Zitat von Helli:Dann hab ich eine Frage:
Was sind für Dich "falsche Prioritäten"? Bzw. was sind für Dich die richtigen?
Eine sehr gute Frage, die ich gerne beantworten möchte. Ich mach das mal an zwei Beispielen fest, was ich da so mit u.a. erlebt habe:
Sitze mit einer Dame das erste mal zusammen beim 1.Treffen (ich hasse das Wort Date

) und unterhalte mich mit ihr ganz angeregt, nennen wir Sie "X", okay?
Ich frage dann X so im Laufe des Gesprächs, was sie so, wenn sie tatsächlich eine Partnerschaft anstrebt, als Prioritäten ansieht (denn im Laufe des Treffens kamen da schon merkwürdige Ansichten und Aussagen ihrerseits).
X: Also, ich habe zwei Kinder aus einer vorherigen gescheiterten Beziehung, die gehen immer vor. Sind immer an erster Stelle, da müsse sich ein zukünftiger neuer Partner darauf einstellen. Er würde immer dahinter stehen.
Ich: Man kann doch auch gleichberechtigt an einem Strang ziehen.
X: Nein, das glaube sie nicht. Entweder ihr "Next" nimmt das so hin oder es passt halt nicht.
Dann, eine andere Dame, nennen wir sie "Y":
Die war gerade auf dem "Spaßtrip", gab sich aber als eine beziehungsorientierte Frau aus, die, ich betone, etwas "Festes" suche. Wie das "Festes" aussehen sollte - nun, sieh selbst:
Nach ca. 20 Minuten intensiven Gesprächsaustauschs zog sie unbemerkt ihren Fuss aus dem Schuh und ging mir damit zwischen die Beine (im Cafe, wir saßen uns gegenüber). Sie meinte dann folgendes:
Sie fände mich "scharf", sei g. l und unterv. .lt und suche in erster Linie einen Mann für´s Bett zur Belebung, besser gesagt, Auslebung ihrer s. Phantasien. Ein dauerhafter Partner? Ja, für´s Bett. Im "regulären" Leben sollte es dann schon ein Mann von Format sein, also vermögend, mit großem Haus, teurem Auto, schicken Klamotten etc. Eben ein "Outstanding, ich als ALG-II-Empfänger (seinerzeit) könne ihr ja wohl dauerhaft nicht gerecht werden, sie wisse ja schließlich, was sie wolle.
Sicher. . . .
Ich denke, diese beiden Beispiele reichen, oder? Solche, ähnliche oder teils noch groteskere Situationen habe ich zuhauf erlebt. Wahnsinn.
Zitat von Helli:Das liest sich etwas nach Verklärung der guten alten Zeit. Ich glaube aber, dass das eine starke Romantisierung der Vergangenheit ist. Insbesondere auch in der Zeit des Wirtschaftswunders zählten doch auch enorm materielle Güter. Inzwischen hat sich aber der Kapitalismus bis ins Schlafzimmer breitgemacht. DAS ist das Problem.
JA. Da stimme ich Dir absolut zu. Klar doch, dass ich die "guten alten Zeiten" herbeisehne.Oder?
Zitat von Helli:Deion, ich bin mir bei Dir nicht sicher, bist Du mit Deinem aktuellen "Zustand" wirklich zufrieden oder nicht?
Entschuldige, zu Nahe möchte ich Dir nicht treten; aber warum "verordnest" Du Dir so eine Auszeit? Warum gehst Du nicht mit offenen Augen und Ohren durch die Welt und so läuft Dir vielleicht doch noch die Nadel vor die Flinte?
Du bist doch allem Anschein nach jemand, der gut mit sich selbst auskommt im Alleinsein, der viele Interessen hat, einen ausfüllenden Beruf etc. Da muss ich mich doch nicht per Dekret kasteien?
Jede/r kann mir nahe treten, ich nehme es nicht persönlich, okay?
Und ja, ich bin zufrieden mit dem aktuellen "Zustand". Die Auszeit nehme ich mir, ich habe sie mir nicht verordnet, sondern sehe sie einfach als eine derzeit vernünftige Massnahme an, damit sich der Damenwelt die Gelegenheit bietet (ich meine die Damenwelt in
meinem Umfeld, nicht missverstehen bitte), sich in eine andere, aus meiner Sicht sinnvollere und bessere Richtung zu entwickeln.
Das mit den offenen Augen und Ohren und so, das habe ich ja jetzt ein paar Jahre (!) hinter mir. Ich hatte eine Ehe, wo ich betrogen wurde und trotzdem dachte ich danach noch: Es können doch nicht alle Frauen in meinem Umfeld so sch. .ße sein.
Ich hatte vorher mal zwei längere Beziehungen mit zwei Frauen, als ich jünger war. Eine davon war meine absolute Traumfrau. Ich bin kein Wrestlingfan oder so, aber wer magm kann sich ja mal in der WWE ein Bild von der Wrestlerin/MMA-Kämpferin Sonya Deville anschauen (ist aber glaube ich ein Künstlername). So ähnlich sah mal meine zweite Freundin aus.
Du siehst, trotz einiger Rückschläge habe ich immer mal wieder Träume gehabt von der ach so großen Liebe und so. Aber die letzten Jahre waren sehr zerrend. Ich bin nicht mehr 20 oder 30, sondern 44. Ich wollte mal irgendwann ankommen, mit einer für mich tollen Frau zusammenleben, wie man es noch von früher her kennt. Einfühlsam, zutraulich, empathisch usw.
Ich denke einfach, viele gute Qualitäten sind den Frauen irgendwie, irgendwo abhanden gekommen. Warum das so ist, ich weiß es nicht. Ich erlebe es zuhauf.
Wenn ich gewollt hätte, ich hätte leicht und locker mehrere, wenn nicht gar zwei oder drei dutzend Male F+-und/oder Bettgeschichten mit irgendwelchen Frauen haben können, no problem. Aber ich möchte sowas nicht, ich habe lieber eine feste, ehrliche, treue Partnerin, keine Lebedame, keine Diva und schon gar nicht eine Stadt- oder Dorfmatratze. Nur eine wäre absolut ausreichend.
Aber bis ich mich noch mal "aufraffe" und wieder vielleicht mal die Motivation verspüre, mich diesen Dingen zu stellen, nun, da wird sich eben viel tun müssen - bei den Frauen, die mir gefallen könnten/würden/werden. Sie sind noch nicht reif für eine ernsthafte ehrliche und aufrichtige Beziehung. Vielleicht sind sie es aber in ein paar Jahre Entwicklungszeit, Rom ist ja auch nicht an einem Tag entstanden, nicht wahr?

Zitat von Helli:
Warum betonst Du das denn extra?
Weil die "Absenderin" der Textpassage, auf die ich mich beziehe, sehr gerne einen Therapeutin empfiehlt.