Zitat von Laetitia2024: Dann lass dich scheiden und sei froh, dass du ihn los geworden bist. Arbeitslos, lässt sich gehen, kümmert sich um nichts und alles blieb an euch hängen. Darauf könnte ich verzichten. Sei doch froh, dass er die Scheidung will.
Es ist nicht unbedingt gut, jemanden einfach im Stich zu lassen, den man zumindest irgendwann geliebt hat.
Gerade Arbeitslosigkeit kann einem jedes Selbstbewusstsein entziehen, und dann einfach sagen - ja, ok, ich haue halt ab, ist nicht die beste, vor allem nicht die liebevollste Idee.
Zwar habe ich selber auch diese Möglichkeit genannt, natürlich, es ist eben auch eine Möglichkeit. Aber ich habe den starken Eindruck, ihr Mann hat das in seiner Verzweiflung gewissermaßen trotzig geäußert.
Und das sollte man hier schon auch bedenken. Bei jemandem, der offensichtlich in eine schwere Depression gestürzt ist, sollte man etwas andere Maßstäbe ansetzen als im Normalfall.
Allerdings sollte man ihm auch nicht alles abnehmen, weil er aus der Depression ja nach Möglichkeit auch wieder rauskommen soll, und dazu bedarf es (anfangs kleiner) Erfolgserlebnisse.
Heißt, wenn einem ein Mensch noch etwas bedeutet, dann auch für Kleinigkeiten loben, sich darüber freuen und nicht erwarten, dass er sozusagen aus dem Stand heraus wieder einfach so ist wie früher. Das geht auch gar nicht, wenn die inneren Kräfte erlahmt sind.
Allerdings sollte man ihn dann nicht in diesem quasi pflegebedürftigartig Zustand belassen, sondern ihn, soweit möglich, an kleinen Dingen wieder ausbauen. Und sei es, wenn er selber wieder mal eine Überweisung tätigt oder einkaufen geht oder sonst etwas. Kritisiert man immer nur, was er alles nicht macht oder auch kann, dann geschieht nichts anderes, als ihn nur noch mehr fertigzumachen und seinen Zustand zu bestärken. Und das wird weder ihn aufbauen noch die Beziehung.
Aber natürlich, auch ist eine Scheidung möglich, und dann kann er sehen, wo er bleibt.
Für mich ist das in erster Linie eine Frage der Liebe. Ist da ohnehin nichts mehr da, dann Scheidung. NIcht aus Gründen des Tiefs, sondern der Absandelung (der Verbindung zueinander).