Burg
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heute benötige auch ich mal euren Rat und eure Einschätzung. Ich wende mein Leben seit zwei Wochen immer mehr zum positiven, mache wieder viel Sport, treffe alte Freunde, akzeptierte immer mehr.. aber ihr kennt das ja.
Vorgeschichte
Meine nunmehr Ex-Freundin (18) und ich (23) waren nun ein gutes Jahr zusammen. Unseren Jahrestag haben wir noch zusammen verbracht, ab dem Samstag darauf brach sie plötzlich den Kontakt ab. Es folgten zwei Wochen mit insgesamt drei Treffen, das letzte hatte als Ergebnis dann die Trennung.
In den zwei Wochen ging quasi sämtlicher Kontakt von mir aus, Abwimmeln bei Anrufen, keine netten Worte mehr bei Whatsapp.. Die ersten beiden Treffen habe ich erzwungen, indem ich mich einfach in ihr Zimmer setzte und auf sie wartete, weil ich für mich Klarheit brauchte, was los ist - ganz vorwurfsfrei und nüchtern.
Mit jedem Gespräch kamen mehr Erklärungen aus ihr raus. Die emotionale Bombe platze dann beim Trennungsgespräch. Nach den eher haltlosen "Zweifeln" (Kinderwunsch nur einseitig - ich solle mir doch eine suchen, die den Wunsch teilt. Weitere Jahre zwischen uns wären Unsinn, wenn wir uns eh in 5, 7 oder 10 Jahren trennen müssten..) kamen andere Gründe aus ihr heraus, nämlich extreme Selbstzweifel, notwendige Selbstfindungsphase, alle Menschen wären gerade zu viel..
Bis zu dem Zeitpunkt war ich, bedingt durch ein Jahr "beruflichen Leerlaufs" und ihre Introvertierheit, wohl DER Mensch und der absolute Lebensmittelpunkt. Ich stecke allerdings schon im Master und arbeite nebenher. Jede Minute die uns blieb, verbrachten wir zusammen. Zum Zeitpunkt der Trennung war sie gerade in der dritten Woche eines Vorpraktikums, erlebt also zum ersten Mal das Arbeitsleben und hat nun deutlich weniger Zeit als vorher.
Sicherlich trafen wir uns auch mal mit ihren oder meinen Freunden, dann aber häufig als Paar. Wir wohnen beide bei unseren Eltern, hatten aber schnell Wohnungsschlüssel des anderen und entsprechend Kleidung dort. Praktisch also ein Zusammenwohnen in zwei Wohnungen.
Wohlgefühlt haben wir uns damit beide sehr. Für mich war es auch nie zu viel, da ich ja noch den Alltag um mich herum hatte. In dem Jahr Beziehung ließ sie häufiger durchblicken, dass sie sonst eher ein Einzelgänger sei.
Mehrfach sagte sie, wie glücklich sie ist, dass sie einen Menschen gefunden hat, der ihr nicht nach zwei bis drei Tagen auf die Nerven geht. Gerade zu Beginn der Beziehung kamen auch viele Anspielungen, weshalb ich gerade sie "gewählt" hätte, ich könne doch jede haben... Gegen so etwas habe ich natürlich angeredet, auch wenn es mich ehrte. Ich bin der Meinung, dass ich ihr durchweg zeigte, wie viel sie mir bedeutet, ohne sie einzuengen.
Trennung
Das Trennungsgespräch war eine logische Konsequenz. Schon eine Woche vorher hieß es, dass es "so nicht weitergehen könne". Sie lies es mich aussprechen, die Entscheidung ging quasi von ihr aus.
Offiziell sind wir nicht einmal getrennt. Wenn wir uns gänzlich trennen, würde sie es nämlich nicht mehr ertragen, mich weiterhin in unserem Sportverein zu sehen. Diesen meidet sie übrigens gänzlich seit dem ersten Tag ihres Kontaktabbruches.
Auffällig war bei allen Gesprächen, dass sie Körperkontakt zuließ. Bei den ersten Gesprächen sogar selbst noch suchte. "Ich liebe dich" ging ihr eine Woche vor der Trennung noch von den Lippen. Beim Trennungsgespräch gingen Küsse und Kuscheln dann nur noch von mir aus. Wir lagen uns praktisch mit Tränen im Arm und ich hatte noch die rosarote Brille auf.
Ich musste nach dem Trennungsgespräch direkt den Schrank räumen und die Schlüssel wurden auch ausgetauscht. - "Das müsse ja nicht für immer sein", "Die könne ich dann ja einfach wieder mitbringen", "Ich solle es ihr bitte nicht übel nehmen"...
Es fielen Sätze wie "ich liebe dich zu sehr", "du warst jetzt ein Jahr lang mein bester Freund" und "ich bin noch nie so offen auf Menschen zugegangen wie in dem Jahr mit dir". Sätze die mir wirklich viel bedeuten, die aber dank ihrer Handlungen deutlich an Wert verlieren..Die Absprache war nachher die, dass ich mich nicht melden werde, um sie nicht einzuengen, sie sich aber mal melden soll, wenn sie wieder "Luft" hat und weiter mit sich selbst ist, dann sehen wir weiter. Ich sollte ihr aber Versprechen, auf andere Beziehungen einzugehen, wenn sich die Chance bietet. (Das fühlt sich mehr als negativ an..)
Fakt ist für mich, dass eine Trennung für jemanden der so sehr "klammerte" ein riesiger Schritt ist. Erst wenige Wochen vorher spielte ich in einem Witz eine Trennung nur an und sie war schlagartig sauer und verletzt.
Folgen/Fragen
Ehrlich gesagt kämpfe ich gerade mit mir. Ich vermisse sie als Mensch und Partnerin sehr, keine Frage. Allerdings mache ich mir echt Gedanken, ob das nochmal was werden könnte, wenn ich nie wieder sicher sein kann, dass sie nicht nach 2 Monaten wieder so auf Rückzug geht. Zumindest mal vorausgesetzt, dass sie nicht sowieso mit ihrer Entscheidung zufrieden ist. Zudem ärgert mich natürlich der Mangel an Kommunikation. Dass es da direkt zum Äußersten kommen muss...
Dieses Wochenende möchte ich ihr endlich ihre Sachen geben. Nicht zuletzt, weil dieser Hickhack meine Kontaktsperre bricht. Von ihr ging sowieso seit dem einen Samstag kein Kontakt mehr aus. Den Austausch versucht sie immer mehr hinauszuzögern. Wir wären ja nicht aus der Welt, das könne man ja immer noch machen... Nachdem ich angemeldet habe, das bald durchziehen zu wollen, hat sie allerdings auch nochmal meine letzten Sachen bei sich zusammengekratzt. Bei ihrem Ordnungssinn ist das ein riesiger Schritt.
Wie seht ihr das Ganze?
