Pedel
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Ich bin 50, seit 1,5 Jahren von meinem Ex getrennt, wir waren 23 Jahre verheiratet.
Die letzten 8 Jahre unserer Ehe waren mehr als bescheiden. Ich habe sicher auch manchen Fehler gemacht und ein Problem war sicher, dass mir Familie und Kinder viel wichtiger waren als ihm.
Als wir uns kennenlernten, war ich selbstbewusst und er sehr ruhig und eher unsicher. Ich habe mich um die Kinder gekümmert, fast genauso viel Geld in Teilzeit verdient wie er als Anwalt, weil er da wenig ehrgeizig oder schlicht einfach nicht erfolgreich war.
Dennoch habe ich mich in seinen Schatten gestellt, wohl weil ich die Sehnsucht nach einem bestimmten Typ Mann hatte, der er nun einfach nicht ist. Er hat sich in dieser Rolle aber hervorragend eingerichtet, zunehmend an Selbstbewusstsein gewonnen, sein Selbstwertgefühl durch Tenniserfolge aufgebaut. Ich dagegen war zunehmend unzufrieden, unglücklich, müde und erschöpft.
Dass ich mich so viele Jahre hinter ihn und seinen Scheinglanz gestellt habe, war meine eigene Entscheidung - ich weiß . Und auch wenn ich sie sehr bereue, kann ich ihm nicht die (ganze) Verantwortung dafür in die Schuhe schieben. Das ist mir völlig klar.
Wir hatten die letzten Jahre viel gestritten, ich hatte mich von ihm überhaupt nicht mehr geschätzt gefühlt, empfand sein Verhalten mir gegenüber oft ignorant und respektlos, Gespräche führten zu nichts.
Zuletzt hatte er immer wieder gedroht, er werde ausziehen und ich hatte ihm dann auch dazu geraten, es endlich zu tun.
Nachdem er ausgezogen war, empfand ich das erstmal als Befreiung und es ging mir gut.
Aber nach ca. 1/2 Jahr ging es mir zunehmend schlechter:
Er hatte bereits 1 Monat nach seinem Auszug eine Freundin, hat unseren Freunden erklärt, sie sei die Liebe seines Lebens. Die Frauen unseres Freundeskreises wollten mit mir zwar Kaffeetrinken oder zum Sport gehen, aber zu irgendwelchen Events ging er mit seiner Freundin und ich wurde nicht eingeladen. Das hat mich gekrängt und enttäuscht.
Ich selbst habe inzwischen eine Freundschaft plus, aber ich bin nicht verliebt, ich fürchte manchmal, dass ich mich nie wieder verlieben werde.
Er ist mit seiner Freundin inzwischen 1,5 Jahre zusammen, postet Bilder mit ihr (sie sieht hübsch aus) und scheint wirklich glücklich zu sein.
Ich will ihn nicht zurück, ich kann aber auch nicht wirklich loslassen, ich war einfach über die Hälfte meines Lebens mit ihm zusammen. Ich wünsche mir aber so sehr, dass ich auch eine erfüllende Partnerschaft leben darf - ich bin da echt neidisch auf sein Glück.
Bei notwendigen Treffen, z.B. wegen Besichtigungen zum Verkauf des Hauses, kommt er immer wieder auf das Thema Beziehung zu sprechen: Er räumt ein, dass er in unserer Beziehung Fehler gemacht habe, und erklärt, die will er bei seiner Freundin vermeiden. Das tut mir dann weh, und so unsensibel, um das nicht wahrzunehmen, ist er nicht.
Manchmal ärgert man sich bei Angelegenheiten wie Hausverkauf und ähnlichem übereinander (sonst zum Glück kein Kontakt mehr). Dann schreibt er mir anschließend Mails, ich sei dämlich, nicht auszuhalten und immer wieder, er sei so froh, dass er mich los sei, oder er wundere sich, dass er es so lange mit mir ausgehalten habe.
Er weiß, dass ich nur mittelmäßig mit dem Neustart klar komme.
Wieso verzichtet er nicht darauf, mir solche Dinge zu schreiben?
Ich würde mich völlig freuen, wenn mir jemand was dazu schreibt.