Hallo Anne!
Erstmal danke für deine lange Antwort
Wenn ich so darüber nachdenke, gab es sehr wenige Augenblicke in meinem Leben, wo ich nicht etwas hatte, wo ich Leid verspüre, aber womöglich, habe ich es mir selbst immer zugefügt.
In einer Beziehung, wo es für mich gut läuft, fang ich irgendwann an zu überprüfen, ob e alles stimmt, ob ich e noch liebe, hau dann Chaos rein, streite um danach zu sehen, ob ich leide, denn wenn ich leide, spüre ich meine Liebe und es kommt aber auch zeitgleich eine gewaltige Ladung an s.uellen Sehnsüchten dazu...wenn ich in meinem Leben keine Beziehung habe, leide ich, indem ich nach Liebe suche, wenn auch dies nicht zutrifft, suche ich mir ein Problem einer Freundin aus und versetze mich so in die Lage des anderen, das es gleichzeitig zu meinem Leid wird...
wenn ich nicht mehr leide.. spüre ich mich also selbst sehr wenig, das ist korrekt, ansonsten, würde ich nicht immer nach Drama streben. Ich denke Leid ist zu meiner Leiden - schaft geworden innerhalb der vielen Jahre... ich kenne es in der seltenen Fällen, einmal nicht zu leiden, richtig glücklich zu sein, wenn dies der Fall ist, hol ich mir das Chaos automatisch zurück.
Ich habe zb. oft extrem das verlangen, wenn ich mit meinem Partner streite, das er mich einfach nimmt, gegen die Wand drückt und mich küsst, nein, es muss nicht mal zärtlich sein - dieser Gedanke schreckt mich oft selbst, ich hab ihn sogar schon mal ausgesprochen, wo er gesund sagte "Ich kann nicht mit dir Sex haben, wenn wir streiten, ich bin wütend und enttäuscht".. wo ich mich oft frage, bin ich so unnormal ?
Eigenliebe, Selbstachtung und dein Selbstwertgefühl... ich sage so, ich mag mich so lange sehr gerne, so lang ich für jemanden da sein kann, solange, ich jemanden etwas bieten kann...wen ich im Moment nichts tun kann, womit ich jemanden anderen glücklich mache, merke ich, wie ich mich von Zeit zu Zeit mehr und mehr nutzlos fühle, nicht gebraucht, ich schätze also, davon ist nicht viel übrig...allerdings frage ich mich immer wieder, woher krieg ich die Liebe, die ich weitergeben kann ?
Ich kann sehr viel geben, aber ich kann schlecht annehmen....bin aber nach den ganzen 24 Jahren, sogar wohllebender als zuvor. ( hatte es in meiner Pubertätszeit sehr auf meinen Körper abgesehen gehabt.. Magersucht, geritzt... alles jetzt nicht mehr vorhanden, auch keine Lust darauf ).
Irgendwie, muss ich mich ja auch lieben, sonst könnte ich anderen nicht voller Liebe beistehen, sie verstehen....
Ich schätze, ich hab einfach damit zu kämpfen, Liebe mit Sex zu vereinen zum einen und mir einzugestehen, ebenso Liebe im Leben zu verdienen wie jeder andere auch und bin dabei, mich selbst mehr zu beobachten und zu hinterfragen warum ich wie reagiere und ob es nicht anders auch ginge.
Ich muss auch dazu sagen, ich hab ziemlich früh eben viele Situationen kennengelernt, wo ich anderen behilflich sein musste oder jemandem irgendwie gedient zum Eigenzweck.
Eben die Vergewaltigung mit 6... dann ist meine Mutter in ihre Alk. gefallen, wo ich merkte, wie überfordert mein Dad war und kurz davor war abzuhauen, ich hab meiner Mum sogar ihr Essen machen müssen damit sie nicht vergisst.... da war ich auch nicht älter als 8....ich denke in dieser Spirale von "Ich muss leiden, indem ich anderen helfe, ich verdiene nichts anderes" bin ich drin.
Liebe Grüße,