fassungslose
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Da ich wusste, dass er beruflich viel Stress hatte ging ich sehr lange Zeit von „Männerproblemen“ aus. Das er selbst mit mir darüber nicht reden wollte.
Ich dachte das ich ihm vielleicht nur Zeit geben muss.
Kommt mir jetzt so lächerlich vor. So dumm und armselig von mir.
Die Jahre vergingen. Irgendwann war ein Punkt da, da habe ich mich damit abgefunden.
Wie kann man so die Realität verdrängen? Da steht ein Elefant vor dir und du siehst ihn nicht.
Ja, irgendwann ist mir aufgefallen das er sein Handy regelrecht „bewacht“, einige Chatverläufe sind komplett gelöscht, obwohl er es sonst nie macht. Das habe ich aber erst heute früh gesehen, als er im Bad war ging ich an sein Handy und suchte in denn WhatsApp Kontakten einen bestimmten Namen.
(Mir war regelrecht schlecht, denn ich war noch nie heimlich am Handy meines Mannes und schaute in seine Chats.)
Warum auch? Respekt und Vertrauen muss doch sein? Oder?
Warum ich das tat? Der Grund war das ich gestern in seinem Google-Konto war. Nicht heimlich, denn er weiß das ich hin und wieder in unsere selten genutzten Konten gehe um den Spamordner zu leeren.
Doch wenn man auf dem Googlekonto mit dem WhatsApp verknüpft ist, die falsche Taste drückt, landen Nachrichten in einem Ordner im E-Mail Account.
Wusste ich bis gestern auch noch nicht. Tja, und mein Mann scheinbar auch nicht.
Als ich die Nachricht öffnete um zu sehen ob ich sie auch löschen kann lese ich ein Liebesgedicht und finde Fotos von einer Betriebsfeier. Wie er und die Frau neben ihm vertraut in die Kamera lächeln. Ich habe das Gedicht glaube ich 30 Mal gelesen.
Er hat schon geschlafen und saß gefühlt Stunden vor dem PC und starrte auf die Mail.
Zum Glück habe ich ein paar Tage frei und er ist gerade zur Arbeit gefahren.
Ich habe mir erst einmal nichts anmerken lassen. Der Abschiedskuss war eine Überwindung.
Ist es der Schock der Erkenntnis das meine so lange verdrängten Befürchtungen Wahrheit sind?
Meine Gedanken passen überhaupt nicht zu der Situation.
Ich habe solche Magenschmerzen.
Wir haben ausschließlich einen gemeinsamen Freundeskreis und muss! darüber „reden“.
Deshalb bin ich hier und dieser lange Text.
Was mich ich jetzt?
Ich würde alles verlieren. 100 Prozent. Nicht finanziell. Mein gesamtes soziales Umfeld würde wegbrechen. Er hatte durch seine Arbeitszeiten viel mehr Zeit sich um den Freundeskreis zu kümmern. Ich bin immer nur dabei wenn ich zufällig bei den Treffen frei habe. Deshalb ist seine Bindung zu unseren Freunden stärker und er hätte auch die Zeit und Gelegenheit sie aufrecht zu erhalten.
Tut zwar weh aber auch diese Realität wurde mir die letzte Nacht bewusst.
Ist doch nicht normal? Wie kann man nach solch einer Entdeckung eine Pro und Contra Liste im Kopf haben? Letzte Nacht habe ich maximal 3 Stunden geschlafen. Selbst weinen konnte ich nicht.
Meine Worte und Gedanken klingen so befremdlich, unlogisch und emotionslos. Was mache ich jetzt mit dem Wissen?
Kennt jemand diese Situation? Obwohl ich dies stark bezweifel wer außer mir ist so Realitätsfremd und kann sich so lange selbst belügen. So stur daran festhalten.
Mir ist so schlecht.