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Warum suche ich ständig Streit?

blumenfrau


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Wurstmopped schrieb da etwas sehr zutreffendes. Man nennt es auch Selbstwirksamkeitskontrolle. Dir scheint das Gefühl zu fehlen, eine Situation oder eine Beziehung positiv beeinflussen und verändern zu können. Es könnte sein, dass du auch deshalb über das Ziel hinaus schiesst. Gehör kannst du dir auch ohne Streit verschaffen. Du wirst ernst genommen und respektiert, wenn du rechtzeitig, ruhig und klar deine Bedürfnisse formulierst, statt dich giftig zu denken und es dann als Streit zu entladen.

19.11.2020 13:46 • x 5 #16


Tempi

Tempi


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Liebe Blumenfrau,
wie lange wart Ihr zusammen?
Verbanden Euch auch Kinder, Schulden?
Ich glaube, ich wäre zum Tier geworden, zum tollwütigen.

19.11.2020 16:30 • #17



Warum suche ich ständig Streit?

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Tempi

Tempi


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Zitat von blumenfrau:
Gehör kannst du dir auch ohne Streit verschaffen.
... mit einem Kuss oder einer liebevoll zubereiteten Mahlzeit.

19.11.2020 16:32 • #18


Clara_

Clara_


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Zitat von tester:
Mir fällt aber auf, dass ich ganz oft (tw. 1x wöchentlich) einen Streit vom Zaun breche. Manchmal geht es um Dinge, die mir wichtig sind und wo ich mich dann eben enttäuscht fühle.


Ein Fall von ausgelebten Minderwertigkeitskomplexen.

Kann bei Frauen relativ schlecht (aber dennoch) funktionieren die selbst nicht so sattelfest im Leben stehen, von denen mit einem gesunden Selbstwertgefühl wirst du allerdings schnell entsorgt.

19.11.2020 16:36 • x 4 #19


blumenfrau


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Zitat von Tempi:
Liebe Blumenfrau,
wie lange wart Ihr zusammen?
Verbanden Euch auch Kinder, Schulden?
Ich glaube, ich wäre zum Tier geworden, zum tollwütigen.


Über drei Jahre. Aber was heißt zusammen? Er hat im Streit ständig Schluss gemacht und sich dann lange nicht gemeldet. Es war mehr off als on, schätze ich mal.

Kinder, Schulden? Nein, um gottes Willen. Nicht mit so einem Mann. Könnte noch nicht mal mit so jemanden zusammen wohnen. Dann hat man ja nie seine Ruhe.

Ich frage mich heute, warum ich das so lange geduldet habe. Unfrieden und Streit triggern mich extrem; ich will dann immer alles dafür tun, damit es wieder gut wird.
Streitsüchtige Menschen können Harmoniebedürftige länger an sich binden, aber irgendwann hatte selbst ich die Schnauze voll. Der Streit-Ablauf wiederholt sich ja ständig und es wird immer mehr das, was es eigentlich ist: kindisch, unreif, unzuverlässig, anstrengend.

Es ist schon verwunderlich, worüber sich streitsüchtige Menschen aufregen können. Im Nachhinein muss ich manchmal lachen, wenn ich an diese absurden Situationen denke.

Mein Ex war leider nicht so reflektiert, wie der TE. Er sagte immer: warum streiten WIR so viel? Und sein Resümee war: weil wir nicht zusammen passen.
Fazit: warum etwas daran ändern.

19.11.2020 16:49 • x 2 #20


Tempi

Tempi


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Zitat von blumenfrau:
; ich will dann immer alles dafür tun,

Damit gibst Du ja schon wieder einen erneuten Grund, ABZUDREHEN.
GsD waren es nur 3 Jahre.

19.11.2020 16:56 • #21


blumenfrau


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Zitat von Tempi:
Damit gibst Du ja schon wieder einen erneuten Grund, ABZUDREHEN.
GsD waren es nur 3 Jahre.


Absolut richtig. Heute würde ich schneller Grenzen setzen. Ist vielleicht auch ein Fluch meines Berufes: alles verstehen, Lösungen finden wollen, ich bin ja sooo tolerant.
Als diese Streitsucherei einige Monate nach unserem Kennenlernen begann, war ich erstmal völlig irritiert, weil ich das aus vorigen Beziehungen nicht kannte. Ich brach in Tränen aus und er schrie weiter. Mit der Zeit berührte mich das emotional nicht mehr so.

Das von Clara beschriebene mangelnde Selbstbewusstsein sehe ich auch als Grund (neben den bereits beschriebenen), wenn jemand ständig Streit sucht.
Ich will es nicht dem TE unterstellen, aber mein Ex hatte Probleme damit.

Hinzu kam eine unterschiedliche Diskussionskultur und ein unterschiedlicher Bildungshintergrund.
Bei ihm gab es nur ein: das ist so und war schon immer so. Ich gehe an Themen differenzierter heran, beleuchte sie von allen Seiten, ohne immer sofort einen Standpunkt haben zu müssen.

19.11.2020 17:16 • x 3 #22


Tempi

Tempi


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Ich kannte den Mist aus meiner Kindheit und in meiner Jugend hatte ich das meiner Mutter immer zum Vorwurf gemacht.
Sie antwortete meistens: Wo? sollte ich mit Euch hin, Wohnungen gab es nicht in der DDR.
Ich antwortete dann meistens: Ich hätte mir auch einen Lover als Absprung gesucht.
Sie entgegnete nur: Der (Dein Vater) hätte mich totgeschlagen!

Ende für heute...
Schönen Abend für Euch alle.

19.11.2020 17:25 • #23


Tempi

Tempi


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Meine Eltern waren beide gebildete Leute .. und trotzdem..
Ich lernte besonders langsam und schlecht.
-/////////
Schläger, Säufer hatte ich nie und Fremdgänger entlarvten sich schnell. Ganz ganz schlimm finde ich jedoch Geiz.
Die wurden sofort geext.

19.11.2020 17:26 • x 1 #24


Heffalump

Heffalump


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Zitat von blumenfrau:
Was an einem Tag ok war, löste am nächsten bei ihm Unmut aus.

Anstrengendes Muster, man sitzt immer auf der Kanonenkugel. Nie weiß man, wodurch man Unmut heraufbeschwört. Und sucht die Schuld all zu oft bei sich statt bei...

19.11.2020 17:44 • x 1 #25


Plentysweet

Plentysweet


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Wenn die Problembehaftetheit (k.A. ob es das Wort gibt?! Wenn nicht, dann gibts es jetzt ) einer Beziehung durch Positives (Leichtes, Lustiges, Durchgeknalltes, ...) und durch Zeiten, wo sich beide wohl miteinander fühlen, wieder wett gemacht werden kann, dann gehts. Aber es muss unbedingt etwas anderes in die Waagschale, was die Schwere und den zermürbenden Streit aufhebt. Und ich hoffe für den TE, daß er sich in der Therapie diesen positiven Puffer (Selbstwert-annahme) erarbeiten kann. Dann kann er sich auch ganz anders und aus einer inneren Entspanntheit heraus in die/eine Beziehung einbringen.

19.11.2020 17:50 • x 3 #26


Wurstmopped

Wurstmopped


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Anschreien ist für mich ein no Go, da würde ich sofort die Rote Fahne hissen.
Der Stimme Nachdruck verleihen, OK, aber wütend Umherschreien?
Ein guter Streit gehört zu einer guten Beziehungen, ansonsten stimmt etwas nicht. Und ja es kann auch vorkommen, dass nach einem Konflikt erst einmal noch alles offen bleibt, man wütend ist und aufgekratzt. Ich erwarte aber von meiner Partnerin, dass sie in der Lage ist ihre Gefühle zu reflektieren und nicht blind ihrem Gefühl folgt und es auf Deibel komm raus auslebt.
Jeder hat eigene Bedürfnisse und das geben und nehmen muss immer wieder austarriert werden, das führt zwangsläufig zu Konfliktsituationen.
Aber bitte zivilisiert und in einem vernünftigen Ton!

19.11.2020 17:51 • x 2 #27


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Zitat von tester:
Ich hab sie vor kurzem sehr ausgiebig verwöhnt, indem ich sie stundenlang gestreichelt habe und sie hat es sichtlich genossen.
Umgekehrt kam dann quasi gar nichts von ihr zurück und das habe ich ihr dann auch direkt vorgeworfen, obwohl ich zu dem Zeitpunkt ohnehin auch schon müde war und mein "Bedarf" an Zärtlichkeiten sich in Grenzen hielt.


Empfandest du das als ungerecht und als nicht ausgeglichen?

Meiner Meinung nach ist es in Ordnung das anzusprechen. Allerdings wäre es für mein Empfinden von Vorteil, dass nicht als Vorwurf zu formulieren. Da geht der Andere meist immer in die Defensive.

Zitat von tester:
Es ist einfach ein extremer Impuls, den Partner auf sowas hinzuweisen und ihm eventuell ein schlechtes Gewissen zu machen?
Warum? Vielleicht, weil ich mich dadurch überlegen fühle? Vielleicht, weil ich denke, dass man ihn mit "Abwertung" eher an sich bindet?


Fühlst du dich denn schnell abgewertet oder nimmst Dinge persönlich?

19.11.2020 20:37 • x 3 #28



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