zweihirn
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ich (m45) bin im letzten Sommer eine Affäre mit einer Kollegin (w25) eingegangen. Lebe seit 15 in einer Beziehung mit Freundin (w47) und Kind (9), die wir vor ein paar Jahren geöffnet haben. Wir mussten beide feststellen, dass ein gewisser Reiz flöten gegangen war. Also sagten wir uns damals, dass wir unsere Beziehung öffnen wollen.
Meine Freundin erzählte mir dann vor einem Jahr, dass sie eine Affäre mit einer Frau hatte, diese aber jetzt eher als Freundin, denn als Liebespartnerin sieht. Ich kenne diese Frau sogar und hatte ehrlich gesagt keinen Schimmer, dass zwischen denen was lief. Aber es tat mir auch nicht sonderlich weh.
Letzten Sommer funkte es dann bei mir, auf Arbeit. Meine Kollegin und ich hatten großartige sechs Monate. Sie wusste, dass ich meine Familie liebe, aber wir beide hatten Spaß an dem Abenteuer. Nach einem halben Jahr kam von ihr dann die Ansage, dass sie nicht mehr so könne. Sie zerbreche, wenn ich immer wieder (nach Hause) gehen muss und will mich deswegen nicht mehr sehen.
Bei mir schwappte der Narzisst hoch und ich schrieb ihr einen Brief, dass ich von zuhause ausziehen wolle - ganz gleich was mit ihr sei. Ihre Antwort war, dass sie sich ein Typen geschnappt hat und mit ihm - um mich zu vergessen - ins Bett gegangen sei. Mich aber liebe und mich wolle. Wow.
Da wir beide auch zusammen arbeiten rüttelte das ganz schön an den Grundfesten meiner Stabilität, schließlich sehen wir uns je nach Dienst fast täglich. Wie soll man das so verdauen? Somit kamen wieder zusammen. Ich machte immer schön Versprechungen nach dem Motto ich wolle zuhause ausziehen und sie hoffte und wartete und ließ mich wieder und wieder nach unseren Treffen bei ihr nach Hause gehen und zerbrach daran fast. Und ich daran, wie es ihr ging.
Schließlich sah ich keine andere Option, als mich mit meinen beiden Frauen gemeinsam an einen Tisch zu setzen. Ich sagte erst jetzt meiner Freundin, dass ich eine Affäre hatte und sie nahm es neben ein paar Tränen okay auf. Wir gingen dann zum Treffen zu dritt. Alles was ich loswerden wollte, war beiden ins Gesicht zu sagen, dass ich sie liebe und ich nicht weiß, wie und ob wir zu dritt glücklich sein können. Das Treffen war schön, beide Frauen sagten mir, dass es zwar bizarr gewesen sei - aber auch schön. Beide Frauen waren sich sympathisch.
Nach diesem Treffen brach dann bei meiner Freundin eine Art Schleuse und sie war wieder mächtig in mich verknallt, wir hatten viel Sex und es war fast wie zu Beginn vor 15 Jahren. Bizarr. Aber ich traute mich nicht, es meiner AF zu sagen. Ich hatte Angst sie zu verlieren. Also lebte ich dann noch mal einen guten Monat mit der mich zersetzenden Problematik ihr nicht die Wahrheit zu sagen, aber mit ihr Zeit zu verbringen. Schlief also mit beiden Frauen.
Als es ihr nach ein paar Wochen - ohne dass ich irgendeinen Move gemacht hätte oder mal mit der Tatsache um die Ecke gekommen wäre, dass ich auch wieder mit meiner Freundin schlafe und ich nicht mehr ans Ausziehen denke - wieder schlechter ging, sprach sie eine Kontaktsperre aus und ich musste mich mächtig zusammenreißen diese einzuhalten.
Schließlich schrieb sie mir nach 2 Wochen: dass sie sich wieder mit dem Boi getroffen habe, um mich zu vergessen, dass sie so aber nicht sein will sie vermisse mich. Es wäre der Moment gewesen, indem ich hätte ehrlich sein müssen, dass auch ich wieder mit meiner Freundin schlafe, aber ich habe es nicht gepackt, sondern immer noch behauptet, dass ich ausziehen wolle und sie liebe. Also landeten wir an diesem Abend wieder bei ihr und ich musste wieder irgendwann gehen. Tränen.
Seitdem haben wir uns immer weniger gesehen, weil es mich einfach kaputt machte, nicht ehrlich zu der Frau sein zu können, die ich liebe. Und noch mehr kaputt machte mich, dass ich ihr Vorwürfe wegen ihrer Affäre machte obwohl ich quasi selbst eine hatte, mit meiner Freundin. Jedes Treffen endete mit Tränen bei ihr, aber ich kann sie nicht loslassen, liebe sie.
Doch zuletzt musste ich einfach ehrlich sein, habe ihr erzählt, dass seit dem 3er Treffen wieder Liebe & Sex mit meiner Freundin gäbe, das aber in meinen Augen nichts ändert. Sie reagierte, wie ich es vermutet hatte: mit Verachtung. Ich sei feige, hätte sie im letzten Monat nur angelogen, hätte ja eh nie ausziehen wollen und hätte das jetzt ganz krass verkackt.
Ja, ich war nicht ehrlich, habe ihr von meinem neuen Glück mit meiner Freundin nicht gleich berichtet. Und meine AF sagt nun, wenn es schon keine Sicherheit gäbe, dann bitte Vertrauen und das hätte ich nun kaputt gemacht. Also sprach sie: bitte geh einfach. Tat ich. Ich habe mich nicht mehr bei ihr gemeldet, der Dienstplan ist gnädig und ich sehe sie erst nächsten Freitag wieder auf Arbeit.
Ich habe einen Menschen kaputt gemacht, sie hat so viel geweint und ich habe sie immer weiter Richtung Abgrund, Richtung Geliebten-Falle getrieben. Sie hat bis zuletzt gehofft, dass wir gemeinsam durchs Leben gehen. Aber jetzt ist der Ofen aus, nachdem ich ihr von meiner Freundin erzählt habe. Der Ofen glüht zwar auf allen Seiten noch, denn wir beide lieben uns und haben uns das sooft gesagt. Aber erlischt der jetzt? Und ist das gut so? Ich spüre liebe.
Ich will sie nicht verlieren. Muss ich jetzt, weil ich ihr die Wahrheit gesagt habe, wirklich tatenlos zusehen, wie unsere Liebe langsam ausgeht oder kann ich etwas tun? Mich wieder entschuldigen? Ihr sagen, dass ich da bin, falls sie sprechen will oder darf ich sie nie wieder kontaktieren?
Ich dachte in meinem Leben hätte ich schon viel an menschlichen Abgründen erlebt.
Wenn du dein Alter hier nicht genannt hättest wäre meine Vermutung,dass hier ein Teenager postet vom Reifegrad her.