Zitat:Was bleibt ist die Kränkung. Die Fassungslosigkeit darüber, wie ich mich hab demütigen lassen.
Gegen Fassungslosigkeit hilft nur Begreifen, etwas
mit dem Verstand zu erfassen. Es gibt genügend
verstehbare Gründe dafür, warum man sich demütigen lässt, die eigentlich positiv motiviert sind. Psychologisch und philosophisch betrachtet lässt sich das aus vielen Perspektiven beleuchten und somit einordnen und verstehen.
Für mich persönlich waren die
offensichtlichsten Gründe, sich kränkendes Verhalten gefallen zu lassen (die ich auch teilweise selbst erlebt habe, aber längst abgehakt sind) - brainstormingmäßig:
- ungläubiges Staunen, bis man - im Schneckentempo - endlich mal "die böse Absicht" dahinter begreift. Dadurch "nicht wahrhaben wollen" = "nicht wahrhaben können", "gelähmt sein", "verdrängen", bis es wieder passiert und sich immer wiederholt.
- zu unbedarft, um angemessen zu reagieren und denjenigen ggf. in die Schranken zu weisen.
- die Vorstellung, dass sich durch besonders "weiche" Reaktionen "Verhärtungen" per "Vorbildfunktion" beim "Bösen" auflösen und "das Eis schmelzen". Dieses Verhalten hatte ich schon in der Kindheit bei meinem Vater "geübt" und war daran gewöhnt, nur hatte ich es nicht bewusst verarbeitet, sonst hätte ich nämlich schon damals erkannt, dass es eh nicht funktioniert hatte
Philosophisch betrachtet ist es nicht so tragisch, wenn das Ego zwischendurch mal pulverisiert wird.

Das stärkt - hinterher - den Charakter und das Mitgefühl.
Jedenfalls sofern man sich vollständig regeneriert und wieder aufbaut. Und das geht mE nur durch Wissen und Verstehen der Vorgänge. Mir ist das auf diesem Wege gelungen.
Vielleicht gibt es noch weitere persönliche Erfahrungen, die meine o.a. Liste ergänzen?