dopoges
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ich (38) möchte mich mal kurz die Situation schildern. Vor 2 Jahren bekamen wir einen neuen Kollegen (Schweizer, 43) ins Projekt, vorher eine Trainee Programm bei uns in vielen Ländern und Standorten. Es war von vornherein klar, dass er die Möglichkeit hat, alle 2 Jahre den Standort zu wechseln oder er eben fest bleiben kann, die Wahl lag nur bei ihm. Die Wahl hat jeder, aber nutzt kaum einer, der unter 30 ist, sowas zu machen.
Während des Lockdowns sind wir uns etwas näher gekommen, Gefühle für einander entwickelt und irgendwie kam es so, dass man das Gefühl hatte, zusammen zu sein. Wir sprachen offen übereinander, er berichtete mir, dass er allerdings bald wieder den Standort wechseln würde (was jetzt soweit war) und ich das zunächst als kein Problem sah, das war Anfang des Jahres.
Bis Ende Januar unternahmen wir viel, hatten tolle Gespräche und irgendwie "Pläne". Schlagartig musste dann im Februar alles schnell organisiert werde. Wir telefonierten mehr als wir uns sahen und ich hatte zunehmend ein inneres Gefühl von "bin grad etwas genervt, da ich das Gefühl habe, in deiner Planung nur noch als Organisatorin vorzukommen", die Gespräche erinnerten mich eher an eine Zweckgemeinschaft, in der man ab und zu telefonierte, Orga-Fragen klärte und dann war er zeitweise schon über abwechselnd 1 Woche am neuen Standort Schweiz.
Ich merkte zunehmend, dass ich enttäuscht und auch etwas sauer war, dass er das ganze nicht vorzeitig abgesagt hatte und hier geblieben ist, ging aber nicht mehr, das ganze war vorher schon zugesagt, nicht bevor wir uns kannten, aber bevor wir "zusammen kamen", wenn man die wenigen Monate so bezeichnen möchte.
Normalerweise wäre es für mich leicht, mich abzulösen, aber ich bin immer wieder irritiert, darüber, dass er einerseits ständig darüber spricht, hoffentlich bald wieder hier zu sein (?) davon ist kaum die Rede, beruflich kehrt man selten an den Standort bei uns zurück, von dem man gerade kam, er spricht dann von "Familie gründen", "zusammenziehen", also Pläne, die er äußert, widersprechen den Tatsachen, die er derzeit voll angeht und in Planung sind.
Ich merke, dass ich mit diesen "Plänen" nichts anfangen kann, da ich das Gefühl habe, ich werde etwas warm gehalten. Komischerweise traue ich ihm das nicht zu, dazu ist er nicht der Typ, er ist der Typ für sehr klare Worte und Verhältnisse, aber ich bin mir derzeit nicht sicher, ob ich Lust habe, eine ungewisse Zeit zu warten, aufgrund der derzeitigen Lage kann man sich auch nicht ohne weiteres besuchen und ich stelle mir auch die Frage, ob ich darauf Lust habe, auf unbestimmte Zeit.
Während mein Umfeld Familien gründet, sich "niederlässt", habe ich das Gefühl, startet er das Leben eines 20 jährigen, aber ich bin nicht mehr 20 und möchte auch nicht mehr ständig irgendwie ohne Planung leben. Und ich weiß auch nicht, ob er realisiert hat, dass wenn er wiederkommt, wir beide nicht mehr in dem Alter sein werden, wo man auch nur an "Familie denkt". Ich widerspreche dann immer mit Tatsachen "hast du mal darüber nachgedacht, dass. " und werde abgewürgt mit "Du planst zuviel".
Andererseits verstehen wir uns sehr gut, haben tolle Gespräche gehabt, bevor dieser Stress anfing bei ihm. Ich hätte mir mit ihm alles vorstellen können, aber irgendwie ist die Gedanken - oder Wunschblase geplatzt mit seinem Weggang.
Ich bin hin und her gerissen, ob ich die Energie hinein stecken soll, ob sich das lohnt, oder nicht. Ich habe keine "Alternative", aber derzeit schon auch das Gefühl, dass ich künftig keine Lust habe, ständig nur zu telefonieren, da ich jemand bin, der auch real eine Beziehung führen möchte und nicht nur virtuell, ich bin kein Online Typ und auch kein Typ, der ständig feste Telefonzeiten haben will, sondern ich will zusammen "sein", etwas erleben. Wenn ich wüsste, in 2 Jahren ginge das wieder, würde ich mich darauf einlassen, aber ich fühle Unsicherheit zwischen dem, was er erzählt (total unrealistisch. .Familie, dies und das) und dem was er macht (Zelte komplett abbrechen. Leben woanders komplett neu aufbauen).
Ich denke mir manchmal, lass laufen, ich denke mir ein andermal, ist mir echt zu nervig, würde lieber jetzt gern mit einer Freundin quatschen oder etwas anderes machen, statt den Hörer zu halten und mir anzuhören, wie es vor Ort so ist und Dinge zu hören, an denen ich nicht teilhaben kann.
Kennt jemand diese Situation
Wenn man das selbst locker sieht und einfach nur die Zeit genießen kann und will, kann man sich so eine wunderschöne Zeit schaffen und eine Erinnerung, die einem auch nach Jahren noch ein Lächeln ins Gesicht zaubert und eine Dankbarkeit, dass man das erleben durfte. Dazu muss man aber von dem Bedürfnis loskommen, alles Gute konservieren zu wollen für die Ewigkeit. Letzteres funktioniert nur im Kopf, nicht im realen Leben. Es heißt ja nicht umsonst "aufhören wenn es am schönsten ist". Danach gehts nur noch abwärts.