Zitat von Lukrethia:Lieber @Scheol , ich kann das alles sehr gut nachempfinden. 🖤 Ich hab meinen Papa vor 3 Monaten verloren. Heute ist sein Geburtstag. Man kümmert sich um den verbleibenden Elternteil so gut es geht - wer weiß, wie lange wir sie noch haben. Einkaufen ist tatsächlich wie Social Media für ältere ...
Das tut mir leid ,……
im Dezember wegen der Glätte bin ich ja dann nun mit beiden mitgegangen….
„wo fahren wir hin zu Edeka“ ?
papa „ Ja aber nicht der hier bei uns( 300 Meter entfernt ) wir fahren zu unserem.“
Ok Mama und Papa haben ein eigene Edeka , interessant zu wissen.
vorher müssen wir aber zu Lidl ,….( 4 km in die andere Richtung )
Dort angekommen „was brauchen wir da“ ?
papa „ Kartoffeln“.
ich
🙄 „ die gibt es nicht bei Edeka“ ?
Papa „ nein , deine Mutter will die immer von hier“.
Ich ok dann zu Lidl und dann zu den „ besonderen“ „unseren“ Edeka……na was wird da so toll dran sein.
Geht mal vor

sagte ich um die Sache zu beobachten.
Ein kleiner Edeka ca. 7 Kilometer weit weg statt 300 Meter.
Mein Vater rein , ich schaue , der Laden sieht aus wieder jeder andere kleine Edeka auch und der andere den „ich“ meinte ist ein Verbrauchermarkt alles viel größer da bekommst du alles , war mein Denken.
Mein Vater lief gerade 7 Meter in den Laden , und war ca. 9 Meter von der Fleischtheke entfernt. Als er laut rief „ Hallo Claudia,
Ich dachte nun , oh Gott , Papa , sei doch mal bitte leise,
Nein Claudio rief aus der Entfernung den Namen meines Vater zurück

und fragte wo ist den Inge“?
Eine andere Verkäuferin von der Theke drehte sich um und ging nach hinten . Worauf mein Vater nun aus dieser Entfernung rief ( weil meine Mutter noch beim Obst stand ) „ wo rennt den Simone nun hin“.
Claudia in der selben lautstarke zurück „ die frische Wurst holen für Inge, damit die ihre 8 Scheiben Mortadella bekommt“.
Kennen die sich hier alle mit Namen und was die einkaufen ?
Ja das tun sie!
Und jeder kannte irgendwie jeden in dem Laden und auch mit Namen.
Und da wurde hier gequatscht und da gequatscht und sie dackelten mit 91 und 92 Ziel sicher in dem kleinen in „ihrem“ Edeka umher weil sie dort wissen wo alles steht.
Oder eben die Leute hilfsbereiter sind und die Verkäufer sehr genau wissen was sie sonst immer nehmen.
[ eine Zeitlang ging ich allein wie es Papa immer schlechter ging. Und dann stand ich da und die Dame an der Theke wie ich den Einkaufszettel vorlas , „ dit kann ni’sch sein , dit haben die noch nie je‘kofft“.
„Jut dann ni‘sch dann nehmen wir dit wat du sagst“. War dann auch richtig gewesen.
Erst da habe ich verstanden wie wichtig es ist, DA in dem Edeka , in ihrem Edeka hinzufahren und dort einzukaufen.
Die Zeitung nicht in den drei möglichen Supermärkten mit zu kaufen sondern nochmals extra in ein Zeitungsladen zu fahren um dort ihre Zeitungen zu kaufen.
Und eben nicht die Kartoffeln vorher oder nachher mit bei Aldi , Edeka , Kaufland oder einen anderen Laden wo wir auf den vier Kilometer vorbei fahren zu kaufen , sondern genau DA bei Lidl diese zu kaufen.
Und wenn meine Mutter der Meinung ist das die Kartoffeln bei Lidl besser schmecken weil sie vieleicht dort in einer blauen Tüte sind und die selben aber bei Edeka in einer grünen Tüte sind , werde ich mit ihr zu Lidl fahren. Weil dann ist das so.
Und weil die Schnecken wieder alle sind denke ich mal , werde ich vermutlich morgen 80 Kilometer fahren für 4 Streusel Schnecken mit Kirschen für 11,20 Euro.
Ist es sinnvoll, JA !
Weil meine Mutter freut sich.
Meine Sichtweise auf das einkaufen mit alten Leuten hat sich auch etwas geändert.
Irgendwann fragte ich mich , warum mein Vater ein Liter Milch am Montag , eine zwei älter am Montag und solch Dinge immer Montag und Donnerstag wollte.
Ich habe irgenwann verstanden das sie da schwere sonst gar nicht mehr auf ein Schlag hoch tragen können. Also sie öfters einkaufen wegen der Schwere des Einkaufes.
und wenn ich dann manchmal Ömchen im Supermarkt sehe mit dem kleinen Einkauf dann weiß ich die kommt jeden Tag weil sie das gar nicht alles tragen kann , obwohl sie lieber nur zwei mal gehen würde , wegen der Füße.
Alte Menschen oft angerannt werden , mein Vater hat an der Kühltheke fast von einem andere jüngeren die Glasscheibe vor Kopf bekommen und wurde wie er was sagte noch angepöbelt.
5 Meter weiter , war es dann meine Person die hinter ihm stand und wie er sich um drehte und gegen mich rannte , gab’s ein Spruch. Nur hat ja nicht jeder Ältere sein Aufpasser mit bei.
Es gab / gibt Sachen zum Lachen aber eben wo mir auch die Tränen im Supermarkt in den Augen standen, weil man viele Dinge plötzlich anders wahrnimmt. Anders sieht.
dir @Lukrethia alles Liebe und natürlich allen anderen auch.