emotional. Ich bin völlig durch den Wind und wer weiß, dass ich 2 Kinder zu ernähren habe und keinen Unterhalt erhalte, kann sich denken, wie es mir geht. Schlussendlich muss ich (wieder) von vorn anfangen, muss mir einen neuen Job suchen usw. usf. - und habe natürlich große Angst, dass das nicht klappt.

Hinzu kommt: Mein Partner hat sich von mir getrennt - endgültig. Was für ein Timing.

Ich bin nur fertig, ich bete fast stündlich, dass ich das irgendwie alles schaffe, ohne zusammen zu klappen.

Ich sitze an meinem Schreibtisch, weine, ich kann nicht schlafen, ich habe solche Schmerzen in mir, dass ich denke, ich sterbe.

Diese endgültige Trennung - ich hatte gehofft, dass sie nicht kommt, dass wir, nachdem ich die letzte Woche hier bei meinem AG überstehe, Zeit haben uns wieder zu finden, uns wieder nahe zu sein, uns wieder als uns fühlen. Aber wir haben es nicht geschafft, wir haben uns mehr entfremdet als alles andere und jeder von uns hat gewartet / gehofft, dass der andere auf einen zukommt - was nicht der Fall war.

Ich habe einfach zu viel beiseite geschoben, nichts in den Angriff genommen - weil ich dachte - Hey, ich habe bald Urlaub, dann kann man alles regeln. Tja, Fehlentscheidung, Fehlgedanken. Aber ich habe so viel mit dieser Sache (Arbeit) zu tun - ich dachte, da wäre Verständnis vorhanden und Geduld.

Tja, das ist grad meins. Ich war lang nicht so am Boden.

Grace

17.07.2017 09:53 • #1


Holzer60

Holzer60

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Liebe Grace,

es tut mir sehr leid, dass ich solche Zeilen von dir lesen muss und ich fühle vollkommen mit dir. Leider gibt es jetzt wohl keine Worte, die dich wirklich aufbauen oder die dir wirklich helfen könnten.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft ! :trost:


LG Holzer60

17.07.2017 10:00 • x 1 #2


Grace_99

Grace_99


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Lieber Holzer,
nein, momentan gibt es überhaupt keine Worte.

Ich meine, ich bin schon so oft in der sch. gewesen, aber warum es ausgerechnet jetzt so geballt kommen muss - keine Ahnung.

Der Job hat mir immer viel Kraft gegeben, nun ist dieser weggebrochen, der Partner ist weggebrochen, ich fühle mich völlig haltlos und hab irre Angst und Schmerzen.

Mein Kopf kann das alles überhaupt nicht verarbeiten, ich fühle mich wirklich als wenn ich sterbe.

17.07.2017 10:06 • #3


Holzer60

Holzer60

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Liebe Grace,

ich kann mich sehr gut in deine Situation hineinversetzen und ich fühle auch wirklich mit dir, zumal ich ja weiß, dass du schon sehr oft leiden und kämpfen musstest.


VG Holzer60

17.07.2017 10:10 • x 2 #4


BeinHart

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Krass
tut mir leid für dich! :-(

An jedem Ebde eijes Tunnels gibt es Licht!

Auch diese Situation wirst du schaffen! Ganz sicher!

Kopf hoch! Du wirst nen neuej job finden, finanziell nicht untergehen und auch das Verlassenwerden irgendwann wieder hinter dir gelassen haben!

Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit!

Kopf Hoch
es kann immer noch schlimmer kommen :-(

Alles gute dir!

17.07.2017 10:15 • #5


Grace_99

Grace_99


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Ich weiß nicht, was noch schlimmer kommen könnte; Jobverlust und Partnerverlust sind schon heavy, da möchte ich bitte nicht noch schlimmeres erleben :(

17.07.2017 10:20 • #6


Idaho

moin grace,

klingt nach einem prima sommer *rolleyes*

wie lange/kurz ist die trennung von deinem partner her?
was ist passiert?

überraschender jobverlust, ja, ist totale shice, und zu recht beängstigend,
andererseits sieht der jobmarkt gut aus. ich weiss zwar nicht, als was du gearbeitet
hast, aber möglicherweise bedeutet berufliche neuorientierung eine verbesserung.

warst du schon beim arbeitsamt und co?

lass den schock erst einmal überhand nehmen. danach wird dein kampfgeist wieder erwachen.

ich weiss, man denkt in solchen situationen gerne "hab ich nicht genug mist mitgemacht?"
"wann kommt es endlich? dieses BESSER?"

du bist kein opfer, dass willenlos dem schicksal ausgeliefert ist.

dass sollte etwas sein, dass du dir immer vor augen halten solltest.

17.07.2017 10:30 • #7


kat333

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hallo grace....

das tut mir sehr leid für dich. habe dich hier immer mitverfolgt....hat mut gemacht zu lesen, wie
du dich weiterentwickelt hast, dinge in angriff genommen und geschafft hast.
ich denke, du bist für ganz viele ein starkes Beispiel hier....viele hätten sicherlich gerne deinen
mut, deine Courage....

mir geht es entfernt ähnlich wie dir....alleinerziehend, sohn 16
in einer Beziehung, aber mit vielen Schwierigkeiten....wird wohl über kurz oder lang auseinandergehen...
ich habe das gefühl, jetzt schon daran zu zerbrechen....
Job steht auch auf der kippe....entscheidet sich wohl im sommer, ob und wie es weitergeht...

ich habe nächte, da schlafe ich so gut wie gar nicht. habe ich das glück, einschlafen zu können, wach ich
nach 2 std wieder auf....das wars dann....bin nervlich und emotional am ende...Kleinigkeiten können bei
mir schon zum Nervenzusammenbruch führen...

habe mir nummern von Psychiatern und einer Psychotherapeutin besorgt....werde ich morgen gleich anrufen...

tagsüber kann ich es kaum erwarten, dass abend/nacht ist....weil ich den tag fast nicht schaffe...
nachts lieg ich dann grübelnd im bett, kann den morgen nicht erwarten....nicht zum aushalten...

ich weiß nicht, wie das alles weitergehen soll......deine schmerzen kann ich so gut verstehen,
und es tut mir so leid für dich....du hast so viel getan....an dir gearbeitet....das schafft nicht jeder...

verlier jetzt nicht deinen mut....ich bin mir ganz feste sicher, auch das wirst du schaffen

:knuddeln:

17.07.2017 10:31 • #8


Sway82

Sway82

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Ach liebe Grace, das tut mir so leid zu hören!
Keine Ahnung, aber das Leben ist schon manchmal ein richtiges Ar.schloch. Als würde das eine nicht reichen, wirft es noch ne zweite große Baustelle hinterher.
Aber wie sagt man so schön: man bekommt vom Leben nur das aufgebürdet, was man auch verkraften kann.
Klingt vielleicht bescheuert und hilft dir jetzt auch erstmal nicht. aber ich denke, wie die anderen hier auch, du wirst das schon machen. Du schaffst das!
Eins nach dem anderen!

Bist du finaziell aber dennoch erst mal abgesichert? Gibt es ne Abpfindung oder dergleichen?
Urlaub und dann erstmal freigestellt ist wohl gerade das richtige für dich. Zeit alles zu sortieren.

17.07.2017 10:32 • #9


Grace_99

Grace_99


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Liebe Idaho,

die Trennung ist frisch, sie kam Samstag Abend. Da mein Ex von endgültiger Trennung sprach und seine Kinder schon in Kenntnis gesetzt hat, ist sie das -endgültig.

Ich bin gelernte Bürokauffrau, spreche fließend Englisch und sitze im Vertrieb als Büroassistenz. Sicher sieht der Arbeitsmarkt gut aus, aber ich muss erst einmal dahin kommen, dass aus der Vielzahl der Bewerbungen ein Personaler sagt "Die möchte ich kennenlernen".

Nein, Arbeitsamt und co. war ich noch nicht, da mein Vertrag bis 31.01.2018 läuft, ich also noch Zeit habe. Und in der momentanen Verfassung krieg ich eh nichts auf die Kette.

Was passiert ist? Wir haben uns entfremdet, Vorwürfe, Mißtrauen, die Palette von A - Z, die jedes Paar durchmacht (mal mehr, mal weniger). Das Wir-Gefühl ist abhanden gekommen, keine Ahnung. Ich habe nicht mehr gesprochen, er auch nicht, wir saßen uns wie Fremde gegenüber. Hinzu kam die Belastung mit meinem AG - eins ergab das andere.

Ich fühle mich aber gerade wie ein Opfer.

17.07.2017 10:36 • #10


Grace_99

Grace_99


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Hallo @kat333 und @Sway82

Danke für eure Worte.

Ich weiß nicht, ist das wirklich so, dass man nur aufgebürgt bekommt, was man verkraften kann? Warum fühlt es sich dann nicht so an, als wenn ich es ertragen / aushalten kann?

Ich habe auf die Abfindung "verzichtet", d. h. die Abfindung wurde auf den Lohn umgelegt, so dass ich noch bis 31.01.2018 in Lohn und Brot stehe, Ende Nov. das Weihnachtsgeld noch zu 100 % bekomme sowie ein Zeugnis mit der Note 2 (die auch stimmt).

Ich bin so froh, dass ich noch bei der Therapeutin bin. Ich bin zwar nur noch alle 2 Wochen dort und habe auch nicht mehr viele Stunden, aber zu wissen, dass ich da wenigstens 45 Minuten im geschützten Raum habe, tut gut zu wissen.

Ich muss irgendwie / irgendwo Kraft her bekommen. Und die Schmerzen aushalten, ich weiß nur echt nicht wie. :(

17.07.2017 11:23 • #11


Idaho

gut ist, dass du nicht gleich um haus und hof fürchten muss.
bis januar wirst du mit sicherheit wieder stabil sein.

anrufen und fragen bei AA kannst du ja schon, bevor dir evtl. nachteile entstehen. (kenn mich da nicht so aus)
gab es anzeichen für einen jobverlust?

wenn die beziehung so zerrüttet war, warum hast du nicht die reissleine gezogen und sie beendet?

frage das deshalb, weil ich mir vorstellen kann, dass verlassen zu werden
noch mal mehr schmerzt als selbst zu verlassen. egal, wie wenig erfüllend die partnerschaft war.

auch wenn's schwer fällt, versuch den nächsten tagen/wochen struktur zu geben.

17.07.2017 11:28 • #12


Sway82

Sway82

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Im Moment fühlt sich das alles viel zu schwer und unerträglich an. Das ist klar. Und wird auch im Moment so sein.
Aber letzendlich ist es erträglich. Du wirst das ertragen und daraus kommen. Ich bin ganz sicher.
Deine Therapeutin wird dir da auch eine große Stütze sein. Sehr gut, dass du da noch hingehst und dort auch sicher Kraft tanken kannst. Schritt für Schritt, nach und nach wirst du stärker und gehst durch diese Schei*** durch.

Seh gut, dass du bis Ende des Jahres finaziell abgesichert ist. Das macht diese Baustelle für den Moment etwas kleiner und du kannst dich jetzt erstmal auf dein Inneres konzentrieren und die Trennung angehen. Neue Arbeit etc. suchen wir dann im zweiten Schritt wenn du dich ein wenig besser und stärker fühlst.

17.07.2017 11:29 • #13


kat333

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@Grace

ich glaube nicht, dass man nur aufgebürgt bekommt, was man verkraften kann...

ich glaube einfach, dass man keine andere Wahl hat, als es zu verkraften....oder mindestens
weiterzumachen....

ich denke, es gibt viele dinge, die man in seinem leben nicht wirklich verkraftet hat. man hat sich eben nur
einfach dran gewöhnt, gelernt, damit umzugehen.....oder ohne zu sein, anzunehmen...

aber ob das immer "verkraftet" ist.....keine Ahnung

wenn ich jetzt an deiner stelle wäre, ich weiß, leicht gesagt....
würde mir jetzt erstmal zeit nehmen, die Trennung anzunehmen.....da du ja bis Januar dein Geld noch hast,
würd ich erstmal versuchen, dass ein bissl zur seite zu schieben....mich mit der Trennung auseinandersetzen, da wieder
ein bissl zu Kräften zu kommen....loszulassen....

und mit neuer kraft mir dann arbeit suchen....wenn du soweit bist...und auch den kopf dazu hast....

was ist denn aber das schlimmste für dich grade....jobverlust oder der verlust des Partners?

Geh nach deinem gefühl

17.07.2017 11:32 • #14


Grace_99

Grace_99


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Liebe @Idaho @Sway82 @kat333

Nein, es gab keine Anzeichen eines Jobverlustes, im Gegenteil, uns wurde das wirklich aus dem off mitgeteilt. Es wurden auch keine anderen Arbeitsplätze angeboten (obwohl intern gesucht wird), es wurde auch keine Sozialauswahl vorgenommen. Dies sind alles die Nachteile, die der AG begannen hat und daher wäre eine Klage auf Widereinstellung mit Erfolg gekrönt, aber will man das? Wen man los werden möchte, den will man los werden und unter diesen Voraussetzungen wollte ich hier nicht bleiben. Daher konnte die Anwältin die ich mir genommen habe (die Kollegen haben im Übrigen auch sie gewählt), das rausholen was rauszuholen war.

Dem AA habe ich übers Kontaktformular auf deren Seite eine Email gesandt, mit der Bitte um einen Termin, bis dato kam nur eine Bestätigung, dass die Email eingegangen ist.

Ich weiß gar nicht ob ich die Beziehung so destruktiv gesehen habe, kann ich dir ehrlich nicht sagen Idaho. Ich glaube nicht. Ich habe ernsthaft daran geglaubt, dass wir uns lieb haben. Und das die Zeit hilft.

Der Jobverlust macht mich total fertig, die Trennung auch, ich kann gar nicht sagen, was mich mehr schafft.

Eins der Hauptthemen in der Therapie war ja "Liebe dich selbst. Nehm dich an. Baue den Selbstwert auf". Habe ich, durch die Arbeit, ich habe mich gewertschätzt gefühlt, angekommen, konnte mich mit dem AG identifizieren, auch wenn ich in letzter Zeit viele Gedanken hatte, mich woanders zu bewerben - weil ich hier nicht vorangekommen wäre. Nun, es ist einfach darüber zu "träumen", wenn man fest im Sattel sitzt. Wenn man allerdings aus diesem Sattel gestoßen wird, ist die Perspektive wieder anders (Existenzangst).

Bei meiner Beziehung hab ich mich nicht mehr angenommen gefühlt, also als wenn wir uns fremd geworden wären. Schleifen lassen, "wird schon wieder", nicht mehr wirklich bemüht, nur noch auf die "Fehler" des anderen geschaut. Und halt auf die Zeit gesetzt "wird besser. Lass den Urlaub erstmal kommen. Lass mich die Zeit beim Arbeitgeber überstehen". Generell Zeit um das alles zu verarbeiten. Dabei aber den Partner nicht mehr wahr genommen, seine Bedürfnisse nicht mehr (also von beiden Seiten), ich wieder in die Ich-Spirale zurückgerutscht "Ich werde das und das machen, Ich, Ich, Ich" - kein wir; dass muss ich mir ankreiden.

17.07.2017 11:50 • #15






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