Jin
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Es ist inzwischen 14 Jahre her, dass sich unsere Wege trennten. Und trotzdem lässt mich die Frage nach dem "Warum?" nicht los.
Es war ein Abend, an dem ich müde is Bett ging, ich wollte nur schlafen. Irgendwann kamst du und wolltest mehr. Ich sagte, dass ich schlafen muss, doch du hast weitergemacht. Ich sagte dir, dass es weh tut, hast du es nicht gehört? Du hörtest auf mit den Worten "so macht es keinen Spaß" und in dem Moment starb etwas in mir und mein Gefühl für dich erlosch. Danach ging es nur noch bergab mit uns. Ich weigerte mich noch weiter mit dir in einem Bett zu schlafen, das Sofa war mein neues Bett, ich wollte deine Berührungen nicht.
Du wolltest schlafen, deine Ruhe, ich war nicht willkommen. Du sperrtest mich aus. Ich schlief im Keller, fror und hustet. Zum Glück war Spätsommer. Am nächsten Tag hatte ich Fieber, später eine Lungenentzündung. Es kümmerte dich nicht mehr. Ich war nicht mehr willkommen in der Wohnung, in der ich wohnte. Du hast es mich deutlich spüren lassen, warst froh, wenn ich nicht da war. Auch ich war froh, wenn du nicht da warst. Es gab schon lange kein "wir" mehr. Es war Angst, was mein Leben bestimmt. Du hast mich nie mehr angefasst? War es, weil du nicht wolltest oder weil du wusstest, dass ich mit einem Messer unter dem Kopfkissen schlief? Es hielt dich nicht davon ab, dich nachts neben das Sofa zu stellen, mich zu wecken, indem du mich plötzlich beschimpft hast. Ich stellte mich schlafend, doch ich weinte.
Da war nur Verachtung in deiner Stimme, als du sagtest, dass du mich ins Krankenhaus prügeln möchtest, damit ich endlich weg wäre. Ich sei nichts wert, niemand wäre in der Lage mich jemals zu lieben. Im Leben habe ich auch nichts erreicht.
Anfang Januar kam ich von meinem Besuch meiner Mutter zurück. ich stand vor verschlossener Tür. Meinen Namen hast du vom Briefkasten entfernt. Meine Sachen weg, wohin? Es war Winter, dunkel und kalt und ich wusste nicht wohin. Es reichte dir nicht, mich aus der Wohnung zu werfen, du lachtest und sagtest, dass du meine Sachen weggeworfen hast, sie für immer verloren waren. Es war eine Lüge, aber du wolltest mich verletzen.
Ich habe lange gelitten, ein Therapeut versuchte zu helfen und die Zeit heilte die Wunden, zumindest dachte ich das. in all den jahren nach die hatte ich wundervolle Tage, vieles gelernt, die Wunder der Welt gesehen. Deine Existenz wurde immer mehr zu einer dunklen Erinnerung. Doch all das, was du zu mir gesagt hast, was du getan hat sind wie Dornen, die sich in mich gebohrt haben und mich nicht loslassen. Deine Stimme hallt noch immer in meinem Kopf. Ich will was Neues, wieder einen Mann an meiner Seite haben und wieder höre ich dich: "Keiner wird dich jemals lieben können". Deine Stimme wird wieder lauter, wahrscheinlich hat sie mich nie verlassen und ich frage mich bis heute: "Warum?"
Warum hast du das getan? Warum ist der Respekt verloren gegangen oder die Menschlichkeit? Was habe ich falsch gemacht, dass es so weit kommen konnte?
Auf diese Frage werde ich nie eine Anwort bekommen. Die Dornen sitzen tief, werden die Wunden je verheilen?