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Hallo. Ich wollte mal fragen, was für euch emotionale Nähe bedeutet oder ausmacht? Nicht nur in einer Beziehung, sondern auch in einem Kennenlernen oder einer Kennenlernphase.
Am Anfang ist es ja ganz normal, dass man erstmal recht oberflächliche Themen bespricht oder eben das, was man im Alltag so erlebt. Vielleicht auch Gespräche über Musik, Hobbies, Politik, usw.
Für mich stellt sich die Frage. Würden euch solche Gespräche fortwährend reichen, wenn ihr eine Person kennenlernt?
Bei mir selber weiß ich, dass ich mit der Zeit auch ein tiefergehendes Interesse für die Person entwickle. Zum Beispiel, wie ihre Familienverhältnisse sind. Ob es religiöse Überzeugungen gibt. Gespräche über Ängste, Schwächen. Träume und Sehnsüchte. Vielleicht auch einfach mal, wenn man vielleicht richtig genervt war an der Arbeit und dann einfach darüber spricht.
Ich hatte das mit jemandem. Ich mochte ihn sehr. Auch die körperliche Nähe war da und wurde gesucht. Er nahm gerne meine Hand, küsste mich. Bedrängte mich aber nie zu etwas. Nannte mich mit der Zeit auch gerne Engel, usw. was eine vertraute und liebevolle Basis schuf.
Nur das einzige Problem. Ich hatte nach Wochen und Monaten dennoch nicht das Gefühl, ihn wirklich kennenzulernen. Er war auch eher ein ruhiger Zeitgenosse, kann auch eine Rolle spielen. Nur bei manchen Dates, fragte er gar nicht so viel nach, bzw. ging es über Alltagsgerede und bisschen süß miteinander sein, selten hinaus. Am Anfang schob ich das auf seine Schüchternheit. Welche ich gut fand. Ich bin selber schüchtern. Nur mit der Zeit, warf es Fragen auf. Bei unserem 4. Treffen zum Beispiel kam ich zu ihm Nachhause. Wir schauten einen Film und er hatte gar nicht das Bedürfnis, mit mir wirklich zu reden. Wenn man jetzt schon 10 Jahre zusammen ist und sich nicht mehr viel zu sagen hat. Okay, dann vielleicht nachvollziehbar, aber so?
Auf der anderen Seite war sein Verhalten konsequent. Im Sinne von er meldete sich immer von sich aus, man hat sich regelmäßig getroffen. Er wollte nicht nur Intimes und gab mir die Zeit, die ich brauchte. Wir teilten Wünsche, wie mal eine eigene Familie und Kinder zu haben, hatten beide die Intention einer Beziehung.
Würde euch da etwas fehlen oder ist meine Wahrnehmung vielleicht einfach verschroben?
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H
HeavyDreamy Mitglied
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@katrin_ Hey
Zitat von katrin_:
Würde euch da etwas fehlen oder ist meine Wahrnehmung vielleicht einfach verschroben?
Ich finde, du fühlst richtig.
Ich bin selber jemand, die emotionale Nähe total gerne hat, aber auch im körperlichen Bereich.
Jemand, der nur oberflächlich ist, damit kann ich nicht wirklich viel anfangen. Das fühlt sich so "leer" an. Ich mag es unheimlich gerne, zu philosophieren. Muss nicht immer sein, aber so manches Mal ist das ne tolle Sache
Ich bin selber jemand, die gerne durch Menschen hindurchschaut, beobachte Gestik und Mimik. Merke auch sofort, ob jemand eine Ablehnung gegen mich hat oder nicht. Da bin ich wahnsinnig feinfühlig.
Er war nicht der Richtige für dich Du brauchst Tiefgang
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#2
A
Was ist emotionale Nähe für euch?
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Sonnenschein85 Mentorin
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Ich fühle emotionale Nähe beim Kennelernen durch Chemie, durch die Wellenlänge, durch den Vibe. Mit manchen Menschen hat man eine unfassbar gute Wellenlänge von Beginn an und fühlt sich direkt wohl und gut. Bei anderen hat man nicht das Gefühl das es funkt und man sich fallen lassen kann.
Bei mir ist es also eher weniger der Inhalt eines Gespräches, als das Gefühl was ich dabei empfinde.
Wenn dir etwas fehlt und dein Bauchgefühl sich meldet ist das kein gutes Zeichen. Wahrscheinlich passt es nicht zwischen euch, auch wenn es objektiv stimmig wirkt.
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#3
Blind-Meg Mitglied
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Zitat von katrin_:
Würden euch solche Gespräche fortwährend reichen, wenn ihr eine Person kennenlernt?
Auf gar keinen Fall. Ich brauche ausgeprägte emotionale Tiefe und das soll der Mann doch bitte auch früh wissen. Spätestens beim 2. Date muss es mehr um Tiefgang gehen statt um Oberflächlichkeiten. Das bedeutet für mich Gespräche über das Gefühlsleben, über wichtige prägende Erfahrungen, die man gemacht hat, über Werte, Ziele, Ängste und Gewohnheiten, über das was einen beschäftigt, freut oder nervt und auch über frühere Partnerschaften und was einem in der Beziehung wichtig ist.
Wenn ich dich richtig verstanden habe, datest du einen Mann, exklusiv und mit Sex, und hast das Gefühl, ihn gar nicht richtig zu kennen, stimmt das so? Wenn ja, würde ich genau das mit ihm ansprechen, und je nach Verlauf dieses Gesprächs dann entscheiden, ob und wie ich weitermache. Ich hätte in diesem Fall gar nicht erst körperliche Annäherung oder gar Sex zugelassen. Erst emotionale Öffnung, dann körperliche. Aber dafür ist es bei euch ja jetzt leider zu spät, wenn ich dich richitg verstanden habe.
Ich frag mich immer warum man da so schüchtern ist? Beim ersten Date ist das geschenkt, sind wir alle nervös, besonders wenn man den anderen toll findet, aber bei Date 2 immer noch?
Was mir auffällt ist, dass viele Menschen so verdammt wichtig sind oder sich besser gesagt für ganz wichtig halten. Wenn ich höre dass man sich in 8 Wochen ganze 3 mal getroffen hat, frag ich mich immer, wie wichtig kann man so einer Person eigentlich sein?
Viele sind mir halb dabei und wundern sich dann wenn es nicht klappt.Da fällt mir immer da Zitat in Nenas Lied ein.
"Liebe wird aus Mut gemacht, lass uns auf unseren Feuerrädern durch die Nacht fahren"
Irgendwie so geht der Text und es ist so. Wenn man nicht mit 100% dabei ist, kannst du es vergessen. Du wirst nicht mehr invest bekommen wie du selber bereit bist zu geben.
Montag ist Fußball, Dienstag ist Stammtisch, Mittwoch ist Spätschicht, Donnerstag ist Männerabend, Freitag ist Fußball, Samstag ist Party mit Freunden, Sonntag ist Familienessen.
So sehen bei vielen die Tage aus und was mir vor allem auffällt ist, die Menschen haben verlernt mehr als ein Termin am Tag wahrzunehmen. Sie haben am Mittwoch Kontrolle beim Zahnarzt, dauert 15 Minuten, da wird sich der ganze Tag freigehalten. Man schränkt sich selber ein wegen 15 Minuten Termin 🤣
Ich hatte mal eine Bekanntschaft die hat Lehramt studiert, war nebebei selbstständig mit Pferden, hat einen Jagdschein gemacht und hat Teilzeit in einem Jugendheim gearbeitet.
Alleine ihre Pferde haben gefühlt 200h im Monat Zeit gekostet, dan 15h Arbeit im Heim, Jagdschein und jagen nebenbei und da ist noch keine Familie treffen dabei oder Freunde.
Solche Menschen kann man vergessen, sie haben 3h am Sonntag Abend Freizeit und merken dann, es fehlt ihnen ein Partner, also melden sie sich sonst wo an, schreiben mit dir, was ja auch kaum Zeit kostet, dass kann man nebenbei auf dem schei. tun und dann treffen sie sich halbherzig mit dir nach Wochen, weil vorher ist nix frei und dann passiert etwas ganz schlimmes, ihr findet euch toll, zumindest du findest es toll und es gibt sogar den ersten Kuss etc...Ab da wird es richtig fies und vielleicht solltest du dich mal fragen ob das nicht vielleicht auf dich gerade sogar zutrifft auf irgendeine Art und Weise?
Ich kann dir da nur raten so schnell wie möglich zu laufen. Selbst wenn es nicht so ist, klingt deine Situation nicht gut. Da scheint es an allem zu mangeln. Keine Leidenschaft, keine Emotionen, keine Lust auf mehr.
Einen Tipp habe ich aber noch an dich. Hör auf mit diesen tiefen Gesprächen in der kennenlernphase. Es bringt dich nicht weiter und gibt dir auch keine Sicherheit. Lass dich lieber mal fallen, hab Spaß zusammen und der Rest kommt von ganz alleine. Solche Gespräche führt man wenn man bereit für was festes ist. Wenn man sicher ist den anderen wirklich zu wollen, dann kommen solche Gespräche auf und dann sind sie auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort gestellt worden.
Oberflächlich fragen wie, willst du Kinder? Sind damit nicht gemeint, ich rede hier wirklich vom tieferen Gesprächen. Es muss am Anfang nicht so ernst sein. Kennenlernen soll Spaß machen. Man möchte den anderen einfach bei sich haben, verrückte Dinge tun, Sex haben usw.
Wie gesagt, ich kann dieses Schüchtern nicht verstehen. Entweder man passt zueinander oder eben nicht. Was gibt es da schüchtern zu sein? Ich denke das ist ein Punkt an dem du arbeiten kannst.
Wie immer nur meine Meinung
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#5
Waris07 Mentorin
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@katrin_
Ich glaube nicht, dass deine Wahrnehmung verschroben ist. Für manche entsteht Nähe über Verlässlichkeit und gemeinsame Zeit, für andere über neugierige Fragen, das Teilen von Innenwelten oder das Gefühl, wirklich gesehen zu werden. Vielleicht war er einfach ein anderer Typ von Nähe-Mensch.
Und wie einer meiner Lieblingssprüche es so schön kurz und knackig auf den Punkt bringt: Das Problem ist ja nicht, dass man einen leichten Knall hat. Das Problem ist, jemanden zu finden, der einen möglichst kompatiblen Knall hat.
Am Ende geht es letztlich nicht darum, ob du zu viel wolltest – sondern ob eure Art, Nähe zu spüren, zueinander passte.