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Vom Zerrissenwordensein

E-Claire

E-Claire

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Zitat von Mercurius:
Sie hat mal gesagt, dass diese Frau, die sie mal war, genau die Richtige für mich gewesen wäre. Da sie Probleme an- und ausgesprochen habe, gerne lebte und so weiter. Opfersein ist schon recht einfach. Und mir ist es geradev zuwider, dass sie sich immer wieder Gründe aufbaut, Opfer sein zu dürfen und damit ihren Rauschgiftabusus legitimiert.


Puh! Es ist immer wieder für mich unendlich faszinierend, wie unterschiedlich man Stile wahrnimmt oder wodurch sich der eine aber nicht der andere angesprochen fühlt.

Ich empfinde Deinen Stil als wolkig unauthentisch. Im klassischen Story-Telling gibt es eine Grundregel, don't tell, show. Ich sehe (lese) Deine Beschreibungen Deiner Gefühle, aber zeigen tust Du sie mir nicht. Gleiches gilt auch für das, was Du über sie schreibst.
Sie schwebt zwischen Monster und Blüte, aber das sie in allererster Linie ein Mensch ist, das kann ich Deinem Text irgendwie nicht entnehmen.

Daher frage ich mich ein bißchen, ob Deine anfängliche Verklärung nicht eben auch Teil des eigentlichen Problems ist. Denn mit Verlaub, ich lese hier einfach nur von einer Frau, der scheinbar oberflächliche Bewunderung (von Männern) deutlich besser zu Gesicht steht, als tiefgehende, echte Bindungen (zB. zu Frauen).

Bist Du sicher, daß Du nicht auch eher eigene Erhöhung durch das Zusammensein mit ihr im Blick hattest?

Nun aber zu meinem Zitat oben, lässt man die durchaus beachtliche Rhetorik weg, was bleibt? Für mich ein mit zweierlei Maß messen. Denn, selbst wenn wir annehmen, daß sie sich als Opfer stilisiert, ist sie in dieser Geschichte nicht der/die einzige.

Allein bei diesem Festl, diesem Wochenende, hätte ich nach solch einem Verhalten doch nicht drauf bestanden, daß mich selbige Dame zum Bahnhof fährt, sondern erhobenen Hauptes meine eigene Fahrt organisiert und angetreten.
Die Nummer mit den Tickets für die Show ist auch nur ein passiv-aggressives Erinnern an, ich bin noch hier, setz dich gefälligst mit mir auseinander.
Schließlich gilt Gleiches für Deinen be-bzw. entwertenden Umgang mit ihrem Konsum. Es ist sehr leicht auf dem moralischen Roß sitzend herunterzublicken und ein Urteil zu fällen, es ist noch viel leichter dabei zu vergessen, daß Liebe nicht gleichbedeutend mit Berechtigung zur Analyse einhergeht.

Lasse ich Deine Rhetorik weg, so lese ich hier nur von einem Mann, der Wut und Trauer darüber verspürt, daß sich das gedacht Besondere, als eben nicht so Besonders herausgestellt hat, sich allerdings nicht mal wirklich traut, diese Gefühle echt, klar und geradeheraus zu formulieren.

Wie eingangs schon gesagt, es ist immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich Wahrnehmungen sein können.

Es tut mir sehr leid, daß es Dir nicht gut geht. Alles Gute!

16.04.2019 09:58 • x 3 #31


Mercurius


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Zitat von E-Claire:

Puh! Es ist immer wieder für mich unendlich faszinierend, wie unterschiedlich man Stile wahrnimmt oder wodurch sich der eine aber nicht der andere angesprochen fühlt.

Ich empfinde Deinen Stil als wolkig unauthentisch. Im klassischen Story-Telling gibt es eine Grundregel, don't tell, show. Ich sehe (lese) Deine Beschreibungen Deiner Gefühle, aber zeigen tust Du sie mir nicht. Gleiches gilt auch für das, was Du über sie schreibst.
Sie schwebt zwischen Monster und Blüte, aber das sie in allererster Linie ein Mensch ist, das kann ich Deinem Text irgendwie nicht entnehmen.

Daher frage ich mich ein bißchen, ob Deine anfängliche Verklärung nicht eben auch Teil des eigentlichen Problems ist. Denn mit Verlaub, ich lese hier einfach nur von einer Frau, der scheinbar oberflächliche Bewunderung (von Männern) deutlich besser zu Gesicht steht, als tiefgehende, echte Bindungen (zB. zu Frauen).

Bist Du sicher, daß Du nicht auch eher eigene Erhöhung durch das Zusammensein mit ihr im Blick hattest?

Nun aber zu meinem Zitat oben, lässt man die durchaus beachtliche Rhetorik weg, was bleibt? Für mich ein mit zweierlei Maß messen. Denn, selbst wenn wir annehmen, daß sie sich als Opfer stilisiert, ist sie in dieser Geschichte nicht der/die einzige.

Allein bei diesem Festl, diesem Wochenende, hätte ich nach solch einem Verhalten doch nicht drauf bestanden, daß mich selbige Dame zum Bahnhof fährt, sondern erhobenen Hauptes meine eigene Fahrt organisiert und angetreten.
Die Nummer mit den Tickets für die Show ist auch nur ein passiv-aggressives Erinnern an, ich bin noch hier, setz dich gefälligst mit mir auseinander.
Schließlich gilt Gleiches für Deinen be-bzw. entwertenden Umgang mit ihrem Konsum. Es ist sehr leicht auf dem moralischen Roß sitzend herunterzublicken und ein Urteil zu fällen, es ist noch viel leichter dabei zu vergessen, daß Liebe nicht gleichbedeutend mit Berechtigung zur Analyse einhergeht.

Lasse ich Deine Rhetorik weg, so lese ich hier nur von einem Mann, der Wut und Trauer darüber verspürt, daß sich das gedacht Besondere, als eben nicht so Besonders herausgestellt hat, sich allerdings nicht mal wirklich traut, diese Gefühle echt, klar und geradeheraus zu formulieren.

Wie eingangs schon gesagt, es ist immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich Wahrnehmungen sein können.

Es tut mir sehr leid, daß es Dir nicht gut geht. Alles Gute!


Hallo E-Claire und danke für deinen Beitrag. Ich kenne dich noch nicht und weiß nicht, ob du einen gewissen Stil verfolgst, mit dem du an Forendiskussionen teilnimmst. Wahrnehmung ist natürlich immer subjektiv und durch Grundhaltungen bemustert. Ich kann mich schnell an einzelnen Aussagen stoßen und ein Grundgefühl enwickeln, dass zu einer selektiv-eingefärbten Lesart führt (Confirmation Bias). Vielleicht erinnert mich das, was dort geschrieben steht, an etwas, das mich mal verletzt hat. Oder der Stil an den Stil eines Menschen, mit dem ich Konflikte habe.

Ja, ich schreibe blumig und spreche auch so. Dafür bin ich bekannt. Das kann bisweilen "wolkig" wirken. Ich kann auch locker, aber das wäre nicht authentisch. Authentizität als solche ist überdies höchst fragwürdig. Aber das gehört hier nicht hin.

Wie genau kann ich auf diesem virtuellen Untergrund meine Gefühle zeigen? Durch Emoticons? Oder soll ich Bilder einfügen, die mich weinend, schnaubend, angsterfüllt darstellen? Dass sie in allerersterlinie ein Mensch ist, ist ein Faktum. Ist es dir wichtig, dass ich daraufhinweise? Sie ist ein Mensch und zwar immer und immer wieder. Genau wie ich auch. Mit all dem, was zum Menschsein gehört. Ich bin geboren! Und ich gehe vorüber! Dazwischen bin ich das, was ich bin. Und sie auch.

Du hast Recht, ich habe sie verklärt. So wie sie jeder Mann, den ich kenne, verklärt. Wir sind eben Männer. Mehr nicht. Wir verlieben uns und verklären. Irgendwas sagt mir, dass das biologisch so veranlagt ist. Bei manchen mehr, bei anderen weniger. Bei mir offenbar sehr stark.

Eine eigene Erhöhung habe ich als Mensch immer im Blick. Solange ich ein Ichempfinden habe, das in dieser Gesellschaft mit einer massiven Leistungsökonomie korreliert, werde ich auf der Suche nach Selbsterhöhung sein. Hier, dort, überall. Ich weiß das, weil ich schon mehrfach hinter mein sogenanntes Ichempfinden geschaut habe und Leere erlebte. Das Limitierte ICH will befüllt werden, immerzu. Deshalb hat es mich zurückgezerrt. Für diese No-Mind-Erfahrungen war ich aber ohnehin zu jung und nicht bereit. Das kommt wohl noch, aber nicht jetzt, nicht bald. Einst.

Zwischen sich als Opfer stilisieren und Opfersein gibt es nach meiner Warte gehörige Unterschiede. Wenn dir dein Haus niedergebrannt wird, bist du in dem Moment mit allen Konsequenzen Opfer und brauchst Unterstützung. Wenn du nach Jahren immer noch in diese Erfahrung eintauchst, ohne an Verarbeitung zu denken oder deine Haltung zu hinterfragen, damit allerdings deine dysfunktionalen Lebensweisen rechtfertigst, stilisierst du dich als Opfer und erschaffst dir die bequemste Situation, die es geben kann: Du musst nichts machen. Gar nichts. Denn anderes ist verantwortlich. Also sei die Axt im Walde. Macht doch eh keinen Unterschied. Und so möchte ich nicht sein. Deshalb würde ich auch nie im Leben derartige Rauschgifte anrühren, nicht einmal Zig..

Was du vielleicht hören willst: (Dabei wiederhole ich mich) Mich hat es wahnsinnig gemacht, dass sie während ihrer Krisen Proaktivität ablehnte. Dass sie sagte, sie müsse jetzt einen rauchen, um runterzufahren. Dass sie, um vernünftig feiern gehen zu können, Dro. schmiss. Dass sie zum Lernen Ritalin gebrauchte. Wie sie ihren kleinen Körper vergiftet. Und als Mensch, der sie liebt, hatte ich jedes Recht, mich darüber aufzuregen. Aber wie in diesem Thread auch schon geschrieben wurde, habe ich mich zu wenig beraten lassen und damit auseinandergesetzt.

Dein Vorwurf eines passiv-aggressiven Erinnerns ist spannend. Passiv-aggressives Verhalten sieht für mich komplett anders aus. D.i.: Ich hätte sie angerufen und gesagt, ich würde diese Tickets nun wegschmeißen, da sie ohnehin stressen und keine gute Zeit versprächen. D. i.: Ich rufe sie an und sage ihr, dass ich zu allem Überfluss nun ein größeres Kortisondepot in die tiefe Hüfte gespritzt bekommen hätte und wie immer Schmerzen habe. Dass es mir nun zusätzlich sch. ginge. Oder ich zu ihrem letzten Rausch gesagt hätte, dass sie sich nun hoffentlich besser fühle. Und so fort. Du scheinst an dieser Stelle überinterpretiert zu haben. In Wirklichkeit wollte ich sie einfach nur wieder sehen. Weil ich an ihr hänge und einsam bin. Wie jeder Verlassene.

Von einem moralischen Ross aus habe ich ihren Konsum kaum betrachtet, be- und entwertet. Ich habe partnerschaftlich auf dieses Verhalten geschaut. Das meint, dass ich an einer Lösung, die unserem Miteinander dienlich gewesen wäre, interessiert war und natürlich hoffte, insistierte, probierte. Was erwartest du, wie ich über ihren Abusus schreiben sollte? Was würde dich glücklich machen?

Echt und geradeaus formuliert habe ich nach deinem Gefühl nicht. Es tut mir leid, falls dich das getriggert haben sollte und du Enttäuschung verspürt hast. Die meisten anderen haben mich dagegen verstanden. Und zur subjektiven Empfindung verschiedener Stile schrieb ich ja bereits.

Danke nochmals für deinen Beitrag und deine Anteilnahme.

16.04.2019 12:01 • #32


DieSeherin

DieSeherin

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ich kann dich ja auch nur durch deine beiträge einschätzen, aber vielleicht ist es wirklich dein schreibstil, der dich bei mir als eine mischung aus herablassender romantiker und emotionsgesteuertem drama-king rüberkommen lässt (und bitte nimm das jetzt nicht zu persönlich, weil ich natürlich ein wenig übertreibe ).

wahrscheinlich ist dir gar nicht bewusst, wie sehr deine sprache, bzw. dein sprachgebrauch bei anderen bilder von dir erzeugen können, die du vielleicht irritiert von dir weisen würdest.

und wie du oben ja selber schreibst, scheint viel von dem, was du sagst nicht anzukommen, weil du es eben so sagst, wie du es tust.

16.04.2019 12:32 • x 3 #33


Anders

Anders

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@Mercurius

Zitat von Anders:
Hast Du sie mal konkret gefragt oder konfrontiert mit dem was unter Deinem "Lampenschirm" brennt?


Es ging darum sie damit zu konfrontieren was unter Deinem Schirm brennt.
Was unter ihrem brennt weißt Du womöglich besser als jeder Psychoanalytiker.

Zitat von Mercurius:
Was ich sehe, wenn ich runtersteige? Mich, leidend.


Das ist auch das, was sie sieht.
Es ist das, was alle sehen.

Kannst Du dieses Bild von Dir ertragen?
Ist es für Dich in Ordnung, so gesehen und gefühlt zu werden?

Was für einem Typen von Dir selber würdest Du gern gegenüber sitzen.
Welchem würdest Du zutrauen, dass er auch aufstehen und handeln kann, für sich, für andere.

Zitat von E-Claire:
Lasse ich Deine Rhetorik weg, so lese ich hier nur von einem Mann, der Wut und Trauer darüber verspürt, daß sich das gedacht Besondere, als eben nicht so Besonders herausgestellt hat, sich allerdings nicht mal wirklich traut, diese Gefühle echt, klar und geradeheraus zu formulieren.


Auch ich lese als Hintergrundinformation, als Basis Deiner Worte fast nur Wut heraus.
Weniger Zorn, aber Wut und Trotz - auf Grund einer Täuschung?
Wir täuschen uns allerdings immer selber - sie hat Dich nicht enttäuscht.

Magst Du üben?

Hier darfst Du wütend sein.
Und flapsig.
Und Deinen hübschen "LampenSchirm" abnehmen.

Dürfen wir in Deckung gehen?

16.04.2019 13:39 • #34


Mercurius


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Zitat von Anders:
@Mercurius



Es ging darum sie damit zu konfrontieren was unter Deinem Schirm brennt.
Was unter ihrem brennt weißt Du womöglich besser als jeder Psychoanalytiker.



Das ist auch das, was sie sieht.
Es ist das, was alle sehen.

Kannst Du dieses Bild von Dir ertragen?
Ist es für Dich in Ordnung, so gesehen und gefühlt zu werden?

Was für einem Typen von Dir selber würdest Du gern gegenüber sitzen.
Welchem würdest Du zutrauen, dass er auch aufstehen und handeln kann, für sich, für andere.



Auch ich lese als Hintergrundinformation, als Basis Deiner Worte fast nur Wut heraus.
Weniger Zorn, aber Wut und Trotz - auf Grund einer Täuschung?
Wir täuschen uns allerdings immer selber - sie hat Dich nicht enttäuscht.

Magst Du üben?

Hier darfst Du wütend sein.
Und flapsig.
Und Deinen hübschen "LampenSchirm" abnehmen.

Dürfen wir in Deckung gehen?


Möchtest du meine Widerstände wirklich auflösen?

16.04.2019 13:56 • #35


Anders

Anders

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@Mercurius

Das ist eine geschlossene Frage.

Wenn das so ist.

Ja.

16.04.2019 13:57 • #36


Mercurius


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Zitat von DieSeherin:
ich kann dich ja auch nur durch deine beiträge einschätzen, aber vielleicht ist es wirklich dein schreibstil, der dich bei mir als eine mischung aus herablassender romantiker und emotionsgesteuertem drama-king rüberkommen lässt (und bitte nimm das jetzt nicht zu persönlich, weil ich natürlich ein wenig übertreibe ).

wahrscheinlich ist dir gar nicht bewusst, wie sehr deine sprache, bzw. dein sprachgebrauch bei anderen bilder von dir erzeugen können, die du vielleicht irritiert von dir weisen würdest.

und wie du oben ja selber schreibst, scheint viel von dem, was du sagst nicht anzukommen, weil du es eben so sagst, wie du es tust.


Ich verstehe. Ein herablassender Romantiker bin ich nicht. Emotionsgesteuert, klar. Irgendwie doch immer. Drama-King? Was ist das? Du solltest mich mal in echt erleben. Aber vielleicht bestätigt sich dann doch, was du aus meinen Texten liest. Und ich bin einfach sehr verzerrt, blockiert und auf dem sogenannten Holzweg.

16.04.2019 14:00 • #37


Mercurius


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Die Wahrheit: Ich will mich immer überlegen fühlen. Bei allen. Nie mehr geopfert werden. Meine Ex war anfangs sehr angeturnt von meiner Bildung, meiner Sprache und meiner Selbstdarstellung. Aber das aufrecht zu erhalten, war schwer. Und da ich überhaupt nicht angekommen bin, weder hier, noch woanders, konnte ich ihr keinen wahren, starken Kerl anbieten. Nur eine Matroschka. So wird es wohl gewesen sein.

Welchem Typen würde ich gerne gegenübersitzen? Dem, der ich in verschiedenen Wildnissen war, dem, der überlebt hat, weil er wusste, dass er überleben wird. Der ist stark und konsequent. Er ist erhaben, aber gerecht. Er sagt: Ich ruhe in mir und vor mir liegt die weite See. Es gibt kein Leid für mich auf der Welt. Nur die Welt.

16.04.2019 14:09 • #38


DieSeherin

DieSeherin

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Zitat von Mercurius:
Die Wahrheit: Ich will mich immer überlegen fühlen. Bei allen. Nie mehr geopfert werden. Meine Ex war anfangs sehr angeturnt von meiner Bildung, meiner Sprache und meiner Selbstdarstellung. Aber das aufrecht zu erhalten, war schwer.


damit beschreibst du viel besser, was ich mit meiner wahrnehmung von dir meinte, wenn ich deine texte lese. und wahrscheinlich stehst du dir dasmit tatsächlich mehr im weg, als dir lieb ist. überlegen sein ist ja in bestimmten situationen ganz gut, aber in liebesdingen..?

vielleicht bist du zu sehr in diese rolle geschlüpft - die bestimmt sehr beeindruckend sein kann - als dass du noch authentisch rüberkommst?

als selbstschutz ist das bestimmt auch ab und zu eine gut funktionierende methode, aber muss man sich denn vor allem und jedem schützen?

16.04.2019 14:23 • #39


Anders

Anders

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Wow!

Zitat von Mercurius:
Meine Ex war anfangs sehr angeturnt von meiner Bildung, meiner Sprache und meiner Selbstdarstellung. Aber das aufrecht zu erhalten, war schwer.


Was wolltest Du aufrecht erhalten?
Das hohe Niveau in Sprache und Gebärden?
Oder Dich auf auf ihrer Ebene zu bewegen um sie nicht abzuturnen?

Zitat von Mercurius:
da ich überhaupt nicht angekommen bin, weder hier, noch woanders


Wohin willst Du?
Und.
Viel spannender.
Was hindert Dich?

Zitat von Mercurius:
Nur eine Matroschka.


Nur?
Das heißt, Dein Wesen, Du, hast viele Facetten, kannst alle Farben bedienen und alle Töne anschlagen jenachdem wer grad vor Deiner Tür steht?

Was ist daran "Nur"?

16.04.2019 14:25 • #40


Mercurius


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Zitat von DieSeherin:

damit beschreibst du viel besser, was ich mit meiner wahrnehmung von dir meinte, wenn ich deine texte lese. und wahrscheinlich stehst du dir dasmit tatsächlich mehr im weg, als dir lieb ist. überlegen sein ist ja in bestimmten situationen ganz gut, aber in liebesdingen..?

vielleicht bist du zu sehr in diese rolle geschlüpft - die bestimmt sehr beeindruckend sein kann - als dass du noch authentisch rüberkommst?

als selbstschutz ist das bestimmt auch ab und zu eine gut funktionierende methode, aber muss man sich denn vor allem und jedem schützen?



Das glaube ich dir. Es fällt schwer, so ehrlich zu sein. Ich hab halt irgendwann gelernt, dass ich stark davon profitiere. Das hat sich dann sehr tief in meine Persönlichkeit geschrieben. Um ehrlich zu sein: Keihne Ahnung, wie ich da rauskommen könnte.

16.04.2019 14:33 • #41


E-Claire

E-Claire

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Zitat von Mercurius:
Es tut mir leid, falls dich das getriggert haben sollte und du Enttäuschung verspürt hast.

Ich sehe schon, wir werden wohl wenig bis keine gemeinsame Sprache finden, denn aus meiner Perspektive heraus, verstehe ich schon mal nicht, inwiefern mich Deine Beträge enttäuschen könnten oder ich, bleiben wir präzise, Enttäuschung verspürte?
Warum sollte ich?

Trigger ist ein ebenso weites Feld. Wenn Du damit meinst, daß mich Deine Beiträge zu einer Reaktion bewegten, dann nun ja offensichtlich haben sie dies. Ich nehme im Forum wahr, manchmal mache ich sichtbar. Nicht weniger, nicht mehr.
Triggern lasse ich mich verhältnismäßig selten, hin und wieder passiert es natürlich, aber eigentlich mache ich das immer recht deutlich kenntlich. Wenn Du mit triggern allerdings gemeint haben solltest, daß ich oft genug eine andere Perspektive auf die Dinge versuche einzunehmen, dann hat mich Dein Beitrag in Deinem gemeinten Sinne getriggert.

Zitat von Mercurius:
Die meisten anderen haben mich dagegen verstanden

Bedeutet verstehen für Dich, Deine Meinung/Sichtweise zu teilen? Wenn das so ist, dann stimmt die Aussage, daß ich entgegen der meisten hier, Dich nicht verstanden habe.
Für mich sind Verstehen und einer Meinung sein, zwei sehr unterschiedliche Dinge.

Ich verstehe sehr gut, daß es vielen von uns (mich eingeschlossen) leichter fällt, mit zweierlei Maß zu messen, ich denke nur nicht, daß es besonders sinnvoll ist.
Ich verstehe extrem gut, daß es oft genug leichter fällt, den Blick beim anderen zu lassen anstatt die eigenen Handlungen und Anteile zu betrachten, ich glaube nur nicht, daß es besonders heilsam ist.

Diese Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen.

Es ging mir nicht darum, daß Dein Schreibstil blumig ist oder daß Dir locker als nicht authentisch vorkommt, sondern vielleicht eher, daß Dein Schreibstil in meinen Augen dazu beiträgt, zu verschleiern, wie wenig genau Du bist, wie unpräzise.
Und dabei geht es mir nicht um vermeintliche Kritik um der Kritik willen, sondern viel mehr um die echte Frage, ob das Verschleiern der Ungenauigkeiten mittels großer, schöner Worte vielleicht eher Symptom oder Zeichen für eine dahinterliegende Haltung, einen dahinterliegenden Gefühlszustand sind.

Schau mal:
Zitat von Mercurius:
Solange ich ein Ichempfinden habe, das in dieser Gesellschaft mit einer massiven Leistungsökonomie korreliert, werde ich auf der Suche nach Selbsterhöhung sein.

Lassen wir mal die etwas verquere und auch zu diskutierende Stellung des Wortes solange außen vor, steht da:
weil ich inner Leistungsgesellschaft lebe, suche ich nach Dingen oder Menschen, die mich besser aussehen lassen.
Das ist zwar bei Lichte betrachtet ne Behauptung (wenn auch keine von der Handzuweisende), jedenfalls aber kein Automatismus (weil man sich durchaus auch dagegen entscheiden könnte), aber wir könnten das natürlich so stehen lassen.

Betrachten wir es aber als die Antwort auf meine Frage, ob Du Dich durch die Beziehung mit ihr auch zu einem Teil erhöhen wolltest, dann könnte man aber auf den Gedanken kommen zu sagen, na geh, mit der ganz großen Liebe hat das aber nur bedingt etwas zu tun. Vielleicht doch auch eher mit viel Ego-Kränkung.

Ich sage nicht, daß es so ist, ich versuche aufzuzeigen, daß meine Anmerkungen zur Wortwahl deutlich weniger Stilkritik enthielten, sondern eher ein Versuch hinter die Fassade zu blicken.

Zitat von Mercurius:
Zwischen sich als Opfer stilisieren und Opfersein gibt es nach meiner Warte gehörige Unterschiede.

An der Stelle sind wir uns absolut einig.

Zitat von Mercurius:
Wenn du nach Jahren immer noch in diese Erfahrung eintauchst, ohne an Verarbeitung zu denken oder deine Haltung zu hinterfragen, damit allerdings deine dysfunktionalen Lebensweisen rechtfertigst, stilisierst du dich als Opfer und erschaffst dir die bequemste Situation, die es geben kann: Du musst nichts machen. Gar nichts. Denn anderes ist verantwortlich. Also sei die Axt im Walde.

An der Stelle schon weniger, denn diese Haltung vernachlässigt den Fakt, daß es nun mal Menschen gibt, die es nicht schaffen (oder zu dem jetzigen Zeitpunkt nicht) aus der Selbstmedikation auszubrechen.
Zitat von Mercurius:
Macht doch eh keinen Unterschied. Und so möchte ich nicht sein. Deshalb würde ich auch nie im Leben derartige Rauschgifte anrühren, nicht einmal Zig..

Weißt Du, was ich extrem gut verstehe, daß es unendlich traurig ist, wenn man erkennen muß, daß die Liebe, die man jemandem entgegen gebracht hat, nicht genug ist, um den anderen von der Selbstmedikation abzubringen, vielleicht auch, daß man selbst einfach als Mensch nicht genug war.
NUR: es ist die eigene Wertung, die eigene Entscheidung es so zu sehen. Man könnte sich auch dazu entscheiden, Mitgefühl zu haben. Und nein, das ist überhaupt nicht leicht und es geht schon gar nicht von heute auf morgen, aber es ist eine mögliche Alternative.

Alles, was ich versuche zum Ausdruck zu bringen, ist, daß Deine Bewertung eine mögliche, aber nicht die einzige ist.

Zitat von Mercurius:
Was du vielleicht hören willst: (Dabei wiederhole ich mich) Mich hat es wahnsinnig gemacht, dass sie während ihrer Krisen Proaktivität ablehnte.

Ich will gar nichts hören. Ich bin einfach nur hier in diesem Forum und schreibe über meine Wahrnehmungen.
Was genau hat Dich denn so wahnsinnig daran gemacht, daß sie Proaktivität ablehnte. Ich frage deshalb, weil ich in (m)einer Sichtweise, ihren Umgang mit Emotionen also Ihr Emotionsmanagement durch eben Substanzen als durchaus proaktiv empfinde. Es gibt ne Emotionen, die muß verstärkt/gemildert werden, dazu benutzt man eben das Mittel, was verstärkt/mildert.
Und nein, ich sage nicht, daß ich dies unbedingt für einen nachhaltigen Weg halte oder behaupte, daß es ein richtiger sei, ich sage einfach nur, daß ich es als proaktiv empfinde und mich frage, was es genau war, daß dich daran wahnsinnig gemacht hat.

Weil sie sich in Deinen Augen vermeintlich falsch verhielt?
Weil Du dadurch zum Teil ihre Aufmerksamkeit verloren hast?
Weil Du lieber gleich eine Lösung des eigentlichen faktischen Problems gesucht hättest?
Oder hast Du, was sie tat, einfach nicht als proaktiv empfunden?

Zitat von Mercurius:
Was erwartest du, wie ich über ihren Abusus schreiben sollte? Was würde dich glücklich machen?

Was ich erwarte, was ich fühle, was mich getriggert oder auch nicht hat oder haben könnte. All diese Fragen scheinen sich ein bißchen, wie ein roter Faden durch Deine Antwort zu ziehen.

Ist Dir das eigentlich bewußt und setzt Du das gezielt ein oder ist es Dir noch gar nicht aufgefallen?

16.04.2019 14:38 • x 2 #42


Mercurius


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Zitat von Anders:
Wow!



Was wolltest Du aufrecht erhalten?
Das hohe Niveau in Sprache und Gebärden?
Oder Dich auf auf ihrer Ebene zu bewegen um sie nicht abzuturnen?



Wohin willst Du?
Und.
Viel spannender.
Was hindert Dich?



Nur?
Das heißt, Dein Wesen, Du, hast viele Facetten, kannst alle Farben bedienen und alle Töne anschlagen jenachdem wer grad vor Deiner Tür steht?

Was ist daran "Nur"?


Ich wollte aufrecht erhalten, dass sie angeturnt bleibt. Ich habe von den letzten beiden Partnerinnen folgendes gesagt bekommen: Ich sei eigentlich nicht ihr Typ. Ich bin weder groß, noch bärtig, noch muskulös. Und diese beiden stehen auf Karl Drogos. Das, was sie beeindrucke, sei demnach meine Intelligenz. Mein Schneid. Meine Führungsqualität. Ich übernehme sehr gerne die Führung von Gruppen. Weil ich mir natürlich auch gut darin gefalle. Und ich kann massiv beeindrucken. Bin Dramaturg, tatsächlich mit einiger Bühnenerfahrung. Aber ohne Maske und Kostüm fühl ich mich ausgeliefert.

Wohin ich will? In diese Welt. Aus dem Nebel raus. Hinein ins Treiben.

Was mich hindert? Angst.

Was ist daran nicht "nur"? Wie soll mich so jemand wirklich schauen können? Und das ist ein absolutes Grundbedürfnis. Wirklich gesehen zu werden.

16.04.2019 14:45 • x 1 #43


DieSeherin

DieSeherin

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Zitat von Mercurius:
Um ehrlich zu sein: Keihne Ahnung, wie ich da rauskommen könnte.


hmmm... musst du da denn rauskommen? oder musst du da komplett rauskommen? oder bist du plötzlich ganz du selber, wenn du dich geborgen und sicher fühlst?

16.04.2019 14:48 • #44


Mercurius


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Du bist eine kluge Frau, E-Claire. Sicherlich habe ich einiges in den Spiegel gesprochen. Ich möchte deine Sichtweise näher an mich lassen, vorhin war ich noch im Widerstand.

Ich geb dir ein paar persönliche Fakten, warum mich ihr Konsumverhalten dermaßen wahnsinnig gemacht hat: In meiner Familie wurde solange ich lebe und natürlich auch darüber hinaus massiv konsumiert. Und zwar alles. Als Kind habe ich das nicht verstanden. Es herrschte Konfusion. Mal wurde ich gesehen und versorgt, mal überhaupt nicht. Ich hab mich gewundert, warum meine Mutter am einen Tag hell und klar und am anderen Tag wolkig und weit entfernt wirkte. Das hat mein Vertrauen zu ihr zerstört. Irgendwann habe ich von dem größeren Bruder eines Schulfreundes erfahren, dass das, was sie da auf dem Löffel erhitzt, eine Dro. sei. Danach habe ich sie gehasst.

Meine Ex hat mir erst nach einer Weile gebeichtet, dass sie konsumiert, respektive konsumiert hat. Ich war absolut fassungslos und distanzierte mich. Sie hat mich dann u.a. damit beschwichtigt, dass sie es nicht mehr täte und wenn, dann nur in geringen Dosen. Vielleicht wollte ich mich nochmal quälen lassen. Es gibt sicherlich irgendwelche psychologischen Erklärungen dafür, dass ausgerechnet ich (Wortlaut diverser Freunde) mit einer Userin zusammengekommen bin. Und wie ich mal schrieb, war mein Projekt durchaus sie davor zu bewahren. Als sie wieder anfing, bin ich massiv geschrumpft. Ich kam von der Arbeit, hatte 9 oder 10 Stunden geschuftet und sie lag mit rot zugeschwollenen Augen im Bett. Wie ein Zombie, nicht adressierbar. Wir konnten so keine Gespräche führen, keine Bücher gemeinsam lesen, kochen oder was ich sonst gerne in einer Partnerschaft mache. Natürlich war die Libido auch tot. Mausetot. Das hat Ekel in mir hervorgerufen. Ich hab ihr alles erklärt, dass es mich an meine Kindheit erinnere, dass es mich traurig mache und ob sie sich nicht vorstellen könnte, mit einem Arzt, einem Psychologen oder sonstwem zu sprechen oder mal in eine 12 Schrittegruppe zu gehen. Sie konsumiere gerne, hat sie gesagt. Ja, sehr proaktiv. Sie hatte trockene Räusche und immerzu Schmerzen, wenn sie nüchtern war. Das war unerträglich.

Zu deiner letzten Frage: Natürlich ist mir das bewusst. Ich war im Kampfmodus. Jetzt aber nicht mehr. Frieden.

Zitat von E-Claire:
Ich sehe schon, wir werden wohl wenig bis keine gemeinsame Sprache finden, denn aus meiner Perspektive heraus, verstehe ich schon mal nicht, inwiefern mich Deine Beträge enttäuschen könnten oder ich, bleiben wir präzise, Enttäuschung verspürte?
Warum sollte ich?

Trigger ist ein ebenso weites Feld. Wenn Du damit meinst, daß mich Deine Beiträge zu einer Reaktion bewegten, dann nun ja offensichtlich haben sie dies. Ich nehme im Forum wahr, manchmal mache ich sichtbar. Nicht weniger, nicht mehr.
Triggern lasse ich mich verhältnismäßig selten, hin und wieder passiert es natürlich, aber eigentlich mache ich das immer recht deutlich kenntlich. Wenn Du mit triggern allerdings gemeint haben solltest, daß ich oft genug eine andere Perspektive auf die Dinge versuche einzunehmen, dann hat mich Dein Beitrag in Deinem gemeinten Sinne getriggert.


Bedeutet verstehen für Dich, Deine Meinung/Sichtweise zu teilen? Wenn das so ist, dann stimmt die Aussage, daß ich entgegen der meisten hier, Dich nicht verstanden habe.
Für mich sind Verstehen und einer Meinung sein, zwei sehr unterschiedliche Dinge.

Ich verstehe sehr gut, daß es vielen von uns (mich eingeschlossen) leichter fällt, mit zweierlei Maß zu messen, ich denke nur nicht, daß es besonders sinnvoll ist.
Ich verstehe extrem gut, daß es oft genug leichter fällt, den Blick beim anderen zu lassen anstatt die eigenen Handlungen und Anteile zu betrachten, ich glaube nur nicht, daß es besonders heilsam ist.

Diese Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen.

Es ging mir nicht darum, daß Dein Schreibstil blumig ist oder daß Dir locker als nicht authentisch vorkommt, sondern vielleicht eher, daß Dein Schreibstil in meinen Augen dazu beiträgt, zu verschleiern, wie wenig genau Du bist, wie unpräzise.
Und dabei geht es mir nicht um vermeintliche Kritik um der Kritik willen, sondern viel mehr um die echte Frage, ob das Verschleiern der Ungenauigkeiten mittels großer, schöner Worte vielleicht eher Symptom oder Zeichen für eine dahinterliegende Haltung, einen dahinterliegenden Gefühlszustand sind.

Schau mal:
Lassen wir mal die etwas verquere und auch zu diskutierende Stellung des Wortes solange außen vor, steht da:
weil ich inner Leistungsgesellschaft lebe, suche ich nach Dingen oder Menschen, die mich besser aussehen lassen.
Das ist zwar bei Lichte betrachtet ne Behauptung (wenn auch keine von der Handzuweisende), jedenfalls aber kein Automatismus (weil man sich durchaus auch dagegen entscheiden könnte), aber wir könnten das natürlich so stehen lassen.

Betrachten wir es aber als die Antwort auf meine Frage, ob Du Dich durch die Beziehung mit ihr auch zu einem Teil erhöhen wolltest, dann könnte man aber auf den Gedanken kommen zu sagen, na geh, mit der ganz großen Liebe hat das aber nur bedingt etwas zu tun. Vielleicht doch auch eher mit viel Ego-Kränkung.

Ich sage nicht, daß es so ist, ich versuche aufzuzeigen, daß meine Anmerkungen zur Wortwahl deutlich weniger Stilkritik enthielten, sondern eher ein Versuch hinter die Fassade zu blicken.


An der Stelle sind wir uns absolut einig.


An der Stelle schon weniger, denn diese Haltung vernachlässigt den Fakt, daß es nun mal Menschen gibt, die es nicht schaffen (oder zu dem jetzigen Zeitpunkt nicht) aus der Selbstmedikation auszubrechen.

Weißt Du, was ich extrem gut verstehe, daß es unendlich traurig ist, wenn man erkennen muß, daß die Liebe, die man jemandem entgegen gebracht hat, nicht genug ist, um den anderen von der Selbstmedikation abzubringen, vielleicht auch, daß man selbst einfach als Mensch nicht genug war.
NUR: es ist die eigene Wertung, die eigene Entscheidung es so zu sehen. Man könnte sich auch dazu entscheiden, Mitgefühl zu haben. Und nein, das ist überhaupt nicht leicht und es geht schon gar nicht von heute auf morgen, aber es ist eine mögliche Alternative.

Alles, was ich versuche zum Ausdruck zu bringen, ist, daß Deine Bewertung eine mögliche, aber nicht die einzige ist.


Ich will gar nichts hören. Ich bin einfach nur hier in diesem Forum und schreibe über meine Wahrnehmungen.
Was genau hat Dich denn so wahnsinnig daran gemacht, daß sie Proaktivität ablehnte. Ich frage deshalb, weil ich in (m)einer Sichtweise, ihren Umgang mit Emotionen also Ihr Emotionsmanagement durch eben Substanzen als durchaus proaktiv empfinde. Es gibt ne Emotionen, die muß verstärkt/gemildert werden, dazu benutzt man eben das Mittel, was verstärkt/mildert.
Und nein, ich sage nicht, daß ich dies unbedingt für einen nachhaltigen Weg halte oder behaupte, daß es ein richtiger sei, ich sage einfach nur, daß ich es als proaktiv empfinde und mich frage, was es genau war, daß dich daran wahnsinnig gemacht hat.

Weil sie sich in Deinen Augen vermeintlich falsch verhielt?
Weil Du dadurch zum Teil ihre Aufmerksamkeit verloren hast?
Weil Du lieber gleich eine Lösung des eigentlichen faktischen Problems gesucht hättest?
Oder hast Du, was sie tat, einfach nicht als proaktiv empfunden?


Was ich erwarte, was ich fühle, was mich getriggert oder auch nicht hat oder haben könnte. All diese Fragen scheinen sich ein bißchen, wie ein roter Faden durch Deine Antwort zu ziehen.

Ist Dir das eigentlich bewußt und setzt Du das gezielt ein oder ist es Dir noch gar nicht aufgefallen?

16.04.2019 15:00 • #45