Oh spannend.
Naja, zunächst mal, ist es ja durchaus normal, wenn sich jemand im tiefen Herzschmerz auch in Selbstmitleid suhlt. Wenn alles nach drei Wochen wieder todschick ist, kann das ja auch befremdlich wirken.
Dann schau ich immer so ein bißchen, an welcher Stelle so ein User steht. Trennungen sind ja durchaus traumatisch und wenn dann ältere Verletzungen hinzukommen, dann ist meist davon auszugehen, daß sich das Selbstmitleid-Karussell schon auch erst einmal ne ganze Runde drehen muß. Das finde ich auch durchaus verständlich.
Gerade bei älteren Verletzungen, echten Trauma und eben Anpassungsschwierigkeiten ist es zunächst durchaus auch wichtig für den Betroffenen selbst, sich als Opfer zu begreifen. Gerade wenn wir es mit manipulierenden Praktiken zu tun haben, wenn Grenzen einer Person im Laufe der Beziehung verschoben werden, ohne daß dies wahrgenommen wird, dann braucht es auch erst mal nen Moment, das überhaupt zu fassen. Manchmal eben auch den Moment zu erkennen, daß man Opfer von etwas geworden ist, was eben überhaupt nicht ok, oder richtig war.
Ohne Zeit um wahrzunehmen WAS geschehen ist, kann überhaupt nicht zur Frage übergegangen werden, welchen Anteil man vielleicht auch selbst daran trägt.

Ansonsten:
1) Immer schön die eigenen Trigger im Blick behalten
2) Angriffe zunächst auf Mißverständnisse überprüfen
3) Angriffe so wenig es geht mit Gegenangriffen beantworten, sondern den Angriff als solchen sichtbar machen.
4) Allgemein finde ich Sichtbarmachen und Darstellen immer ne recht gute Variante
5) Bei sich selbst und nach Augenmaß in der Wertschätzung bleiben
6) Es gibt Menschen, die wollen (vielleicht noch) keine Hilfe. Bestenfalls ist es nicht an mir, daß zu be- oder verurteilen, ich kann aber darstellen, daß ich den Eindruck habe, daß sie im Schmerz (zunächst) bleiben wollen.
7) Die Konsequenzen einer bleibenden Opferhaltung aufzeigen: aka, dann kann (bzw wird) selbiges eben jederzeit noch mal passieren. Verbitterung kann eintreten.
8 ) Spiegeln oder mal bestimmte aussagen auf dem virtuellen Papier logisch zu Ende denken.
Und wenn gar nichts anderes hilft, raus aus dem Thread oder eben Rechner zu und mal ein paar Tage einfach vor sich hin leben

Schließlich nie vergessen, wenn jemand partout nicht aus der eigenen Opferhaltung aussteigen will, ist das nicht Dein Problem, denn es ist nicht Dein Leben. In diesem Sinne die Selbstverantwortlichkeit auch immer ein Stück (vor)leben.