Zitat von Mercurius:Es tut mir leid, falls dich das getriggert haben sollte und du Enttäuschung verspürt hast.
Ich sehe schon, wir werden wohl wenig bis keine gemeinsame Sprache finden, denn aus meiner Perspektive heraus, verstehe ich schon mal nicht, inwiefern mich Deine Beträge enttäuschen könnten oder ich, bleiben wir präzise, Enttäuschung verspürte?
Warum sollte ich?
Trigger ist ein ebenso weites Feld. Wenn Du damit meinst, daß mich Deine Beiträge zu einer Reaktion bewegten, dann nun ja offensichtlich haben sie dies. Ich nehme im Forum wahr, manchmal mache ich sichtbar. Nicht weniger, nicht mehr.
Triggern lasse ich mich verhältnismäßig selten, hin und wieder passiert es natürlich, aber eigentlich mache ich das immer recht deutlich kenntlich. Wenn Du mit triggern allerdings gemeint haben solltest, daß ich oft genug eine andere Perspektive auf die Dinge versuche einzunehmen, dann hat mich Dein Beitrag in Deinem gemeinten Sinne getriggert.
Zitat von Mercurius:Die meisten anderen haben mich dagegen verstanden
Bedeutet verstehen für Dich, Deine Meinung/Sichtweise zu teilen? Wenn das so ist, dann stimmt die Aussage, daß ich entgegen der meisten hier, Dich nicht verstanden habe.
Für mich sind Verstehen und einer Meinung sein, zwei sehr unterschiedliche Dinge.
Ich verstehe sehr gut, daß es vielen von uns (mich eingeschlossen) leichter fällt, mit zweierlei Maß zu messen, ich denke nur nicht, daß es besonders sinnvoll ist.
Ich verstehe extrem gut, daß es oft genug leichter fällt, den Blick beim anderen zu lassen anstatt die eigenen Handlungen und Anteile zu betrachten, ich glaube nur nicht, daß es besonders heilsam ist.
Diese Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen.
Es ging mir nicht darum, daß Dein Schreibstil blumig ist oder daß Dir locker als nicht authentisch vorkommt, sondern vielleicht eher, daß Dein Schreibstil in meinen Augen dazu beiträgt, zu verschleiern, wie wenig genau Du bist, wie unpräzise.
Und dabei geht es mir nicht um vermeintliche Kritik um der Kritik willen, sondern viel mehr um die echte Frage, ob das Verschleiern der Ungenauigkeiten mittels großer, schöner Worte vielleicht eher Symptom oder Zeichen für eine dahinterliegende Haltung, einen dahinterliegenden Gefühlszustand sind.
Schau mal:
Zitat von Mercurius:Solange ich ein Ichempfinden habe, das in dieser Gesellschaft mit einer massiven Leistungsökonomie korreliert, werde ich auf der Suche nach Selbsterhöhung sein.
Lassen wir mal die etwas verquere und auch zu diskutierende Stellung des Wortes solange außen vor, steht da:
weil ich inner Leistungsgesellschaft lebe, suche ich nach Dingen oder Menschen, die mich besser aussehen lassen.
Das ist zwar bei Lichte betrachtet ne Behauptung (wenn auch keine von der Handzuweisende), jedenfalls aber kein Automatismus (weil man sich durchaus auch dagegen entscheiden könnte), aber wir könnten das natürlich so stehen lassen.
Betrachten wir es aber als die Antwort auf meine Frage, ob Du Dich durch die Beziehung mit ihr auch zu einem Teil erhöhen wolltest, dann könnte man aber auf den Gedanken kommen zu sagen, na geh, mit der ganz großen Liebe hat das aber nur bedingt etwas zu tun. Vielleicht doch auch eher mit viel Ego-Kränkung.
Ich sage nicht, daß es so ist, ich versuche aufzuzeigen, daß meine Anmerkungen zur Wortwahl deutlich weniger Stilkritik enthielten, sondern eher ein Versuch hinter die Fassade zu blicken.
Zitat von Mercurius:Zwischen sich als Opfer stilisieren und Opfersein gibt es nach meiner Warte gehörige Unterschiede.
An der Stelle sind wir uns absolut einig.
Zitat von Mercurius:Wenn du nach Jahren immer noch in diese Erfahrung eintauchst, ohne an Verarbeitung zu denken oder deine Haltung zu hinterfragen, damit allerdings deine dysfunktionalen Lebensweisen rechtfertigst, stilisierst du dich als Opfer und erschaffst dir die bequemste Situation, die es geben kann: Du musst nichts machen. Gar nichts. Denn anderes ist verantwortlich. Also sei die Axt im Walde.
An der Stelle schon weniger, denn diese Haltung vernachlässigt den Fakt, daß es nun mal Menschen gibt, die es nicht schaffen (oder zu dem jetzigen Zeitpunkt nicht) aus der Selbstmedikation auszubrechen.
Zitat von Mercurius:Macht doch eh keinen Unterschied. Und so möchte ich nicht sein. Deshalb würde ich auch nie im Leben derartige Rauschgifte anrühren, nicht einmal Zig..
Weißt Du, was ich extrem gut verstehe, daß es unendlich traurig ist, wenn man erkennen muß, daß die Liebe, die man jemandem entgegen gebracht hat, nicht genug ist, um den anderen von der Selbstmedikation abzubringen, vielleicht auch, daß man selbst einfach als Mensch nicht genug war.
NUR: es ist die eigene Wertung, die eigene Entscheidung es so zu sehen. Man könnte sich auch dazu entscheiden, Mitgefühl zu haben. Und nein, das ist überhaupt nicht leicht und es geht schon gar nicht von heute auf morgen, aber es ist eine mögliche Alternative.
Alles, was ich versuche zum Ausdruck zu bringen, ist, daß Deine Bewertung eine mögliche, aber nicht die einzige ist.
Zitat von Mercurius:Was du vielleicht hören willst: (Dabei wiederhole ich mich) Mich hat es wahnsinnig gemacht, dass sie während ihrer Krisen Proaktivität ablehnte.
Ich will gar nichts hören. Ich bin einfach nur hier in diesem Forum und schreibe über meine Wahrnehmungen.
Was genau hat Dich denn so wahnsinnig daran gemacht, daß sie Proaktivität ablehnte. Ich frage deshalb, weil ich in (m)einer Sichtweise, ihren Umgang mit Emotionen also Ihr Emotionsmanagement durch eben Substanzen als durchaus proaktiv empfinde. Es gibt ne Emotionen, die muß verstärkt/gemildert werden, dazu benutzt man eben das Mittel, was verstärkt/mildert.
Und nein, ich sage nicht, daß ich dies unbedingt für einen nachhaltigen Weg halte oder behaupte, daß es ein richtiger sei, ich sage einfach nur, daß ich es als proaktiv empfinde und mich frage, was es genau war, daß dich daran wahnsinnig gemacht hat.
Weil sie sich in Deinen Augen vermeintlich falsch verhielt?
Weil Du dadurch zum Teil ihre Aufmerksamkeit verloren hast?
Weil Du lieber gleich eine Lösung des eigentlichen faktischen Problems gesucht hättest?
Oder hast Du, was sie tat, einfach nicht als proaktiv empfunden?
Zitat von Mercurius:Was erwartest du, wie ich über ihren Abusus schreiben sollte? Was würde dich glücklich machen?
Was ich erwarte, was ich fühle, was mich getriggert oder auch nicht hat oder haben könnte. All diese Fragen scheinen sich ein bißchen, wie ein roter Faden durch Deine Antwort zu ziehen.
Ist Dir das eigentlich bewußt und setzt Du das gezielt ein oder ist es Dir noch gar nicht aufgefallen?