Miro
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ich bin vor 4 Monaten von meiner Ehefrau verlassen worden und es geht mir nicht wirklich besser.
Meine noch Ehefrau und ich sind 43, haben 2 Kinder, 5 und 8. Wir waren vorbildlich in Kinderbetreuung, Beruf und Freizeit gleichberechtigt. Das sehen wir beide so.
Was nicht gut lief ist das Zusammentreffen ihres sehr egozentrischen Charakters mit meiner Konfliktscheue und Harmoniebedürftigkeit. Ich fühlte mich stets bevormundet und unter Druck gesetzt. Ich habe immer nachgegeben, ohne Überzeugung nur um Harmonie herzustellen. Meine Frust darüber brachte mich in einen emotionalen Abstand zu ihr. Zeitweise habe ich sie als Tyrann in unserem Haus gesehen. Sie hat es gespürt und das hat sie belastet.
Seit letztem Jahr steckt meine Ex-Frau in einer heftigen Midlife Crisis, sie veränderte Vieles in ihrem Aussehen und Verhalten, stellte alles in Frage, letztendlich auch die monogame Ehe. Sie konnte mit dem Gedanken nicht zurecht kommen, sie würde sich nie wieder verlieben können. Sie schätzt aber so viel in unserer Ehe, will sie nicht aufgeben und kam mit dem Vorschlag einer polyamoren Beziehung, also einer offenen Ehe. Das ging aber für mich nicht. Sie ruderte zurück und wir nahmen uns vor, an der emotionalen Nähe zu arbeiten. Aber nach einem halben Jahr kam der Schock, sie hat jemanden kennen gelernt und sich gewaltig verliebt, sie kann diesen Gefühlen nicht widerstehen, sie trennt sich unverzüglich und will mit ihm jetzt zusammenleben.
Ich brauche euch nicht zu beschreiben, welches Ungerechtigkeitsgefühl mich seit Monaten quält. Ich war stets ehrlich, treu und bin auf ihre Bedürfnisse über 8 Jahre mit Kompromissbereitschaft eingegangen. Auf meine Bedürfnisse, die ich so oft formulierte, ist sie nur mit Absichtserklärungen eingegangen. Umgesetzt oder an sich gearbeitet hat sie nie.
Und ausgerechnet sie, verschafft sie sich nun eine Traumsituation mit einer neuen Verliebtheit, viel Paarzeit, Unternehmungen, Reisen, Freizeit zu zweit, alles was wir als Eltern nur selten machen konnten. Das holt sie jetzt nach und lässt mich wie ein Wrack liegen. Ich habe mir so gerne gewünscht, sie hätte den Anstand und den Mut gehabt, sich ohne rettendes Ufer zu trennen, sich in dieselbe Situation zu begeben, solidarisch in der Ehe und auch in ihrem Abschluss. Das wäre für mich auch nicht leicht gewesen, aber nichts gegen diesen Abgrund, ersetzt zu werden, Tag für Tag mit anzusehen, dass alles, was wir uns versprochen haben, was wir uns erträumt haben, was wir, bis wenige Tage vor der Trennung, miteinander geplant haben nun mit einem anderen umgesetzt wird.
Ich will diese Gedanken loslassen, ich habe sehr viele Freunde um mich herum, ich treffe mich sehr oft und rede viel darüber, aber es will nicht aufhören und nicht schwächer werden.
Je mehr ich Abstand zu ihr habe, desto mehr steigt meine Wut auf sie und dann die Trauer.
Liebe Freunde, was könnt ihr empfehlen? Wie kriege ich das aus dem Kopf und komme zu mehr Ruhe? Ist eine fachkundige Begleitung jetzt angesagt?
Viel mit Freunden reden und viele Freizeitaktivitäten habe ich schon umgesetzt, es betäubt in dem Moment, aber irgendwie betätigt es nur die Pause-Taste. Danach geht alles gleich heftig weiter. Ich habe den Eindruck die Qual wird unterbrochen aber dafür die Dauer in die Länge gestreckt.