Wann lässt er uns endlich in Ruhe?

tali

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Ja, das frage ich mich zwischenzeitlich schon fast jeden Tag. Wann hat er uns endlich alles genommen was uns lieb geworden ist, wann hat er endlich unsere Existens zerstört? Wann lässt er uns endlich in Ruhe?

Vor nun 16 Monaten hat er per Mail mitgeteilt, dass er seit 2 Monaten eine Freundinn hat. Er wollte zwar weiterhin mit uns in unserem Haus wohnen, aber nicht mehr mit mir das Bett teilen. Sein Vorschlag damals, im Wechsel schläft immer einer im Wohnzimmer auf dem Sofa. Ich machte nicht mir und bat Ihn auszuziehen.

Sein Versprechen damals trotzdem - die Kinder und ich können weiterhin im Haus leben. Er kommt für die Hypothekenraten auf, ich brauche nur die Nebenkosten zu zahlen.
Tolle Lösung, dafür bekam ich keinen Cent Unterhalt, und die Raten kamen ja auch wieder ihm zur Hälte zugute, da ihm 50% vom Haus gehören. Ich war damit einverstanden, die Kinder sollten ihr Zuhause nicht verlieren.

Das nächste Versprechen - meine Anstellung in der gemeinsamen Firma bleibt natürlich bestehen und meine Teilhaberschaft natürlich auch. Nichts wird sich diesbezüglich ändern.

Die ganzen Trennungsvereinbarungen wollte er in Güte mit Hilfe von Mediatoren so schnell als möglich erledigen.

Jetzt nach 16 Monaten ist nichts mehr von seinen damaligen Versprechungen und Zusagen übrig geblieben.

Seine Mails werden immer unverschämter und strotzen nur so von Vorwürfen und Beleidigungen. Er schreibt übrigens grundsätzlich nur Mails, er hat bis jetzt kein einziges Mal mit mir, außer im Beisein der Mediatoren, über die Trennung gesprochen. Per Mail ist es halt einfacher, vorallem mit den Beleidigungen, da muss man keinem dabei in die Augen sehen.

Nun, wie schon geschrieben, nichts ist geblieben. Er will die Firma liquidieren. Aussage seiner Jetzigen - wenn er soviel arbeitet, dann hat sie ja nichts mehr von ihm, das hat sie sich anders vorgestellt.
Das bedeutet für mich aber, dass ich die Kündigung bekomme und arbeitslos werde.
Wenn aber die Firma liquidiert ist, dann arbeitet er nur noch freiberuflich. Dadurch kann er sich natürlich die Hypothekenraten nicht mehr leisten. Fazit, das Haus wird verkauft.

Nachdem die Tiere natürlich bei mir geblieben sind, habe ich jetzt die größten Schwierigkeiten eine neue Bleibe für uns zu finden.
Meine jüngere Tochter geht hier noch zur Schule und ich möchte nicht, dass sie nun auch noch ihren Freundeskreis verliert. Sie hat doch schon soviel verloren. Damit stoße ich allerdings auf völliges Unverständnis beim >Gnädigen< (meiner Tochter zuliebe erwähne ich seinen Namen nicht mehr, ist mir auch ganz recht so).
Außerdem habe ich ein Geschäft eröffnet. Jetzt schon bevor ich arbeitslos werde, damit ich nicht auf der Straße stehe.
Seine Reaktion darauf - ich soll doch den Blödsinn lassen bis unsere Angelegenheit fertig geregelt sind, dann kann ich tun und lassen was ich will. Aber jetzt würde ich mit meinem Geschäft nur die Kinder und mich in den Ruin treiben. In Wirklichkeit hat er nur Angst, dass er, für mögliche von mir gemachte Schulden, gerade stehen muss.

Im Großen und Ganzen sieht es jedenfalls so aus, dass alles was wir uns in 18 Ehejahren und 11 Firmenjahren aufgebaut haben, er nun innerhalb 1 1/2 Jahren für diese Tussi wegschmeißt. Ich bin langsam wirklich am Ende mit meinen Nerven, und oft sitze ich da und heule. Nicht mehr wegen der Trennung (das ist schon längst vorbei), sondern wegen seiner Herzlosigkeit und Rücksichtslosigkeit den Kindern und mir gegenüber.

Danke fürs „zuhören”, jetzt hab ich etwas Balast abgeworfen, auf das wieder Platz für den nächsten wird.
Sch... Leben, ich habe manchmal so die Sch... voll.

So, die Nacht ist fast um, in 1 Stunde muss ich wieder aufstehen, also warum noch ins Bett gehen.
Tschüs
Eure Tali

21.11.2003 04:33 • #1


Ehemaliger User


Hallo tali,
ist doch wohl meistens so, dass die, die gehen, den der zurückgelassen wird, in einem emotionalen Trümmerhaufen sitzen lassen. Das läßt sich auch in der Regel nicht anders machen, da der verlassende Teil als Tröster oder Aussprechpartner der denkbar ungeeigneteste ist. Das ist das Risiko, das jeder Partnerschaft innewohnt...

Aber eine andere Geschichte ist es wenn, man, wie in Deinem Falle dann noch materiell und jobmäßig verflochten ist. Ganz zu schweigen von den Kindern. Der Verlassende hat den Verlassenen sowieso schon in eine (emotionale) Lebenssituation gebracht, die dieser sich so nicht gewünscht oder ausgesucht hat (s.o.). Aber diesem dann das gewohnte Leben vollständig zu entziehen (Haus weg, Job weg, Umfeld weg...) halte ich für ziemlich egoistisch und verantwortungslos. Im Prinzip muss so der Verlassene weiterhin den Kopf hinhalten für die Entscheidungen desjenigen, der gegangen ist.
Dass man auf die Entscheidung zu gehen keinen Einfluß hat ist die eine Geschichte. Dass man aber bei den weitergehenden Entscheidungen, die das eigene Leben massiv umkrempeln, nicht mit einbezogen wird, die Folgen aber voll (allein?) zu tragen hat, ist noch bitterer.
An Gefühlen kann man vielleicht nichts ändern und den Schmerz der durch geänderte Gefühle des anderen auftritt, muss man dann eben aushalten.
Aber solche Entscheidungen (Fa. auflösen, etc...), die beide gemeinsam betreffen, sollten auch gemeinsam gefällt und die Konsequenzen gemeinsam getragen werden. Schon alleine dadurch, dass man gemeinsam Kinder hat, ist man in gewisser Weise aneinander gebunden. Und das bringt auch eine gemeinsame und gegenseitige Verantwortung mit sich. Eltern bleibt man immer. Und ich denke, dass sich dies in Ansätzen auch auf eine materielle Situation wie die Deine übertragen lässt.
Aber Verantwortung wahrnehmen ist, wie man auch in vielen Beiträgen hier lesen kann, offenbar nicht mehr modern... 40-jährige mutieren plötzlich wieder zu Teenagern und schmeissen wegen unausgeglichener Hormonspiegel plötzlich alles über den Haufen ("aus den Augen - aus dem Sinn"), machen sich dabei Null Schädel über die Folgen, die ihr Verhalten für andere hat... Statistiken, demoskopische Untersuchungen und populärwissenschaftliche "Literatur" wollen uns dann noch glauben machen, das dies eben "der Fortschritt" sei und rechtfertigen damit noch solch ein fragwürdiges Verhalten... Ich frage mich, was solche Menschen wohl für eine Kinderstube hatten und vor allem, wie sie sich fühlen würden, wenn sie selbst unter einem solchen Verhalten anderer zu leiden hätten... Darüber wird dann wohl weniger nachgedacht. "Alle denken nur an sich. Ausser ich. Ich denk' an mich." Würg!

Vielleicht kannst Du Dich lediglich damit "trösten", dass der, der Dein Ex heute ist, nicht mehr der ist, den Du mal geliebt hast. Kannst diese Kröten nur schlucken und versuchen, das Beste aus der jetzigen Situation zu machen. Vielleicht auch durch massiven Einsatz von juristischem Beistand? Mach's ihm nicht zu leicht. Lass Dir nix gefallen! Dass Du Dich ohnmächtig, traurig, wütend fühlst, kann ich gut verstehen.
Im Zweifel (zugegebenermaßen auch nicht die feine Art): ein altes klingonisches Sprichwort sagt: "Die Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird."

Mut, Kraft und positive Gedanken wünscht Dir

donald

21.11.2003 14:25 • #2


tali


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Danke Donald, es hat gut getan Deine Worte zu lesen.

Ich frage mich oft, was man von seinen Aussagen überhaupt noch glauben kann. Vor zwei Jahren, beim 10-jähr. Firmenbestehen hat er noch vor gut 70 Gästen großmächtig verkündet, dass er das alles ohne meine Hilfe niemals geschafft hätte, und dann schreibt er in einem Mail 1 Jahre später, dass ich mich ja schon immer auf den Lorbeeren anderer ausgeruht hätte.
Leider ist er auch kein guter Vater mehr. Da die Jüngere ihm sein Weggehen nie verziehen hat, kümmert er sich um sie eigentlich garnicht mehr. Der Älteren hat er durch sein Dessinteresse den Sommerurlaub verpatzt. Da wir das gemeinsame Sorgerecht haben brauchen wir ja auch schon für die kleinste Angelegenheit seine Unterschrift, nun und die hat er auf dem Antrag für den Reisepass erst abgegeben als ihr Urlaub schon fast wieder rum war. Eine Vollmacht bekomme ich auch für diese Kleinigkeiten nicht von ihm, da ich laut seiner Aussage sonst diese für andere Dinge missbrauchen würde.

Ich hoffe innständig, dass dieses ganze Theater sich nicht mehr allzulange hinzieht. Ich möchte endlich vor ihm meine Ruhe haben; ihn nicht mehr sehen und seltenst sprechen müssen. Und auch meine zwei Mädchen sollen wieder zur Ruhe kommen können. Pubertät und dann noch dieses Durcheinander macht ihnen schon sehr zu schaffen.

Danke nochmals und ein schönes Wochenende wünscht Dir
tali

22.11.2003 02:32 • #3




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