Zitat von Gast555: der "freie Wille"
Bringt mich gerade in eine etwas philosophische Gedankenschleife. Ich merke schon das wird ein Roman. Also einfach weiter scrollen, wenn’s keinen Bedarf für Romane gibt xD
Bei all der Unendlichkeit, von der wir umgeben sind, ist es wirklich Wahnsinn, dass man als Mensch vielleicht denken mag, man wäre frei.
Allein „erdtechnisch“ sind wir es nicht. Der Mensch kann zum Mond und vielleicht irgendwann zum Mars, aber das ganze Ausmaß der Unendlichkeit um uns herum, wird wahrscheinlich physisch nie ergründet. Mathematik und Physik machen Theorien möglich, die wir wahrscheinlich praktisch nie mit bloßem Auge bestätigen können, nie das berühren können, was wir errechnen, oder oder.
Man denkt, man reist in andere Städte, andere Länder, lernt andere Sprachen, erweitert seinen persönlichen Horizont, bildet sich weiter, man wäre frei. Dabei ist man hier auf der Erde. Wie eine Schachfigur, ob man nun König, Königin oder Bauer ist, ist in Anbetracht des Großen Ganzen sogar total irrelevant, weil sicher nicht einmal der König oder die Königin uneingeschränkte Möglichkeiten hat, höchstens innerhalb dieses begrenzten Feldes.
Wir sind winzig. Wie eine Blutzelle im Körper, die ihren Zweck erfüllt. Die einen Augenblick da ist und tut, was sie zu tun hat. Einen winzigen Augenblick, in Anbetracht dessen, was Zeit in der Unendlichkeit bedeutet.
Und trotzdem fühlt sich unser eigenes Erleben an, als wären wir unser eigener kleiner Planet. Der sich um andere Planeten dreht und andere Planeten sich um uns drehen, mit Anziehungskraft, oder nicht. Der ein oder andere fühlt sich an wie ein Meteorit, der auf uns einschlägt. Je nachdem. Oder oder.
Das es so ist, sagt mir, dass nicht alles sinnlos ist, denn die Natur wird sich etwas bei alldem „gedacht“ haben. Sie agiert nie ohne Grund. Das es alles so ist sagt mir, dass es mehr gibt, als wir uns mit diesem Bewusstsein vorstellen können. Denn nicht einmal die Unendlichkeit können wir uns in seinem wahren Ausmaße vorstellen und trotzdem existiert sie wahrscheinlich. Ich nehme also an, dass es noch viel mehr gibt, das wir uns einfach nur nicht vorstellen können. Das ist okay, vielleicht finden wir es eines Tages heraus, wenn unsere Zeit hier vorbei ist.
Irgendwie krass. Gestern Abend als ich nach Hause kam, hab ich mir den klaren Sternenhimmel angeschaut und fühlte mich plötzlich sehr ehrfürchtig. Quasi ein Blick in die Unendlichkeit und ich, kleiner als ein Sandkorn.
Was lerne ich eigentlich aus diesen Gedanken? Da bleiben nach wie vor sehr viele Fragen offen, aber diese Gedanken machen mir immer wieder bewusst, dass wir am Ende alle gleich sind, egal wie unterschiedlich wir sind. Grundsätzlich. Egal ob König oder Bauer. Keiner ist wertloser als der andere, oder wertvoller. Ein weiterer Grund um die Grausamkeiten auf der Erde zu verachten, denn wofür? Geld, Macht und Besitz, sind nichts wert am Ende des Tages. Wir kamen metaphorisch na.ckt auf die Welt und werden auch so wieder gehen.
In solchen Gedanken könnte ich mich ja verlieren. Stattdessen werd ich jetzt weiter putzen, später meine Familie besuchen und vorher werde ich meiner Herzdame noch ausrichten, dass ich sie super lieb habe, das kommt mir gerade besonders wichtig vor zu sagen, weil ich gerade, bei diesen ganzen Gedanken, von Dankbarkeit durchströmt werde, irgendwo inmitten der Weite der Unendlichkeit, einen Menschen getroffen zu haben, der so lieb und wunderbar ist.
😁 Falls jemand überhaupt bis hierhin gelesen hat, noch: Frohe Weihnachten und lasst es euch gut gehen!
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