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Ich würde gerne meine Geschichte mit euch teilen und auch nach Rat fragen.
Und Entschuldigung für die Länge des Textes!
Folgendes ist passiert:
Vor guten 5 Jahren habe ich eine junge Frau kennengelernt. Wir waren beide gerade mit dem Abitur fertig und auf der Suche nach dem Leben außerhalb unserer bisherigen gewohnten Bahnen. Wir kamen zusammen, unternahmen eine gemeinsame mehrmonatige Weltreise und entschieden, dass wir in der selben Stadt studieren wollen in unterschiedlichen Fächern.
Getrennte WGs, aber direkt nebeneinander und de facto haben wir zusammen gewohnt. Sie bekommt durch das Absetzen der Pille eine Autoimmunkrankheit, ich bin da um sie aufzufangen.
Leider werde ich mit meinem Studium nicht glücklich und beschließe nach 4 Semestern etwas gegen meine beginnende Depression zu tun, meine Freundin ist da um mich aufzufangen. Ich ziehe um, beginne eine Ausbildung. Unsere harmonische Beziehung wird eine Fernbeziehung, welche den Grad der Freude übereinander nur noch steigert. Wir sehen uns alle 1 bis 2 Wochen. Dann beginnt sie mit einem internationalen Master und die Zeitabstände werden länger, alle 6 Wochen schaffen wir es jedoch noch uns zu sehen. Die verbleibende Zeit meiner Ausbildung ist absehbar, dann hätte ich die Freiheit überall hin zu gehen. Auch wenn wir uns nicht sehen haben wir täglich Kontakt, telefonieren teilweise viele Stunden lang. Fast meine gesamte Freizeit verbringe ich mit ihr. Jedes Mal wenn wir uns sehen ist die Welt wunderschön und jedes Mal der Trennungsschmerz essenziell.
5 Jahre sind wir nun zusammen, dann kommt die eine Woche, welche alles ändern sollte.
Sie besucht mich und in den gemeinsamen Gesprächen stellt sich heraus, dass wir nicht mehr in der Lage sind uns distanziert von der anderen Person zu betrachten. Irgendwie hatten wir unseren individuellen Willen, unsere persönlichen Träume verloren. Wir beschließen unsere fest gerahmte Beziehung zu beenden um uns selbst mehr Luft zu geben. Erst heult sie einen Tag lang, dann bin ich an der Reihe. Am Ende der Woche befinden wir uns in einer offenen Beziehung, welche als einzige Regel hat, sich keine Geschlechtskrankheiten einzufangen.
Die in der Beziehung definierte Liebe wurde zu einer bedingungslosen freien Liebe.
Das ist jetzt ein gutes halbes Jahr her. Seitdem habe ich etliche andere Frauen kennen gelernt und entdeckt, dass es in jedem Menschen etwas Liebens-Wertes gibt und sich die Liebe zu jeder Person anders anfühlt und äußert. Meine (Ex)Freundin hat in der Zeit vor allem einen anderen Menschen lieben gelernt. Wir haben uns seit vier Monaten nicht mehr gesehen aber pflegen unregelmäßigen Kontakt per Brief, WhatsApp und Telefon. Vor zwei Monaten hat sie mir eröffnet, dass sie sich nicht vorstellen kann weiter eine romantische Beziehung zu haben, dass ihre Liebe zu mir eher platonische Formen annehmen würde. Das hat mich erstaunlicherweise ziemlich getroffen. Ein Teil von mir hat immernoch versucht an der alten Beziehung anzuknüpfen und auch die ganze Situation eher als vorübergehend gesehen. Da wir in zwei Wochen mal wieder in der selben Weltgegend sind, sind wir am überlegen ob wir uns treffen.
Das macht mir Angst und ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll.
Da kommt ihr liebe geduldige Foristen ins Spiel. Was denkt ihr, wie kann ich nicht rückfällig werden und tatsächlich dem Raum geben was gerade IST und nicht was vorher zwischen uns WAR? Ich fürchte schon einfach aus langjähriger Gewohnheit heraus die körperliche Nähe zu ihr suchen zu wollen. Oder sollte ich lieber versuchen sie mit ihrem potentiellen Freund in Ruhe zu lassen? Auch um mir eventuellen zukünftigen Schmerz zu ersparen?Andererseits war es ihre Idee die Gelegenheit zu nutzen und sich zu sehen und ich liebe sie nach wie vor von tiefstem Herzen.