Nolti
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nach 35 Jahren Beziehung, davon 28 Jahre verheiratet, möchte mein Mann die Trennung.
Unsere Beziehung war nie wirklich einfach, denn ich war die Familienmanagerin, habe mich nahezu um wirklich alles gekümmert. Mein Mann ist eher der egoistische Typ mit starken narzisstischen Zügen. Er hatte wenig Interesse an unseren Kindern, an unserer Familie allgemein. Die Täter-Opfer-Umkehr konnte er perfekt.
In all den Jahren habe ich oft Erniedrigungen und Demütigungen einstecken müssen, aber, ich habe immer gekämpft, um diese Ehe/Beziehung. Vermutlich war es meist ein einseitiger Kampf.
2005 hatte ich einen schweren Burbout und während ich zur Reha war, hat mein Mann mich betrogen. Sie sogar mit in unser gemeinsames Haus gebracht. Das war das erste Mal, wo ich schmerzhaft Liebeskummer verspürt habe. Wir haben uns damals irgendwie wieder zusammen gerafft und eigentlich ging es relativ schnell im gleichen Trott weiter. Die Jahre gingen so dahin. Letztes Jahr wurde bei mir eine Lungenembolie erst später erkannt und ich habe bis heute damit zu kämpfen. In der Zeit kam raus, dass mein Mann sehr intensiv mit einer Kollegin schreibt, diesen Chat sogar als geheimen/gesperrten Chat im Handy hat. Ihn damit konfrontiert, kam das übliche, wir verstehen uns super, haben ein freundschaftliches Verhältnis und sind auf einer Wellenlänge. Die Frage, warum er sie dann im gesperrten Chat hat, beantwortete er mit, dass war irgendwann da, ohne dass er was gemacht habe.
Allerdings muss man so einen gesperrten Chat aktiv einstellen und sogar einen Code vergeben, also kann es nicht einfach so entstanden sein. Wir haben dann wieder lange miteinander gesprochen und wollten doch weiter gemeinsam in die Zukunft gehen. Das war im letzten Oktober. Es lief auch wirklich gut, bis mein Mann beruflich im Januar zu einer Auftaktveranstaltung mit seiner Firma nach Mallorca geflogen ist. Sie war auch dabei!
Er kam völlig verändert zurück, seine liebevolle Art, war plötzlich verschwunden, er wirkte wie um 180 Grad verändert. Innerhalb von 3 Tagen offenbarte er mir, dass er sich in Süddeutschland auf eine Teamleiterstelle beworben hat ( wir wohnen im Norden ) und falls er die Stelle bekäme, würden wir nur noch eine Wochenendbeziehung führen, da aber innerhalb der Woche ohne Kontakt, da er sich auf die Karriere konzentrieren muss. In seiner Wohnung dort, dürfte ich ihn auch nicht besuchen, es würde reichen, wenn wir uns am Wochenende sehen. Die Stelle hat er bekommen und es erübrigt sich zu sagen, dass diese bestimmte Kollegin in dem Team ist, wo er nun Teamleiter ist. Über Ostern stand sein Handy nicht still und die beiden haben nonstop geschrieben. Selbst bei einer guten Freundschaft, schreibt man doch nicht nonstop, oder?
Nach gerade mal 1,5 Wochen dort lebend, wurde diese Kollegin dann abends in der Wohnung meines Mann durch ihren Ehemann entdeckt. Sie hatte ihrem Ehemann gesagt, dass sie zu einem Sporttreffen fährt und ist, obwohl sie Urlaub hatte, abends in die Wohnung von meinem Mann gefahren. Angeblich um etwas geschäftliches zu besprechen. Mein Mann und sie haben exakt das gleiche Wording zu diesem Abend.
Ich habe schon länger ein komisches Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt, dieses Gefühl verstärkte sich, seit mein Mann aus Mallorca zurückgekehrt ist.
Seit dem Vorfall in seiner Wohnung, will er Abstand zu mir und den Kindern. Dazu keinen Kontakt! Ich muss dazu sagen, dass er nie wirklich Kontakt zu uns gehalten hat, wenn er beruflich unterwegs war. Nach den Kindern hat er sich nie erkundigt. Gemeldet hat er sich nur, wenn er was brauchte.
Nun war er am Wochenende wieder hier und es wirft mich immer in ein tiefes Loch von Emotionen.
Ich fühle wieder dieses tiefen Liebeskummerschmerz, habe immer wieder Heulanfälle und das Gefühl, dass ich es nicht schaffe. Meine Freundin meint, es sei nicht die Liebe zu ihm, sondern nur die Gewohnheit und die Gedanken über eine Version in meinem Kopf.
All diese gemeinsamen Jahre möchte ich nicht aufgeben, er scheint aber fest entschlossen zu sein.
Momentan fühle ich mich beschissen und kann diesen Schmerz kaum aushalten. Er fehlt mir sehr.
Danke Euch fürs zuhören 😊