83545

Was denkst du gerade?

AmeiseNextDoor
@Sincerite
Ich denke dass das bei dir absolut zutreffend sein kann - und bei bestimmten Dingen bei anderen ebenso. Bei mir gibt's tatsächlich auch 1-2 Themen wo ich es so wahrnehme. Aber bei anderen ist es völlig anders, da triggern mich die Ungerechtigkeit und meine andere Einstellung zu bestimmten Themen.

• x 4 #33556


C
Zitat von Sincerite:
Ich wollte dir nichts aufs Auge drücken. Vielleicht ist mein Ansatz ja auch falsch. Ich habe die Erfahrung mit mir gemacht, dass das, was mich an anderen aufregt, auf irgendeine Art etwas mit mir zu tun hat, dass ich so gar das gleiche drauf habe, was ich an anderen bemängele. Aber das ist meine die Erfahrung mit ...


Nein, nein, Du hattest es von Beginn an auf Dich bezogen, das hatte ich auch so verstanden. Keine Sorge. Daumen hoch

Allerdings hast Du es immer wieder als Argument angebracht, dass das bei mir auch so sein könnte. Damit hast Du ja an sich recht: Es könnte bei mir genauso sein. Ich kann das aber nicht feststellen, wenn ich über unseren Austausch und Deine Ideen nachdenke. Entweder verstehe ich Dich in den entscheidenden Punkten nach wie vor nicht ganz richtig oder es ist bei mir tatsächlich einfach anders.

Das ändert wiederum nichts daran, dass Du Deine Erkenntnisse über Dich gewonnen hast. Und das ist doch absolut gut so, Erkenntnisgewinne, auch über sich selbst, sind doch immer irgendwie wertvoll. Daumen hoch

• x 3 #33557


A


Was denkst du gerade?

x 3


PapaEmeritus
Natürlich ist es möglich, dass einen bei anderen Dinge stören, die man selbst vielleicht macht oder machen würde. Trotzdem denke ich, dass es da Grenzen gibt. Es gibt Dinge, die man aufgrund bestimmter Dispositionen, Werte, Normen etc. niemals machen würden, und die einen bei einem anderen Menschen stören.

• x 3 #33558


S
@PapaEmeritus
Dein Argument hat mich interessiert und kann ich nachvollziehen. Aber ich konnte selbst den Unterschied zu meiner heutigen Aussage nicht ausdrücken. Deshalb wieder KI:

Dieses Gegenargument ist absolut valide und bringt eine wichtige Nuance in die Betrachtung. Die Spiegeltheorie ist kein universelles Gesetz, das auf jede einzelne Interaktion zutrifft, sondern eher ein psychologisches Werkzeug zur Selbsterforschung. Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen einer Projektion des eigenen Schattens und einer Reaktion auf die Verletzung von persönlichen Werten oder moralischen Grenzen.

Wenn dich etwas stört, das du selbst (bewusst oder unbewusst) tust, ist es oft eine Projektion. Wenn dich jedoch etwas stört, das fundamental gegen deine tiefsten Werte verstößt – zum Beispiel Grausamkeit, wenn du ein zutiefst empathischer Mensch bist –, dann ist das kein Spiegel deiner eigenen Grausamkeit, sondern ein Signal deiner Integrität. In diesem Fall reagiert dein System auf eine Disharmonie zwischen dem Verhalten des anderen und deinem inneren Kompass. Es ist also völlig richtig, dass es Grenzen gibt; wir spiegeln nicht alles, was wir in der Welt sehen.

• x 3 #33559


AmeiseNextDoor
@Sincerite
Das war genau das, was ich meinte. Lachendes Gesicht
Ein Mord triggert mich nicht, weil ich in Wirklichkeit eine gehemmte Mörderin bin - das berührt mich aus anderen Gründen.
Nicht alles, was einen triggert/berührt ist eine Spiegelung.
Das gibt es auch, ist aber eben nur eine von mehreren Möglichkeiten. Lachendes Gesicht

• x 3 #33560


PapaEmeritus
@Sincerite

Ich oute mich hier mal konkret. Ich bin kein Freund von Jung und seinen Schatten oder Freud und seinem „alles ist unbewusst“ (vereinfacht ausgedrückt). Ich orientiere mich eher an Verhaltensgenetik und Evolutionspsychologie. Robert Plomin ist da zb ein bekannter Name, oder gerade wenn es um das Thema geht, mit dem wir uns befassen mussten, Leute wie Robert Hare, George Simon. Bei diesem ganzen psychoanalytischen und psychodynamischen bin ich einfach raus. Aber wer sich daraus was zieht und wem das hilft, dann freu ich mich für denjenigen 🙃.

• x 1 #33561


AmeiseNextDoor
@PapaEmeritus
Freud und Jung waren bemerkenswerte Psychoanalytiker, die bis heute relevante Erkenntnisse über die menschliche Psyche hervorgebracht haben. Leider werden sie heute aber oft falsch verstanden/zitiert und auch inflationär für Laieninterpretationen missbraucht. 🤔
Das ist sehr schwierig.

Auch die Evolutionspsychologie stößt in vielen Bereichen an Grenzen, weil sich ihre Hypothesen empirisch oft nur schwer eindeutig überprüfen lassen. Ich hatte zu Studienzeiten einmal eine wirklich gute und sehr interessante Vorlesung dazu.

Aber gut, so gesehen hat natürlich das gesamte Fachgebiet seine Grenzen, weil menschliches Erleben und Verhalten sich nunmal nicht vollständig erfassen oder vorhersagen lassen. 😅

• x 3 #33562


PapaEmeritus
@Ameise_78

Ja, das war bisl blöd ausgedrückt. Bei Leuten wie Freud und Jung ist das Problem, was aus dem, was sie gesagt haben, gemacht wird.
Ich find aber bei Verhaltensgenetik oder Persönlichkeitspsychologie gerade den Punkt interessant, dass Verhalten eine genetische Komponente haben könnte. Also wir kommen nicht vollkommen „leer“ auf die Welt, und werden dann durch unsere Unwelt geformt oder „erlernen“ Verhalten. Sondern da ist bereits ein gewisses Betriebssystem da und anhand dessen entwickeln wir uns.

Und ja, menschliches Verhalten ist oft schwer vorhersehbar. Trotzdem gibt es Muster, die tatsächlich bis zu einem gewissen Maß vorhersehbar sind, vor allem bei ziemlich starren Mustern.

• x 2 #33563


AmeiseNextDoor
@PapaEmeritus
Ja gut, die Millieutheorie (dass der Mensch ohne Anlagen geboren wird und ausschließlich durch die Umwelt geformt wird) ist längst überkommen... keiner von uns wird als unbeschriebenes Blatt geboren. Lachendes Gesicht

• x 2 #33564


Blindfisch
Guten Morgen in die Runde.
Ich habe mich hier ein wenig zurück gehalten und nur sporadisch
mal reingeschaut. Hatte auch wenig Zeit, war "ausgelastet". Das lenkt ab und vertreibt
den ein oder anderen Gedanken. Zumindest zeitweise.
Ersteinmal ein großes Dankeschön für die Worte und Anteilnahme.
Zitat von Clumsy:
Ergotherapie

Werde ich mit dem Hausarzt besprechen. Vielen Dank.

Zitat von DieblaueElise:
Viel Bewegung in der Natur
Reduktion von Social Media auf 0
Kein TV
Viel lesen, wenn möglich draußen
Ausreichend Schlaf
Nein sagen

Bewegung ist wichtig, ich versuche da im Rahmen meiner Möglichkeit (Arthrose im Sprunggelenk beidseitig) so gut es geht mich zu bewegen. Und natürlich, wenn die Zeit es zulässt.
SozialMedia auf 0 - wird nicht ganz klappen aber ich bin am reduzieren....
TV schau ich wenig - hab kein Netflix o.ä......Aber die Dokus auf ZDF Info/Neo sind ganz gut um einzuschlafen 😅
Zum Lesen gibt es nicht viel Zeit - aber du hast Recht. Früher habe ich viele Bücher verschlungen.
Ausreichend Schlaf...Ja...der ist selten geworden. Es gibt Nächte, in denen ich 7 Stunden durchschlafen kann. Da ist die Müdigkeit zu stark. Andere Nächte (die zu heute zum Beispiel) waren nicht so erfolgreich. Knapp 3 Stunden waren es nur.
Kein Alk., kein Handy oder TV - bin müde und liege im Bett und die Gedanken kreisen. Sie lassen keine Ruhe. Oder ich schlafe relativ schnell ein und wache um 2 oder 3 Uhr auf und an Schlaf ist nicht mehr zu denken.
Nein sagen. Das ist eine Sache, die ich noch stärker verfolgen muss.
Wenn jemand meine Hilfe braucht, bin ich zur Stelle. Auf Arbeit bin ich immer da, wenn jemand fragt.
Öfter mal Nein sagen....ich weiß das ich das machen müsste...es fällt mir schwer.
Zitat von Hedwig11:
Hast du schon mal Johanniskraut probiert?

Das werde ich mal probieren und berichten. Vielen dank für den Tipp.

Zitat von Sincerite:
Wie alt warst du, als du die schlimme Lebensgeschichte deiner Mutter erfahren hast?

Ich war "schon" 16 Jahre alt. Ich hatte nie was geahnt. Ich wußte nicht einmal, das mein Vater nicht mein Vater ist.
Mein Erzeuger hat meine Mutter sitzen lassen, als sie schwanger war. Mit seinem Tod, veränderte sich alles. Mit meiner Mutter ging es "bergab".
Ich kam eines Tages von der Schule, meine Mutter war allein zu Hause und weinte. Sie bekam kein Wort heraus.
Sie holte ein altes Fotoalbum und zeigte mir Bilder. Das Album war mir bekannt. Auf einem Bild war ein Soldat der NVA zu sehen. Ich habe nie nachgefragt und sie meinte unter Tränen: Das ist dein Vater, er ist gestern verstorben. Wie mir zumute war, kann man sich denken. Als dann auch noch kurze Zeit später die Oma (Mutter meiner Mutter) verstarb, war alles aus.
Meine Mutter brach zusammen, war in Tageskliniken, war arbeitsunfähig. Dazu kam dann doch die Diagnose OCPD (hat nie geraucht) und ein Herzfehler wurde entdeckt. Mittlerweile hat sie 4 OPs hinter sich. Jetzt ist sie in Rente, braucht einen Rollator und ist auf ein Sauerstoffgerät angewiesen (permanent).
Warum sie mental nach dem Tod ihrer Mutter zusammenbrach, erfuhr ich nach und nach. Sie erzählte mir von ihrer Kindheit. Von ihrem Vater. Nicht viel und bei weitem nicht alles, aber es "reichte". Mit ihrer einen großen Schwester (meine Tante) ist sie im engen Kontakt - und ich auch. Und was diese mir dann nach von ihren Kindheiten erzählte....da bleibt einem die Spucke weg. Von Schlägen, schweren Strafen ohne erkennbaren Grund, Vergew...durch den Vater und anschließendem Abbruch der Schwangerschaft, das "Verkaufen" der Töchter um an Geld zu kommen....ich glaube ich muss nicht weiter ausführen.
Von all dem weiß mein (Stief)vater nichts. Ich glaube er wäre nicht in der Lage dazu, das zu verkraften.
Ich kannte meine Mutter immer als hart arbeitene Person. Sie war immer stark, war für die Familie da. Mir fehlte in der Kindheit/Jugend nichts....dachte ich. Ich habe selbst zwei Kinder. Es gibt Kuschelzeit, Vorlesezeit, Spielzeit mit mir. Es war mir eine ganze Weile nicht bewußt, aber so etwas gab es bei mir zu Hause nicht. Keiner hat gekuschelt oder mir vorgelesen. Ich habe das bei meinen beiden jüngeren (Halb)geschwistern getan. Ganz unbewußt. Ich mache meinen Eltern keinen Vorwurf. Sie haben ihr bestes getan.
Zitat von alleswirdbesser:
Verstecke dich nicht vor deiner Frau hinter dem Mannsbild, das du vor Augen hast. Du bist in erster Linie ein Mensch.

Nun, ich bin schon eine Weile hier und muss zugeben, das sich mein "Mannsbild" in einigen Punkten verändert und anderen Punkten gefestigt hat. Meine Frau ist meine Stütze, ich nehme sie auch in "Anspruch" und dennoch weiß ich um die Dynamik, die sich zum Negativen entwickeln kann. Am Ende des Tages muss ich eine Lösung finden und Hilfe in Anspruch nehmen gehört dazu, soweit habe ich da kein Ego, aber die Hilfe sollte hauptsächlich von Außerhalb kommen. Davon bin ich überzeugt.

• x 10 #33565


PapaEmeritus
Was denke ich gerade? Es geht mir gut. Arbeite diese Woche auswärts und stelle immer wieder fest, wie schön es doch bei mir ist. Da hier eine Führungskraft ausgefallen ist, wurde ich schon dezent gefragt, ob ich den Posten übernehmen möchte. Ich habe Bedenkzeit. Meine Antwort wird ein unmissverständliches „den Mist hier kann sich jemand anders antun“ sein, verpacken werde ich das aber in: „nach reiflicher Überlegung habe ich mich dagegen entschieden“.
Auf der Fahrt hier her mitten in der Nacht totmüde hab ich mal wieder siniert, wie manche es schaffen durch die Welt zu gehen. Ohne Rücksicht auf andere. Ich möchte nicht so sein. Ich möchte abends noch in den Spiegel schauen können und zufrieden mit mir sein. Mich würde interessieren, was andere da im Spiegel sehen.

• x 5 #33566


S
Zitat von Blindfisch:
Ich mache meinen Eltern keinen Vorwurf. Sie haben ihr bestes getan.

Muss auch nicht. Das Zurückschauen kann aber heutiges oft erklären. Die Geschichte deiner Mutter ist sehr brutal und grausam. Es tat mir beim lesen weh und sie hat mein ganzes Mitgefühl. Aber du hast deine eigene Geschichte. Vielleicht hast du dir das Durchhalten und Weitermachen, sich zusammenreißen von ihr abgeschaut. Eine Depression hat eine Ursache. Wobei hilft sie dir zur Zeit? Mal weniger zu machen, mal eigene Bedürfnisse und Gefühle wahrzunehmen? Ich habe immer funktoniert und meine Bedürfnisse auf Abgrenzung und mich auszuleben zu Gunsten meiner Ursprungsfamilie zurückgestellt. Dann habe ich mich 15 Jahre überfordert. Jetzt bin ich in einer Erschöpfungsdepression. Es ist wie eine Lähmung, wie eine Bleikugel am Bein. Ich lasse alles laufen, aber seit dem ich das weiß, verurteile ich mich nicht mehr dafür. Mein System muss erst wieder seine Fässer auffüllen. In dieser Ruhe bekomme ich auch viel mehr von dem mit, was in meinem Inneren so abläuft, kaum merkbar, gar nicht laut. Eigene Verurteilungen, Abwertung, Angst und ich kann mir dann die Wahrheit sagen. Es geht mir auch schon etwas besser. Draußen unterwegs sein zu Fuß tut mir gut. Vielleicht wäre Fahrrad fahren etwas für dich, trotz Arthrose. Der Austausch mit der KI hilft auch etwas, gibt neue Sichtweisen (die KI`s sind unterschiedlich gut). Ich habe die Erfahrung mit mir gemacht, wenn ich trotz Alltag nicht durchschlafen kann, dann ist der innere Alarm an. Vertrau deiner Seele. Sie kennt den Weg.

• x 3 #33567


Harry_50
Zitat von Blindfisch:
Bewegung ist wichtig, ich versuche da im Rahmen meiner Möglichkeit (Arthrose im Sprunggelenk beidseitig) so gut es geht mich zu bewegen.

Guten Morgen Blindfisch,

mit der Arthrose in den Sprunggelenken kenne ich nur zu gut. Sie ist sehr schmerzhaft. Bei mir war es so, als ob ich auf Glasscherben laufe. Mein linkes Sprunggelenk war so geschädigt, dass es operiert werden musste ( Athrodese ). Versteifung des GelenkesIch hatte ca. 2 Jahre kaum Schmerzen. Dann fing es wieder an.

• x 1 #33568


Blindfisch
Zitat von Sincerite:
Aber du hast deine eigene Geschichte. Vielleicht hast du dir das Durchhalten und Weitermachen, sich zusammenreißen von ihr abgeschaut.

Natürlich hab ich mir das abgeschaut.
"Kinder kommen nicht nach fremden Eltern."
Es ist so wie du gesagt hast: Jeder hat seine eigene Geschichte und kaum jemand möchte so werden wie seine Eltern.
Man erkennt die "Fehler" die die eigenen Eltern gemacht haben. Nicht mit Absicht oder Vorsatz, denn auch die Eltern sind das Produkt ihrer Eltern und ihren Geschichten. Und auch meine Kinder werden es anders machen, wie ich bzw. wir.
Ob es "besser" ist, werden wir sehen. Wir hoffen es zumindest.
Zitat von Sincerite:
Eine Depression hat eine Ursache.

Die Ursachen zu erkunden, zu verstehen und entsprechend dagenen zu wirken, ist mein Ziel.
Die Dame vom Gesundheitsamt meinte, das auch meine Arthrose da mit reinspielt.
Am Freitag hab ich einen weiteren Termin beim Gesundheitsamt - bei einer anderen Dame. Sie ist Psychologin und soll sich meinem Fall mal annehmen. Die bisherige Dame meinte, es wäre besser, wenn die Kollegin sich das mal anschaut.
Zitat von Harry_50:
Versteifung des Gelenkes

Das wurde mir schon "angedroht". In 2 Jahren oder in 20 Jahren. Kann keiner so genau sagen, aber es wird kommen. Tolle Aussichten.... 🙄

• x 2 #33569


Harry_50
Das, was Blindfisch in # 33567 geschrieben hat ist schrecklich. Es hat mich sofort an meine Frau erinnert. Sie wurde von ihrer Mutter misshandelt und oft vom Vater verprügelt.

• x 2 #33570


A


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