Blindfisch
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Ich lebe in einem großen Haus mit meiner Frau, mit meinen Kindern und den Großeltern.
Wir haben Regeln des Zusammenlebens, denn du so funktioniert das Ganze. Und ja, jeder einzelne von
uns bricht auch mal mit der ein oder anderen Regel, aber im Allgemeinen funktioniert das Ganze weil wir
die selben Werte vertreten, weil wir gleich sozialisiert worden sind, weil wir das selbe Menschenbild haben.
Es klingelt und da stehen 4 fremde Menschen vor der Tür. Menschen die nicht die selben Werte vertreten, die
mit einem anderen Menschenbild (#Gleichberechtigung von Mann und Frau) aufgewachsen sind. Sie wollen rein ins Haus,
möchten versorgt und beschützt werden. Denn da wo sie her kommen, droht ihnen Gefahr. Zumindest einigen, andere kommen und klingeln aus wirtschaftlichen Gründen.
Jetzt hab ich ein großes Herz und finanziell wird es schwierig aber machbar, wenn ich mich anstrenge, und lass sie rein.
Seid meine Gäste, ihr seid willkommen. Aber bedenkt, mein Haus - meine Regeln. Für mein großes Herz möchte ich etwas
im Gegenzug haben: das der Frieden des Hauses gewahrt wird.
Drei von den vier Menschen halten sich an die Regel, achten die Gastfamilie und strengen sich an um der Gastfamilie
etwas zurück zu geben. Sie wollen dem Gast nicht dauerhaft auf der Tasche liegen. Und da ist dieser eine, der sich nicht
an die Regeln hält, der die Großmutter beklaut, meinen Sohn mit dem Messer bedroht und meiner Frau/Tochter an die Wäsche möchte -
einfach weil er es in seiner Heimat so "gelernt" hat. Weil sein Weltbild nun mal so ist. Wer von den 4 Menschen derjenige
ist, weiß ich im Vorfeld nicht. Aber was ich weiß: Einer von denen wird so sein.
Was mach ich nun? Auf der einen Seite möchte ich mich und meine Familie schützen und auf der anderen Seite möchte
ich denjenigen helfen, der in Not ist - solange es nötig ist.
Im besten Fall werden die meisten Gäste sich benehmen, sich in die Familie integrieren und eine Bereicherung darstellen.
Eine win-win Situation für beide Seiten.
Die Realität sieht aber anders aus. Entweder ich lass sie alle rein und nehme in Kauf das ich und mein Familie in Gefahr sind,
Schäden davon tragen, das die Familie sich spaltet. Denn nicht alle aus meiner Familie sind mit den Gästen einverstanden.
Deren Meinung zählt genauso viel.
Oder ich lass sie alle draußen, schütze was mir wichtig ist und muss mir dann auf der anderen Seite anhören, wie herzlos ich bin, wie 1933 ich bin und vor allem: wie dumm ich bin.
Und wenn ich mich entscheide, das Risiko einzugehen und die Gäste rein bitte, es dann zum Schaden durch diesen Einen kommt, sagt mir am Ende des Tages der Bürgermeister: "Tut mir Leid, den Einen können wir nicht wieder raus schicken. Das ist jetzt dein Problem.
Sei einfach ein wenig toleranter und ändere deine Regeln, damit dieser Eine es nicht mehr so schwer hat. Pass du dich den Gästen an.
Und überhaupt: Wir Gastgeber sind doch genau so schlimm."
Das schlimme daran ist, das auch die anderen Drei darunter leiden müssen. Dem Gastgeber geht seine Idendität flöten und die Drei wissen nicht, wo sich sich denn überhaupt integrieren sollen, wenn der Gastgeber oft selbst nicht mehr weiß, was er überhaupt ist, für welche Werte
er einstehen kann und seine Geschichte und Herkunft auf die dunkle Zeit reduziert wird.
Ein Dilemma das sich nicht mehr so einfach ausflösen lassen wird. Zumindest solange der politsche Wille nicht da ist.