Zitat:>>Da ich wegen der Kinder nicht mein Abitur beenden konnte holte ich das und mein Studium nach, ohne jegliche Unterstützung seinerseits, musste mich nebenher noch um Kinder, Haushalt, Nebenjob kümmern,
Als ich meine Bachelorurkunde bekam sagte er damit kann man sich den Ar. abwischen
Keine finanzielle Unterstützung, er holt sich ein Auto 40.000Euro und ich helfe ihm die Raten neben den anderen Kosten die wir uns teilen zu zahlen. Vor anderen bloßgestellt...die Liste wäre endlos<<
Das klingt wie die Leidensgeschichte einer Frau, die auf Biegen und Brechen an das Gute in ihrem Mann glauben möchte, weil sie sich nicht eingestehen will, dass er ihre Erwartungen NIE wird erfüllen können. Darum hast du vorsichtshalber deine Erwartungen zurück genommen. Immer wieder. Bis es nicht mehr möglich war.
Sein Kommentar zu deiner Bachelorurkunde ist für mich entscheidend. Das war extrem respektlos und nicht zu entschuldigen. Alles andere kann ich schlecht beurteilen. Aber aus seiner Reaktion könnten Minderwertigkeitsgefühle sprechen. Es könnte sein, dass ihm insgeheim klar war, eine solche Leistung unter diesen schwierigen Umständen nie bringen zu können. Und wenn einem das klar wird, hat man zwei Möglichkeiten: Man respektiert, dass die Partnerin besser ist, oder man wertet sie so brutal ab, dass man sich seine eigene Würstchenhaftigkeit nicht eingestehen muss. Das liegt bei ihm nahe.
Respektloses Verhalten kann viele Gründe haben. Oft hat es mit dem eigenen Selbstwertgefühl zu tun.
Zitat:>>Ja würde ich, wir müssen sehen wie es weitergeht, nicht nur unseretwegen sondern wegen der Kinder. Das Gespräch sollte natürlich sachlich verlaufen und ruhig. Klären werden wir unsere Probleme nicht können da gehe ich von aus. Mittlerweile denke ich dass die Ehe aus ist. Weiß nur nicht wie ich reagiere wenn ich ihn wieder sehe.<<
Darauf kann man sich ein wenig vorbereiten. Allerdings ist das alles noch sehr akut. Wenn du davon ausgehen willst, dass ein Neuanfang zwischen euch nicht in Frage kommt, dann solltest du dich vor allem darauf konzentrieren, ihm einige sachliche Fragen zu stellen, die sich auf die Zukunft beziehen. Vor allem in Bezug auf Kinder, Wohnsitz und Finanzen. So sachlich wie möglich. Dass es keine gemeinsame Zukunft geben wird, kannst du mit wenigen Worten klar stellen. Dabei ist die Formulierung wichtig: Ich werde. Und nicht Ich möchte Wenn du nicht mit ihm über Eventualitäten diskutieren möchtest, solltest du also Fakten klar stellen und Statements abgeben
Sollte dein Mann dann noch emotional und verbindlich werden, sollte er über Gründe und Gefühle reden wollen, so wäre es natürlich gut, wenn du dafür offen bist. Tatsächlich sind die Gespräche anlässlich der Trennung oft die besten Gespräche, die Paare seit Jahren miteinander geführt haben. Ich habe allerdings den Eindruck, dass das bei euch nicht wahrscheinlich ist. Kann das aber nicht beurteilen.
Zitat:>>Im Bezug auf die Kinder Mir ist bewusst dass es für sie mit am schwersten ist. Ich rede mit Ihnen und beantworte deren Fragen und halte meine Tränen zurück.<<
Auch den Kindern gegenüber darfst du weinen, denn du bist ja traurig und sie dürfen wissen, dass du traurig bist. Allerdings sollte dabei der (in einem anderen Zusammenhang stehende) viel zitierte Satz im Vordergrund stehen: Wir schaffen das! Sie sollten davon ausgehen, dass du stark genug bist, um für dich und für sie die beste Lösung zu finden. Weinen ja aber Verzweiflung nein. Zuversicht ist wichtiger als Einblick in die Tiefe deiner Verzweiflung.
Zitat:>>Da ich beruflich in dem Bereich tätig bin weiß ich wo ich Hilfe bekomme und auch dass ich zum Anwalt gehen muss, falls ich mich scheiden lassen will.<<
Das ist sehr gut und eher selten.
Zitat:>>Nur geht es mir darum warum Leide ich wenn ich an ihn denke. Warum weine ich soviel( wenn die Kinder nicht da sind oder oben in ihren Zimmern). Ich will die Ehe nicht mehr das wird mir immer klarer aber trotzdem habe ich Angst ihn zu verlieren.<<
Für mich stellt sich das so dar:
Du hast über eine unglaublich lange Zeit alles dem Umstand unterordnet, dass ihr zusammen bleibt. Dafür hast du dich verletzen und respektlos behandeln lassen. Du hast dich klein gemacht um irgendwie den Status Quo zu erhalten.
Wenn du nun erkennen musst, dass dein Ziel nicht erreicht werden konnte, dann erzeugt das natürlich tiefe Trauer. Das ist normal, das ist verständlich und logisch. Wenn du ihn also verlierst, dann steht fest, dass deine Bemühungen nicht ausgereicht haben, um die Ehe und Familie so zu erhalten, wie du es wolltest. Es war aber von vornherein aussichtslos da zu schaffen, wenn er dich damit allein gelassen hat. So etwas kann nur als Teamarbeit gelingen.
Du kannst übrigens auch irgendwann zu der Einsicht gelangen, dass es ein Irrtum war das zu versuchen. Du kannst einsehen, dass das immer schon über deine Kräfte gegangen ist und dass du mit deinen Bemühungen weitgehend alleine gestanden hast, weil er eben nicht den Erhalt der Familie, sondern seine eigenen Interessen im Fokus hatte. Das musst du heute noch nicht einsehen, aber vielleicht morgen, übermorgen oder Ostersonntag.
Es eilt nicht, dass du das Große und Ganze erkennen müsstest. Aber es ist wichtig, dass du dich auf den Weg dahin machst einzusehen, dass deine ganz persönlichen Grenzen nun erreicht waren und dein Ziel nicht mehr realistisch war, weil er dich damit allein gelassen hat.
Zitat:>>Ein weiteres Problem ist, unsere Freunde verstehen mich nicht. Sie bezeichnen ihn Als Egoist und dass er nicht auf mich zu kommt.<<
Deine Freunde scheinen Recht zu haben. Die Frage bleibt, warum du der Meinung bist, dass sie dich nicht verstehen. Aus dem, was du schilderst und ich weiß nur das und kann mir kein andere Urteil erlauben kann ich nur entnehmen, dass er tatsächlich ein Egoist ist und dass er dich mit vielen sehr wichtigen Dingen alleine gelassen und respektlos behandelt hat.
Sie haben also Recht, aber du willst das nicht. Das erlebe ich oft. Es ist unangenehm, wenn es einem nicht gut geht und die Menschen, die man eigentlich als Verbündete ansieht, ergreifen brutal Partei und sprechen den anderen SCHHULDIG. Das vereinfacht unerträglich und man möchte die Problematik selber differenzierter sehen. Und du hast meinen vollen Respekt, wenn du gern differenzieren möchtest.
Zitat:>>Meine Familie möchte den nicht besonders und die können eh nicht verstehen dass ich ihm nachtrauere.<<
Auch da geht es um dasselbe Problem. Sie waren gegen ihn, als du für ihn warst. Nun plötzlich zuzugeben, dass sie Recht hatten, ist unerträglich und ich würde das ähnlich empfinden wie du. aber auf Dauer kann sich das auflösen, ohne dass du dein Gesicht verlierst. Es ist wichtig, dass du Freunde und Verbündete hast, wenn auch nicht um jeden Preis. Vielleicht kannst du auch da die Fronten etwas aufweichen.