Zitat von francois:Ich sehe es eigentlich als Selbstverständlichkeit an, den Partner da zu unterstützen, wo er Unterstützung benötigt.
Diese Unterstützung wünsche ich mir von meinem Gegenüber genauso. Geben und Nehmen.
Salut @francois
Im forum gibt es einen Begriff, das Sparbuch der Liebe. Es ist die Idee, daß wenn man sich nur besonders um seinen Partner kümmert, sich das eine oder andere Mal vielleicht auch opfert, man daran glauben darf, daß der andere ebenso handeln würde.
Die Grundidee ist, je mehr ich in eine Beziehung investiere, umso weniger kann oder darf der andere mich verlassen.
Liebe ist weder ein Bankkonto noch ein Sparbuch. So funktioniert Liebe nicht.
Es gibt zwei Aspekte: Zum einen, Du leidest. Das darfst Du! Die Trennung ist frisch, Du hast sie nicht kommen sehen und sie geschah, entgegen dessen, was Du Dir gewünscht oder vorgestellt hast. Sei also gut zu Dir. Leb ne Runde von Tag zu Tag, oder eben Stunde zu Stunde, je nachdem, was dir gut tut.
Achte auf Dich. Zieh mit den Jungs um die Häuser, aber iß genug, schau das Du versuchst Schlaf zu finden und versuch auch dich körperlich zu betätigen. Muß kein Sport sein, manchen reichen lange Spaziergänge.
Sieh zu, daß Du keinen Kontakt zu Ex hast.
Egal, wie groß das Bedürfnis ist, ein Gespräch zu wollen, es wird nur immer wieder dazu führen, daß Du wie in einem monopoly-Spiel, die gehe auf los-ziehe keine 4.000 Monopoly-Dollar ein - Karte ziehst.
Der zweite Aspekt: wie konnte es soweit kommen? funktionierende Partnerschaften bedeuten, daß man sich gleichberechtigt begegnet. Dabei ist eigentlich erst mal gar nicht so wichtig was sachlich oder faktisch richtig ist, sondern daß beide etwas zu Zielen, Lösungen und dem Alltag beitragen. Ein etwas plattes Beispiel: wenn beide als tägliches Abendessen Fertiggerichte mit extra Käse gut finden, dann bewegen sie sich auf Augenhöhe, egal ob das nun besonders sinnvoll ist oder nicht. Wenn beide dagegen frisch kochen, drei mal die Woche ne vegetarischen Tag einlegen wollen und mal der eine oder der andere etwas zu dieser Lebensweise beiträgt, dann mag das für überzeugte Fleischesser seltsam sein, ist aber wiederum Augenhöhe.
Wenn allerdings ein Fertigessen mit extra Käse-Typ auf einen gesundheitsbewussten trifft, kann es (nicht muß) kompliziert werden. Häufig hast Du dann nämlich eine Situation, in der der Fertigessen, extra Käse Mensch zwar sagt, ich würde gern gesunder leben (meist ein ich sollte) und der Gesundheißtbewusste hat ja zudem die Fakten auf der eigenen Seite, aber es wird kein echtes Gleichgewicht mehr erzielt.
Dann gerät die Beziehung schnell in eine Spirale, in der der eine, der Gute, richtliniengetreu ist und der andere eben der eher hedonistische über die Stränge schlagende.
Dabei kommt besonders hinzu, daß Menschen (auch ich) den lieben langen Tag erzählen, was sie nicht alles sollen, wollen oder an welcher Stelle sie Veränderung anstreben, ohne auch nur das geringste dafür zu tun. Wenn man selbst sehr gradlinig ist, fällt es schwer, zu verstehen, daß nicht alle Menschen ihren Worten auch Taten folgen lassen bzw folgen lassen können.
An einer bestimmten Stelle hat sich Eure Beziehung, Deiner Beschreibung nach, in etwas verwandelt, wo Du den "richtigen" Weg vorgibst, auch im Glauben, daß sie ja das gleiche will und sie hat nicht den richtigen Weg gefunden, da Dinge richtigzustellen, sich anders einzubringen, ihren Teil für ihre Augenhöhe zu vollbringen.
Wenn so etwas passiert, dann tja dann trennen sich die, die ins Hintertreffen geraten, häufig. Das ist nicht schön aber nötig, denn, wenn zwei Menschen an völlig verschiedenen Punkten ihrer Entwicklung stehen, dann entsteht sehr sehr selten etwas Gutes daraus.
Es ist nicht Deine Schuld, daß sie sich getrennt hat. aber Trennungen passieren auch oder gerade, wenn einer alles gibt.
Versuch einfach den Kopf über Wasser zu halten bis ein bissl besser wird und beim nächsten Mal, nicht hören, was sie sagt, sondern schauen, was sie tut.
Alle Gute für Dich!