nina1983
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Ich habe nun schon unendlich viel hier gelesen und bin froh, dass es dieses Forum gibt. Es ist schön zu lesen, dass man doch nicht alleine auf der Welt ist und hier so viele Menschen sind, die genauso leiden wie ich es tue.
Ich möchte nun einmal schreiben was mir passiert ist:
Mein (Ex-)freund und ich waren über 4 Jahre ein Paar. Wohnten 3 Jahre zusammen. Wir hatten unsere Höhen und Tiefen, aber ich habe immer an unsere Liebe geglaubt. Für mich war er der Mann mit dem ich mein Leben verbringen wollte. Wir wollten im nächsten Jahr mit der Famileinvergrößerung beginnen. Habe fest daran geglaubt, dass wir eine so gute Beziehung haben, dass wir alles miteinander durchstehen und wir uns vertrauen können. Habe auch immer an die Ehen unserer Eltern gedacht und mir vor Augen gehalten was diese schon alle für Krisen gemeistert haben und so viele Jahre miteinander verbracht haben. Nun ja, dass habe ich geglaubt. Im Endeffekt ist jetzt nichts von unserer Beziehung mehr über.
Anfang März hatte ich erstmals das Gefühl, dass meine Freund etwas bedrückt. Habe dies dann aber auf den Stress bei der Arbeit geschoben (Schichtdienst, Vertretung wg. Krankheit eines Kollegen, Überstunden). Ich habe dann geguckt, dass ich meinen Freund zu Hause nicht allzu viel in Haushalt und so einspanne, dass er die freie Zeit, die er hatte, für mich und seine Freunde nutzen kann. Ich hatte das Gefühl er verhält sich ganz normal, abgesehen davon, dass er manchmal eben müde und abgeschlagen wirkte. Er ist regelmäßig wie immer auch zu seinen Kumpels gefahren (haben immer 1-2 Mal Männer-/ Fußballabende die Woche gemacht). Ende April war ich dann zu einem Treffen zu einer Freundin gefahren. Er wollte wieder zu seinen Kumpels und dort diesmal auch übernachten, weil es wohl ein f.-fröhlicher Abend werden sollte. Hatte ihm noch angeboten ihn abzuholen, damit er zu Hause schlafen kann. Dies hat er aber abgelehnt, weil er nicht wollte, dass ich deswegen extra nachts wieder aufstehen muss. War für mich auch absolut in Orndung; habe mir nichts gedacht. Am nächsten morgen kam er dann schon um 6:30 Uhr nach Hause. Weil ich aufgewacht bin, habe ich gefragt, ob es nicht so gut war (offensichtlich hatte er nichts getrunken). Er sagte es war ok bei seinen Kumpels, dass er aber noch ein paar Stunden schlafen möchte. Auch das war für mich ok und ich bin dann 2 Stunden später aufgestanden und hab ihn (scheinbar) schlafen gelassen. Gegen Mittag wollte ich dann nach ihm gucken und da lag er dann im Bett und starrte die Decke an (was er sonst nie gemacht hat). Ich wußte daher sofort, dass ihn irgendwas bedrückt und hab dann gefragt was los sei. Was dann kam, hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen. Er sagte mir, dass er den Abend zuvor mit einer Arbeitskollegin im Kino und danach bei ihr war. Die Beiden hätten sich den Monat zuvor auch schon öfters nach der Arbeit mal getroffen. Immer mal wieder ein halbes Stündchen zum Quatschen im Auto. Auf zwei öffentlcihen Feiern (wo ich nicht mit war bzw. früher gegangen bin) ist es auch schon zu ersten Küssen gekommen. Abschließend meinte er, dass er schon länger keine richtigen Gefühle mehr für mich gehabt hätte und dass er sich in sie verliebt habe und nun mit ihr zusammen sein möchte.
Seitdem fühle ich mich nur noch beschissen. Er ist ausgezogen. Ich sitze hier in der Wohnung. Zermürbe mir Tag für Tag den Kopf was ich falsch gemacht habe und dass er auf rosaroten Wolken mit seiner Kollegin schwebt. Ich will, dass er genauso leidet wie ich. Sie hat meine Platz voll und ganz eingenommen. Ist im Freudeskreis empfangen worden als hätte es mich nicht gegeben, geht mit zu Familienfeiern und scheint überall herzlich willkommen. Und ich fühle mich als hätte ich alles kaputt gemacht und wäre es nicht mehr Wert glücklich zu sein. Bin nur noch am Heulen und hoffe, dass die Tage schnell vorübergehen.
Habe die Wohnung nun gekündigt und eine neue Wohnung gefunden. Dachte, dass mir das vielleicht ein wenig hilft aus meiner Traurigkeit rauszukommen. Leider nicht. Ich spüre Null Energie den Umzug anzugehen, geschweige denn mir über die Gestaltung der neuen Wohnung Gedanken zu machen. Und dann kommt noch dazu, dass ich das Gefühl habe alleine auf meiner Insel zu sitzen und zu leiden und alle anderen leben ihr Leben weiter als wäre nichts. Ich fühle mich absolut isoliert von meiner Außenwelt. Ich habe auch keine Lust mehr mit irgendjemanden über meine Traurigkeit zu sprechen, weil ich denke, dass es irgendwann alle nervt immer wieder das gleiche zu hören.
Naja, erstmal genut geschrieben.
Würde mich über Antworten freuen.
