Teacher-91
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Ich habe mich während des ersten Corona Lockdowns öfters mit einer Kollegin getroffen. Sie war dort frisch wenige Monate von einer 10-jährigen Beziehung getrennt. Ihr Ex hatte sie damals betrogen und sich dann getrennt. Ihr tat die Zeit mit mir sehr gut, wir waren öfters am See oder haben uns auf einen Kaffee getroffen. Es war zu diesem Zeitpunkt klar, dass wir uns nur freundschaftlich treffen. Irgendwann letztes Jahr um Neujahr haben wir angefangen zu kuscheln. Auch da war von beiden Seiten alles geklärt, dass es uns beiden einfach gut tut und keine Gefühle im Spiel sind. Dann kam es dazu, dass wir im März oder April 2021 das erste Mal miteinander geschlafen haben. Von diesem Zeitpunkt an waren wir uns beide nicht mehr sicher, ob wir wirklich nur freundschaftliche Gefühle füreinander haben. Es lief einige Monate so weiter und ich habe gemerkt, dass sich bei ihr etwas entwickelt und sie bereit wäre für eine Beziehung. Sie hat mich in dieser Zeit ab und zu direkt gefragt, ob ich ihr eine Tendenz geben kann, ob wir uns noch freundschaftlich treffen oder ob ich auch Gefühle habe. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir meiner Gefühle noch nicht klar, weil sie ja aus einer Freundschaft entstanden sind und diese nicht deutlich abgrenzen konnte.
Ich hatte beruflich und privat großen Stress und war wie in mir selbst gefangen. Ich konnte es nicht aussprechen, dass ich auch Gefühle für sie habe obwohl es eigentlich eindeutig war. Ich habe ihr da immer gesagt, dass ich es kleinschrittig angehen möchte und meine Zeit brauche, um mich voll drauf einlassen zu können.
Im August habe ich Schlüsselmomente für mich erlebt, in denen ich einen ganz klaren Blick auf die Sache bekommen habe. Durch die Sommerferien haben wir uns zwangsläufig nicht jeden Tag auf der Arbeit gesehen. Wir haben uns 1x pro Woche getroffen und den Rest der Zeit hatten wir Abstand. Dieser Abstand hat mir geholfen, mir meiner Gefühle klar zu werden. Ich war auf einer Hochzeit und im Urlaub mit Freunden und wurde von mehreren Frauen angesprochen und mir wurde bewusst, dass mein Herz vergeben ist und ich nur diese eine Frau in meinem Leben möchte.
Sie war zur gleichen Zeit mit ihrer Schwester im Urlaub und einige Wochen später hat sie mir gesagt, dass sie diesen Urlaub eigentlich dazu nutzen wollte, um mit uns abzuschließen, da sie nicht wusste ob das noch zu einer ernsthaften Beziehung führen kann. Als wir aber zurück aus dem Urlaub waren, haben wir uns wieder getroffen und sie hat gemerkt, dass sie emotional nicht von mir wegkommt. Sie wollte mich im August aber vor keine Entscheidung stellen, weil sie Angst hatte, dass ich mich gegen sie entscheide und sie mich komplett verliert.
Ich habe ihr dann ein paar Wochen später meine Gefühle gestanden und gesagt, dass ich sie liebe. Sie wurde aber von dieser Situation so überfahren, dass sie komplett überfordert war. Sie hatte zu dieser Zeit begonnen Zweifel an uns zu bekommen und wollte mich eigentlich tatsächlich vor die Wahl stellen. Ich bin ihr aber zuvor gekommen und habe das geäußert was sie sich schon längere Zeit gewünscht hatte. Aber die Beziehung konnte sie nicht direkt eingehen. Sie hat gerade allgemein eine schwierige Phase im Leben, fühlt sich schnell gestresst, ist auf der Arbeit sehr eingespannt und weiß gerade generell nicht was sie in ihrem Leben möchte. Und tut sich allgemein schwer, Entscheidungen zu treffen und fühlt sich durch feste Treffen mit mir aber auch mit Freunden sehr eingeengt. Sie hat das Gefühl gerade niemandem gerecht zu werden. Ich habe auch das Gefühl, dass die alte Beziehung noch nicht komplett abgeschlossen ist, weil das Thema seit meinem Liebesgeständnis wieder deutlich präsenter geworden ist.
Die letzten Monate waren dann jetzt ein ständiges Auf und Ab. Zunächst hat sie gesagt, sie weiß nicht, ob es funktionieren kann, weil wir noch keinen gemeinsamen Alltag erlebt haben. Dann haben wir mehr den Alltag miteinander verbracht, beieinander übernachtet und gemerkt, dass wir sehr gut harmonieren. Sie sagt auch, dass sie gemerkt hat, dass alles passt. Aber sie hat sich dadurch auch eingeengt gefühlt.
Wir haben uns dann ein weiteres Mal zusammen gesetzt und besprochen wie wir weiter vorgehen können. Wir haben dann durch die Schulferien eine Woche Kontaktsperre eingelegt. In dieser Zeit hatte sie oft das Bedürfnis mir zu schreiben, hat mit meinem Pullover gekuschelt um mir nahe zu sein. Aber wirklich klarer wurde sie sich nicht.
Eine längere Kontaktsperre war nicht möglich, weil wir uns auf der Arbeit jeden Tag sehen.
Ich habe dann den Vorschlag gemacht, dass wir ein paar Schritte zurück gehen und über Dates endgültig zueinander finden. Sie hat sich darauf eingelassen und es hat sich tatsächlich etwas bei ihr entwickelt. Nach dem dritten Date hatte sie nach eigener Aussage das Gefühl, mich fragen zu wollen, ob ich ihr Freund sein möchte. Aber jedes Mal wenn sich die Situation ergeben hätte, hat sie innerlich so einen Stress gespürt, dass sie es nicht aussprechen konnte.
Seither verbringen wir viel Zeit miteinander. Sehen uns alle paar Tage, unternehmen schöne Dinge miteinander und verbringen die Nacht zusammen. Jetzt über die Feiertage waren wir teilweise 2-3 Tage am Stück zusammen. Wir erleben sehr intensive Momente, die sie so auch zulassen kann. Doch jedes Mal wenn es zu ernst wird, fühlt sie sich gestresst und zieht sich wieder zurück. Sie sagt selbst, dass die alte Beziehung noch wie eine Wolke über ihr hängt. Ihr ist es aktuell am liebsten, wenn unsere "Beziehung" nicht als solche bezeichnet wird, weil sie es noch nicht so stark fühlt, dass wir uns ganz offen unseren Familien und Freunden vorstellen können.
Das Ganze dümpelt jetzt nun über drei Monate so vor sich hin ohne dass sie es schafft über ihren Schatten zu springen. Gestern meinte sie, dass es aktuell einfach auch nicht die Zeit ist, dass sie mega euphorisch sein kann.
Was denkt ihr, macht es Sinn daran festzuhalten und ihr weiterhin die Zeit zu geben bis sie einen klaren Kopf hat?