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Trennung wegen Midlife Crisis

GastAmSonntag


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Zitat: Seiner Noch- Ehefrau schreibt er garnix, obwohl er genau weiß, dass ich das mit seiner Entlassung erfahre, denn unsere Nachbarin und Freundin arbeitet auf der Station im Krankenhaus. Sie hat ihn sogar gesehen als er gegangen ist. Peng - einfach mal so verschwunden. Total egal was Frau, Verwandte, Freunde sich für Sorgen um ihn machen.

Nun ja. Er weiß höchstwahrscheinlich nicht, was er sagen soll. Dass er verschwindet für ein paar Tage, finde ich sogar irgendwie verständlich. Das bedeutet doch, dass das an ihm nicht spurlos vorbeigeht. Das er irgendetwas empfindet, sonst würde er nicht nachdenken. Er versteht es im Moment wohl nicht, was, doch etwas geht in ihm vor. Wenn du ihm egal gewesen wärest, würde er wahrscheinlich sich ganz anders aufführen...

14.11.2015 17:24 • x 1 #16


mittendrin

mittendrin


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Heute morgen ist er plötzlich hier aufgetaucht. Ich fragte wo er war, wer ihn abgeholt hat. Er sagte es gäbe eine neue Frau in seinem Leben. Dann fragte ich was er dann hier wolle. Und da meinte er allen Ernstes er könne ja weiter hier wohnen, im Gästezimmer, bis er eine Wohnung gefunden habe. Da bin ich ausgerastet und hab ihn angeschrien, dass ich sein verlogenes Gesicht nicht hier haben will. Er war sehr geschockt. Ich hatte das Gefühl er hat weiter mit meiner unerschütterlichen Liebe gerechnet und dachte ich mache mir sofort wieder Hoffnung. Er hat sich dann ein paar Mal widersprochen was diese andere Frau betrifft, plötzlich hieß es er habe mit ihr nichts, als ich sagte er könne doch zu ihr ziehen. Er habe sie nur gern und sie ihn auch. Wir haben ein paar Sätze gewechselt, sehr kühl, ich habe ihm gesagt, dass ich den Mann der er geworden ist nicht mehr liebe und dass ich nun an mich denken muss. Er hat dann ein paar Sachen zusammengepackt und ist gegangen.

Später rief mich eine gemeinsame Freundin an und erzählt er sei dort gewesen. Er hätte sehr verzweifelt gewirkt und ihr erzählt, dass er keine Neue habe, er habe mir das nur gesagt, aber es stimme nicht. Noch zwei Stunden später hatte ich mehrere Anrufe auf dem Handy, hatte aber Besuch und es nicht bemerkt. Hab ihn dann zurück gerufen. Er war sehr still, konnte mir garnicht sagen warum er mich angerufen hatte, redete davon, dass er alles falsch gemacht habe, vor allem die Aktion mit der Entlassung aus dem Krankenhaus sei falsch gewesen. Er bettelte mich an ich möge ihm den Kontakt zu meinem Enkelkind nicht verbieten. Ich habe ihm gesagt, dass ich das nie vor hatte, denn mein Enkel hat eine sehr enge Beziehung zu ihm und er könne ihn jederzeit bei seiner Mutter abholen. War alles sehr merkwürdig. Er hat wieder betont, dass er mich nicht mehr liebt. Aber er hat geweint. Ich hab ihm dann vorgeschlagen, dass wir vier Wochen am besten keinen Kontakt haben sollten, nur wenn es um etwas organisatorisches geht, und uns danach in einem Cafe treffen könnten um weiteres Details der Trennung in Ruhe und mit etwas Abstand zu besprechen.

Es ist alles widersinnig und wirr was er tut und sagt. Versteht kein Mensch.
Ich jedenfalls habe gemerkt, dass er mir nur leid tut.
Ich habe heute seine Kleidung gepackt und in die Werkstatt gestellt, wo er sie jederzeit abholen kann.
Das wars für mich.
Ich trauere, ich vermisse den Mann der er einmal war, aber ich fühle mich auch stark und schaue nach vorn.

14.11.2015 22:33 • #17



Trennung wegen Midlife Crisis

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Yosie

Yosie


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Puh, @mittendrin, das ist krass, was da bei dir gerade passiert. Aber ich finde gut, dass du ganz bei dir bleibst, auch wenn es weh tut. Das du eine gesunde Haltung gefunden hast, zu akzeptieren, dass er nicht mehr will und es dich nicht umhaut. Meinen Respekt hast du dafür! Du zeigst eine enorme innere Stärke!

Selbstliebe

14.11.2015 23:05 • x 1 #18


Bolrog


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Wie gesagt, er dürfte ziemliche Probleme haben aber das ist seine Sache.

Du machst es jedenfalls richtig, lass dich nicht verletzen.

14.11.2015 23:10 • x 1 #19


mittendrin

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Liebe Selbstliebe,

ich weiß nicht ob ich so stark bin. Wenn ich es wäre, hätte ich das ganze garnicht so lange ertragen. Hätte mich nicht so lange kalt und abweisend und erniedrigend behandeln lassen und ihn dennoch um einen Funken Liebe angebettelt...

Ich habe einen Schlussstrich gezogen, weil ich nicht mehr vergebens hoffen und leiden will. Ich will wieder glücklich und selbstbewusst durchs Leben gehen. Weh tut es trotzdem und Tränen gibt es auch.
Aber ich hab wundervolle erwachsene Kinder, einen vierjährigen Enkel, der mein ganzer Stolz ist und gute enge Freunde. Sie sind die ganzen Tage schon für mich da und sorgen dafür, dass ich mir alles von der Seele reden kann.

14.11.2015 23:32 • #20


Yosie

Yosie


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Zitat:
Ich habe einen Schlussstrich gezogen, weil ich nicht mehr vergebens hoffen und leiden will. Ich will wieder glücklich und selbstbewusst durchs Leben gehen. Weh tut es trotzdem und Tränen gibt es auch.


Ja, aber darum geht es doch, du hast einen Schlussstrich gezogen, das zeigt doch deine Autonomie und deinen Willen, auf ein glückliches Leben. Niemand ist auf der Welt, um unnötig zu leiden. Das was man tun kann, um eine Scheibe abzukriegen vom Glück sollte man auch tun.

Und selbst dann hat man es nicht in der Hand....man lebt eben in einem System, wo so viele Dinge einfließen, und wer weiß schon, was morgen passiert. So bleibt es jedenfalls spannend, weil du dir den Weg ins Glück freischaufelst und nicht in der * mal glücklichen Vergangenheit * verharrst, sondern im Hier und Jetzt, bei dir bleibst!

15.11.2015 09:20 • #21


Chrispe


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Mein Mann tut sich seit dem 49. Geburtstag mit dem Alter schwer. Im Urlaub Anfang September noch die Aussage: Ich bin so gerne mit Dir verheiratet. Kurz vor seinem 50. Geburtstag fuhr er Mitte September mit Freunden übers WE in den Urlaub und da ist es dann passiert. Eine andere Frau hat ihn so beeindruckt, dass er völlig aus der Umlaufbahn kam und sich ein 10wöchiges Sich -Nicht-Entscheidenkönnen mit Chance geben etc. anschloss. Er hätte so einen Lebenshunger, wer weiß wie lange man noch lebt, was soll noch kommen, mehr Spannung und Ausgelassenheit und Party, Anfang November dann noch die Zusage ich will wieder in mein altes Leben und eine Woche später Absturz die ganze Nacht über, Zweifel und chatten auf einem Dating-Portal. Am Morgen dann die Aussage, ja dann müssen wir uns jetzt trennen, er würde ausziehen und er ging zu seinem Freund zunächst. Diesen Samstag bezieht er seine neue Wohnung und eine Frau aus dem Singleportal ist auch schon da.
Ich kenne ihn nicht mehr, bin völlig paralysiert. 29 Jahre Beziehung, 23 Jahre Ehe, zwei Kinder.
Seine Erklärung ein Bleiben wäre nur Bequemlichkeit, er liebt mich nicht mehr wie eine Ehefrau, er hat in der Woche bei seinem Freund unser Zuhause nicht vermisst. Alles bricht zusammen.

26.11.2015 12:32 • #22


mittendrin

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Liebe Chrispe,
das kommt mir ja sooooo bekannt vor. Gottseidank war ich nicht schon so viele Jahre mit meinem Ex zusammen, sondern nur sieben und wir haben auch keine gemeinsamen Kinder. Schlimm wars trotzdem und ich kann mir jetzt gut vorstellen wie du dich fühlst. Man kommt sich so weggeworfen und erniedrigt vor und als wäre alles was vorher war jetzt im nachhinein plötzlich verlogen und wertlos.
Ich dachte eigentlich immer wir hätten eine sehr ehrliche Beziehung. Und wenn es so wäre, dass die Liebe zuende geht, dann könnten wir das ehrlich sagen. Ich hab aber zwei Jahre nur gehört sein verändertes Verhalten hätte mit mir nichts zu tun. Obwohl sichs im Nachhinein doch herausgestellt hat, dass er mich nicht mehr genug geliebt hat.
ABER. Es ist egal. Menschen ändern sich. Gefühle ändern sich. Ziele ändern sich. Ich akzeptiere das jetzt und lasse los was war. Damit geht es mir erstaunlich gut. Ich sehe diese Veränderung in meinem Leben als Chance, dass etwas neues viel Besseres kommen wird. Das heisst nicht, dass ich nicht nochmal traurige oder wütende Gedanken habe. Aber sie bestimmen nicht mehr meinen ganzen Tag. Ich bin jetzt auch neugierig auf das Neue. Und ehrlich gesagt kann ich sogar schon ein wenig die Freiheit geniessen die diese Trennung mir gebracht hat.

HOFFNUNG ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.
Das finde ich ist ein wundervoller Satz.
Und dass du diese Überzeugung gewinnen kannst und es schaffst Schritt für Schritt die nagenden negativen Gedanken und Gefühle los zu werden, das wünsche ich Dir sehr!

28.11.2015 10:01 • #23




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