Guten Morgen @LonelySoul
Ich denke, wir alle kennen das Gefühl der Hoffnungslosigkeit, welches du hier beschreibst.
Darum ja auch dieser Geschütze Raum hier.
Zitat von LonelySoul: Aber was ist, wenn diese Narben immer wieder aufgerissen werden und nie wirklich heilen können?
Kannst du erklären, was du damit meinst? Ist es dir nicht möglich nach einer Trennung erst einmal zu heilen? Natürlich gibt es Verbindungen, die sich auflösen, wo es immer ein bisschen weh tun wird, aber es wird mit der Zeit weniger, und ein bisschen Wehmut wird der Begleiter.
Zitat von LonelySoul: Und dann stehe ich da wieder, allein, die Hoffnungen zerstört. Hoffnungen endlich anzukommen. Endlich wirklich geliebt und eben nicht nach einer Zeit weggeworfen zu werden.
Ich habe gestern einen Text gelesen, aber ich bekomme ihn leider nicht mehr ganz zusammen.
Es gibt aber auch um die 'Hoffnungen' in Beziehungen und da kam die Frage auf, ob es dir möglich ist bedingungslos zu lieben?
Wenn ich liebe, erwarte ich nichts von meinem Gegenüber. Es ist ja mein Gefühl an diese Person.
Ich habe mein in einem Seminar bzgl. meines Jobs gelernt, dass die Aussage 'Ich liebe dich' eigentlich total dämlich formuliert ist, weil es ja gar nicht um mich geht, und es heißten müsste: 'Dich liebe ich.'
Ich hoffe du kannst meinem Gedankengang folgen.
Zitat von LonelySoul: Ich weiß, dass ich kein einfacher Mensch oder Partner bin. Ich habe Verlustängste und viel Trauer in mir. Aber ich kann auch viel Liebe und Geborgenheit geben und arbeite auch an meinen Fehlern.
Aber es war nie genug bisher.
Bei dem richtigen Partner (und ich weiß, man mag das nicht hören) geht es nicht darum 'genug' zu sein. Kein Mensch ist genug. Und kein Mensch sollte über seine Unsicherheiten, Ängste, etc. definiert werden.
Ich habe etwas das Gefühl, dass es Glaubenssätze sind, die bei dir verankert sind. Sind diese aber wirklich die Realität? Wärst du genau der gleiche Mensch, den deine Beziehungsperson gewählt hätte, hättest du diese ganzen Erfahrungen nicht? Oder wärst du dann nicht ein komplett anderer Mensch?
Zitat von LonelySoul: Und die Verantwortung dafür? Durfte zu 90% ich tragen, wenn es nach meinen Partnerinnen geht.
Niemals sollte nur eine Person in der Beziehung die Verantwortung tragen.
Wie meinst du das? Also in welchem Kontext?
Ist dies nur ein Gefühl, oder ist es ein Fakt? Vielleicht magst du es erläutern.
Zitat von LonelySoul: Liebe tut mir so gut, aber geben will man mir sie nur für kurze Zeiträume.
Wichtigste Frage:
Kannst du dir denn selbst auch die Liebe geben, die dir so gut tut?
Tut weh, ich weiß. Aber wenn du bei dir bist, dir die Liebe geben kannst, wirft dich alles andere auch 'nicht' so aus der Bahn. Und ich verherrliche jetzt keine Trennungen, aber es liest sich so, als wäre dein Bild von dir nicht ganz richtig, und als würdest du dir selbst diese Liebe nicht geben können.
Zitat von LonelySoul: Ich kann kämpfen so viel ich will, es wird nie genug sein.
Ich fühle mich einfach einsam und kaputt und mit jedem Mal, indem die Versprechungen leer und die Liebe nur halbgar war, geht ein weiteres Stück in mir kaputt.
Kämpfen innerhalb von Beziehungen ist ein schwieriger Ausdruck meiner Meinung nach.
Und das musste ich auch auf die harte Tour lernen.
Du sprichst von haltbarer Liebe, erloschenen Versprechungen, das Gefühl benutzt geworden zu sein...
Ist es wirklich so?
Schau: mein Onkel hat mir mal erklärt, wie er das ganze sieht, nachdem seine Beziehung mit seiner Lebensgefährtin nach 20 Jahren und 2 Kindern zerbrach.
Er hat nichts in Frage gestellt, sondern wir gehen mit Menschen, mit denen wir in einer Beziehung sind quasi einen Deal ein. Eine Garantie gibt es nichts. Und es kann passieren, dass der Deal nicht mehr bestehen bleibt. Das tut weh, aber stellt nicht direkt alles in Frage. Vor allem nicht deinen Wert.
Das Leben verläuft nicht linear.
Zitat von LonelySoul: Irgendwann kann keine Therapie diesen Scherbenhaufen wieder zusammensetzen.
Bist du in Therapie?
Ich würde es dir raten.
Eine Therapie ist allerdings kein Allheilmittel. Aber sie kann eine Form sein, wo du über dich lernen darfst, Glaubenssätze verändern darfst. Zu dir finden kannst, wenn du denn mitarbeitest, und die nötigen Werkzeuge an die Hand bekommst.
Ich meine es nicht böse, aber du liest dich nicht bei dir.
Und denk daran: auch wenn wir es denken, oder es sich oft so anfühlt -
eine andere Person ist nicht für unser Glück verantwortlich.
Und wenn du dich von dem Gedanken lösen kannst, und dir die nötige Selbstliebe geben kannst, gehst du sicherer in Verbindungen.
Ich hoffe du kannst mir folgen.