Saskia83
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Vor etwa einem Jahr hat er mir von einer Kollegin (14 Jahre jünger als er)erzählt, die er wohl gut findet. Er hat es ihr auch gesagt und um Abstand gebeten. Das hat auch einige Monate funktioniert, aber durch die Arbeit ist man sich zwangsläufig immer wieder über den Weg gelaufen. Vor ein paar Monaten hatten sie dann wieder mehr Kontakt. Er hat mir davon erzählt und offen mit mir darüber gesprochen, weil es ihn arg beschäftigt hat. Nun habe ich vor 4 Wochen mitbekommen, wie er ihr abends vorm Schlafen gehen schreiben wollte, wir haben gestritten und irgendwann hat er zugegeben, dass er in die Kollegin verliebt ist. Er liebt mich aber, er liebt unser Leben, ist glücklich, er weiß ja auch, was wir in den Jahren schon alles gemeinsam durchgestanden haben (wir haben Anfangs zusammengearbeitet, dann hatten wir eine Wochenendbeziehung, weil er nochmal eine Ausbildung zum Bundespolizisten begonnen hat, Kinderwunschbehandlungen etc). Körperlich ist bis dahin noch nichts passiert (und das glaube ich auch, weil ich Chats von den beiden gelesen habe, was eher auf ein oberflächliches Flirten als auf eine Affäre hindeutet). Ich habe aber gemerkt, dass es ihm schon seit Wochen nicht gut ging, er hat weniger gegessen, nicht mehr gut geschlafen, vermehrt Alk. getrunken etc. Ihn hat sein schlechtes Gewissen aufgefressen und er hat keine Lösung für das Problem gefunden.
Wir haben in der nächsten Zeit viel geredet, er war auch zweimal bei einem Therapeuten, um Lösungsansätze zu finden. Beim ersten Termin war der Therapeut wohl auch mit seinem Latein am Ende, weil es eben nicht diese typische "nach Jahren der Beziehung in ein sexuelles Abenteuer gerutscht" Situation ist, sondern bisher noch gar nichts körperliches bei den beiden passiert ist.
Da er ja mehrmals versucht hat, den Kontakt abzubrechen, und das nicht geklappt hat, gab es eigentlich keine andere Möglichkeit mehr, als dass er sich mal privat mit ihr trifft und zu hoffen, dass der Zauber dann vielleicht verfliegt. Dem war leider nicht so, sie können sich beide eine Beziehung miteinander vorstellen und es gab wohl auch einen Kuss (wie ich ein paar Tage später erfahren habe). Daraufhin haben wir uns ein paar Tage nicht gesehen, hatten auch keinen Kontakt auf meinen Wunsch hin und ich habe mich in dieser Zeit dazu entschieden, mich zu trennen, weil ich das einfach alles so nicht mehr aushalte, die schlaflosen Nächte, nichts essen zu können, stalkingmäßig immer wieder zu schauen, wann er das letzte Mal online war etc. Wir haben beide sehr viel geweint, er teilweise sogar mehr als ich.
Der zweite Termin war dann glaube ich der Durchbruch für ihn und er hat erkannt, dass er sein Leben (wie auch immer) verändern will. Die andere Frau ist dabei wohl eher eine Nebenbaustelle, wo er selbst sagt, er weiß ja gar nicht,ob das überhaupt klappen kann. Die hatten ja nie eine unbeschwerte Verliebtheitsphase, sie ist 14 Jahre jünger als er und hat riesen große Angst, dass das mit uns wieder was werden könnte und ist dadurch extrem eifersüchtig etc.
Er sagt, er fühlt sich aktuell mit sich im Reinen und ich wünsche ihm, dass er das findet, was er gerade sucht: den Sinn in seinem Leben. Er ist schon auf der Suche nach einer möblierten Wohnung und ist nun erstmal bei seinen Eltern untergekommen. Mit ihr zusammenzuziehen ist absolut keine Option. So viel Verstand ist wohl zum Glück noch vorhanden.
Für mich hört sich das alles so nach ausgeprägter Midlife Crisis an und wir haben beide nicht ausgeschlossen, ob wir nicht irgendwann nochmal zueinander finden. Ich muss ihm einfach auch zu Gute heißen, dass er von Anfang an ehrlich zu mir war, das Problem erkannt hat und auch immer wieder versucht hat, eine Lösung zu finden. Er ist in meinen Augen nicht diesses klassiche A*loch, was sich dem Ganzen einfach mal hingegeben hat, um zu gucken, ob das mit der Neuen überhaupt klappt oder nicht. Er hat mir sogar noch einen Adventskalender gekauft, wir haben für nächstes Wochenende einen Trip mit Freunden von ihm gebucht, weil er selbst bis vor 2 Wochen noch dachte, dass wir es hinkriegen können. Für ihn kam das Ende glaube ich genauso überraschend wie für mich. Ich kann in ihm auch nicht das A*loch erkennen
Meint ihr, da gibt es noch irgendwie Hoffnung, dass das wieder werden kann? Ich rede jetzt nicht von "er kommt zurück und wir tun so als wäre nichts gewesen". Mir ist bewusst, dass da viel kaputt gegangen ist und wir das aufarbeiten müssten.
Ich versuch mich nun erstmal auch irgendwie auf mich zu konzentrieren, was sich aber durch unsere gemeinsamen Hobbies irgendwie als ziemlich schwer rausstellt. 😔 Irgendwie ist mein komplettes Weltbild zerstört, dass wenn man eine gesunde und glückliche Beziehung führt, dass dann trotzdem von jetzt auf gleich vorbei sein kann.
Danke für das Lesen bis hier hin. Würde mich über eure Gedanken zu dem Thema freuen.