Warum fragt Er immer wieder nach einer Chance?

ferbi

Ich bin durch Zufall auf dieses Forum gestoßen und möchte euch um einen Rat fragen.

Mein Mann (44) hat (50) Anfang Juni 2014 nach 23 Jahren Beziehung eröffnet, dass er sich in eine andere Frau (10 Jahre jünger aus ich) verliebt hat. Ich bin aus allen Wolken gefallen, da ich absolut nichts bemerkt hatte. Wir hatten bis zum Schluss S., wir galten in der ganzen Verwandtschaft und Bekanntschaft als "Musterpaar" - es gab nie Streit.

So sehr das ganze schmerzte, versuchte ich doch eine ruhige Trennung über die "Bühne" zu bringen, schon alleine der Kinder wegen. Er wollte aber nie zu der Freundin ziehen "ich kann nicht von einer Beziehung in die nächste gehen". Nach 2 Monaten habe ich ihn gebeten auszuziehen, da ich mit ihm nicht mehr unter einem Dach leben konnte, ohne dass wir ein Paar sind. Die schönen jahrelangen Erinnerungen waren zu schmerzhaft als Gegensatz, der dem neuen Zustand.
Er lebte dann alleine, ist mit der Freundin auch 1 Woche auf Urlaub gefahren. Daraus kam er zurück und bat mich, dass "wir es nochmals versuchen sollen, er empfindet noch so viel für mich". So zog er wieder ein - für 1 Woche - dann vermisste er wieder die Freundin (mit der hatte er Schluss gemacht) und so bat ich ihn wieder zu gehen, weil es für mich zu schmerzlich war, zu spüren, dass er in Gedanken ja bei ihr war.
Dann lebte er wieder alleine, konnte sich noch immer nicht dazu entschließen zur Freundin zu ziehen. Ende November bin ich für 3 Wochen auf Kur gefahren. In dieser Zeit musste er wieder einziehen um sich um die Kinder zu kümmern. Bevor ich zur Kur gefahren bin, habe ich von ihm gespürt, dass da wieder ganz starke Gefühle für mich sind. In der Kur hat er mir dann einen Brief geschrieben, dass er mich so sehr vermisst und sich schon länger innerlich wieder für mich entschieden hat und wir nach der Kur wieder einen Neustart machen sollen.
So gab ich ihm wieder eine Chance, er blieb weiter bei uns wohnen, als ich von der Kur heim kam. Aber Tag für Tag merkte ich wieder eine Entfremdung. Ich wartete die Weihnachten ab und dann sprach ich ihn wieder an, was los sei.
"Er kann die Freundin nicht vergessen, er ist in Gedanken ständig bei ihr" - so gab ich ihm den "Ratschlag" endlich einmal den Sprung ins kalte Wasser zu wagen und zur Freundin zu ziehen, um sich endlich klar zu werden, ob ein Zusammenleben mit ihr überhaupt klappt und er endlich zu einer Entscheidung kommen kann. Anfang des Jahres zog er zur Freundin, der Kontakt bleibt ja schon aufgrund der Kinder weiter bestehen.
Vor 3 Wochen hat er mich wieder gefragt, ob ich für uns eigentlich noch eine Chance sehe, ich gab ihm wieder zu verstehen, dass von meiner Seite noch immer Gefühle da sind, er aber wissen muss, was er eigentlich will.
Diesen Montag habe ich ihm in einem Gespräch gesagt, dass ich noch immer so viele Gefühle für ihn habe, dass ich um ihn kämpfen will. Bisher hatte ich nur geschaut, was für ihn besser ist, ich habe ihm ja immer geschickt, als ich gemerkt habe, dass er sich wieder nach ihr verzehrt.
In einem weiteren Gespräch am nächsten Tag, hat sich ergeben, dass er den Satz fallen ließ "dass diese Frau ihn abgöttisch liebt, was sie nicht alles für ihn tut".
Dann habe ich ihm einmal aufgelistet, was Er nicht alles für Sie tut - eine sehr lange Liste - und ihn konkret gefragt, was Sie denn für Ihn tut - es ist ihm kein einziges Argument eingefallen. Im Gegenteil, es hat ihm zutiefst erschüttert, als ich ihm vor die Augen geführt habe, was er bereit ist für sie alles zu tun. Es gab dann ein ziemlich abruptes Ende des Gespräches, weil er noch einen Arzttermin hatte.
Morgen werde ich ihn wohl wieder sehen, denn er wird das Kinderzimmer ausmalen, dass war schon vorher abgemacht.

Was mich so fertig macht, in all diesen Monaten, ist das ständige Hin und Her! Immer wenn ich das Gefühl habe, ich komme etwas zur Ruhe, kommt er wieder Näher und will wissen, ob ich für uns noch eine Chance sehe. Er kann sich für keine von uns entscheiden. Er gibt sogar zu, dass seine Freundin auch sagt, dass er nie ganz bei ihr ist, weil er dann wieder an mich denken muss.

Manches Mal wünschte ich mir, ich könnte irgendwie meine Gefühle für ihn abschalten, um diesen monatelangen Trennungschmerz irgendwie beenden zu können.

Ich habe seit Juni vorigen Jahres 28 Kilo abgenommen - was aber eh notwendig war! Ich muss aber sagen, dass er sich über mein Gewicht nie beschwert hatte, im Gegenteil, es kam jetzt oft die "Aussage" - "von dir ist ja jetzt gar nichts mehr da" - er stand eigentlich immer auf kräftigere Frauen, mit einem "anständigen Ar.".
Seine Freundin ist aber extrem sportlich, hat keine Kinder und geht in ihren Hobbies, die sie teilweise auch beruflich ausüben kann voll auf.

Ich habe das Gewicht anfangs durch Appetitlosigkeit verloren (8kg in 3 Wochen), dann aber habe ich aufgrund von Magenproblemen die Ernährung umgestellt und außerdem zum Stressabbau mit dem Rad fahren und joggen angefangen. Denn Sport brauche ich immer noch extrem 3-5x die Woche, sonst würde ich hier irgendwie durchdrehen.

Ich weiß mit meinen Gefühlen einfach nicht mehr umzugehen. Ich dachte es würde mit der Zeit leichter werden, aber es wird immer schlimmer für mich. Ich fange an, mich wieder in meinen Mann zu verlieben, habe Schmetterlinge im Bauch, wenn ich ihn sehe, seine Stimme und sein Lachen höre.

Er sagte mir am Montag auch, dass das Zusammenleben mit seiner Freundin nicht "das gelbe vom Ei ist". Am Anfang, nach der 1. Woche gemeinsamen Urlaub, als er wieder zu mir zurück wollte, hat er mir gesagt, dass er eine Liste mit "guten und schlechten Eigenschaften" für seine Freundin und für mich aufgestellt hat.
Bei der Freundin waren es lauter Minus - bei mir lauter Plus. Trotz dieser ganzen Tatsachen, kann er sich nicht von ihr trennen, kommt von ihr nicht los und sagte schon mehrmals den "er wünschte sich, er könne die Zeit zurückdrehen, dass er sie nie kennengelernt hätte".

Ich versuche so viel, um Kraft für mich zu schöpfen. Gehe zu einer Lebensberaterin, habe Salsa gelernt, mache Sport, versuche neue Kontakte zu knüpfen, mache einen Kurs, um zu mir selbst zu finden (bin kein besonders selbstbewusster Mensch, obwohl ich nach Außen ganz anders wirke) - aber das alles hilft mir nur begrenzt weiter.

Hat das alles überhaupt einen Sinn? Hat es Sinn weiter auf ihn zu warten, dass er sich endlich entscheiden kann - egal nun schon wie, ob für oder gegen mich!
Das Problem ist, ich kann mich von ihm auch nicht trennen, weil ich noch so viel für ihn empfinde. Er ist für mich ein Seelenverwandter, und eigentlich auch der einzige Mann in meinem Leben, den ich je wirklich geliebt habe und je verliebt war.

Ich weiß nur, dass diese ganze Situation extremst an meinen Kräften zerrt und ich nicht weiß, wie lange ich das noch durchhalte.

22.02.2015 00:31 • #1


Mandoline

Mandoline


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Guten Morgen Ferbi,

das geht so lange mit dem Hin und Her, bis du der Situation Einhalt gebietest.
Ehrlich gesagt, würde ich mir an der Stelle deines Mannes ziemlich schäbig vorkommen, dass ich überhaupt sowas abziehe.
Und hat denn das noch was mit Liebe zu tun, dass du ihn ständig wieder aufnimmst? Du bist abhängig von ihm, deshalb lässt du das mit dir machen. Hast du denn keinen Funken Stolz in dir? Ich könnte verstehen, dass du ihn beim erstenmal, nachdem er auszog, wieder genommen hast, denn eine langjährige Beziehung schmeißt man nicht so einfach weg, aber das was da bei euch abgeht, das ist meiner Meinung nach schon eine Frechheit.
Dass du das mit deinem Gewicht so explizit erwähnst, finde ich, hat doch gar nichts damit zu tun und finde ich auch ziemlich charakterlos, dass dich dein Mann nun auf einmal wieder attraktiv findet, nachdem du anscheinend mit seiner Freundin, die 10 Jahr jünger ist, mithalten kannst.
Ihr solltet euch mal mit euch auseinandersetzten, was ihr beide überhaupt wollt, ob ihr euer Leben gemeinsam gestalten wollt. Wohin die gemeinsame Richtung geht.
Solange du deinen Mann gewähren lässt, wird sich da gar nix änder, schließlich hat er ja einen Freifahrtschein von dir!

Grüße von der Mandoline

22.02.2015 09:26 • #2


Kundalini


Kannst du dir vorstellen, mit deinem Mann mal eine Paarberatung zu besuchen?
Nach meiner Einschätzung könnte euch es mit Hilfe eines neutralen Dritten gelingen, zu klären, wie es weitergehen könnte mit euch.

Zwischen euch scheint es noch eine (liebende) Verbindung zu geben, aber kann dein Mann überhaupt deine Bedürfnisse noch erfüllen? Er erzählt dir ja viel vom Ist-Stand zu seiner Freundin, was macht das mit dir? Willst du überhaupt wissen, was zwischen ihm und seiner Freundin abgeht?
Hast du noch Vertrauen zu ihm?

22.02.2015 09:55 • #3




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