Isabelle
Gast
Ein Überblick. Wir kannten uns mit Unterbrechung fast zwei Jahre. Er weiß, was er will (man kann auch sagen, er ist sehr dominant) und hat das auch immer klar kommuniziert. Ich habe mich nach ihm gerichtet und da er viel arbeitet und einen Sohn hat, haben wir uns meistens nur am Wochenende gesehen. Über Nacht ist er nie geblieben. Als ich dann beruflich umziehen musste - 500 km weit entfernt - habe ich mich gefragt, wie das funktionieren soll. Letztlich habe ich mich getrennt. Am neuen Wohnort konnte ich ihn aber auch nicht vergessen. Nach 4 Monaten hatte ich ihn wieder angeschrieben, habe aber nicht gedacht, dass sich daraus wieder etwas ergibt. Tat es aber. Er kam bald darauf jedes Wochenende zu mir und blieb auch das ganze Wochenende. Schleichend wollte er aber auch immer mehr Kontrolle über mich. Bin ich weggegangen, musste ich Fotos machen und mich regelmäßig melden. Tat ich das nicht ausreichend, gab es Diskussionen. Dann sollte ich alle Nachrichten, die ich bekommen habe, sofort an ihn weiterleiten. Anfangs reichte das, später hat er mir die Antworten als "Vorschläge" vorgegeben. Er meinte immer zu mir, ich müsste das nicht machen und er bräuchte das alles nicht, denn er hätte ein glückliches Leben, aber ich wusste, er würde gehen, sollte ich es nicht machen. Ich habe es wirklich probiert, konnte es aber nicht hundertprozentig umsetzen. Ich wollte Nachrichten sofort beantworten, also habe ich nicht immer alles geschickt. Und es ging hier wirklich um harmlose Nachrichten. Allerdings hatte ich mich auch noch bei einer alten Community angemeldet, um zu sehen, ob noch jemand da war, den ich kannte, mich dann aber auch wieder abgemeldet. Jedenfalls hat er das alles rausbekommen (ich dachte, das gibt es nur im Fernsehen). Für mich komplett unvorbereitet hat er schon vor anderen Leuten angefangen mich zu beschimpfen (wir haben auf den Aufzug gewartet) und als wir alleine waren, hat er mich weiter beschimpft und gedemütigt (das war im Urlaub - letzter Tag und ich konnte nicht weg). Ich habe dann nur noch im Bett gelegen und habe die Beschimpfungen über mich ergehen lassen und wollte nur noch weg.
Erst dachte ich, nach so einer Behandlung kann ich die Beziehung doch bestimmt schnell abhaken. Falsch gedacht. Er fehlt mir und das schlimmste ist, dass ich an der Trennung Schuld bin. Ich war ja unehrlich. Ich wusste was er wollte und habe zugestimmt und konnte es doch nicht halten.
Trotzdem weiß ich wie es sich anhört. Wenn mir das jemand erzählen würde, würde ich auch sagen, "wie kannst du ihn nur vermissen?" Aber die sind ja auch nicht emotional involviert.
Er hat mir auch viel Nähe und Liebe gegeben und er hat mir viel geholfen. Bei der Einrichtung der Wohnung z. B.
Ich frage mich, wie ich das jetzt verkraften soll, dass ich an der Trennung Schuld bin. Und ob ich je wieder jemanden finde, der mir so viel Nähe gibt und ich diese auch zulassen kann...