Lilalina30
Mitglied
- Beiträge:
- 3
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 4
- Mitglied seit:
mein Freund hat sich vor einigen Wochen von mir getrennt. Wir waren schon ein Jahr beide nicht mehr glücklich und noch viel länger war ich nicht mehr glücklich und er war frustriert. Im Grunde bin ich froh, dass es so gekommen ist.
Worüber ich jedoch in letzter Zeit immer wieder grüble ist die Frage inwiefern ich damit recht haben könnte dass er ein paar grenzwertige verhaltensweisen an den Tag gelegt hat. Ich denke an zwei konkrete Ereignisse:
Als wir vor vielen Jahren zusammen zogen hatte ich viel zu tun in der Uni. Er hatte sich auf ein intensives Zusammenleben gefreut, ich war überfordert und fokussierte mich nur auf die Uni. Er wartete zu Hause, lernte ein bisschen für die uni und wollte Zeit mit mir verbringen, traf seine Freunde einfach gar nicht mehr und machte den Haushalt. Dadurch wuchs seine Unzufriedenheit mit der Zeit und ein gewisser Frust. Ich hatte immer seltener Lust mit ihm zu schlafen, eben Stress und vermutlich auch Bindungsangst. Jedenfalls passierte es immer wieder, dass wir auf dem Bett lagen, bekleidet, und er meinte, er wolle mich ein bisschen "rumschleudern" und manchmal auch wie kleine Kinder irgendwie "rangeln" mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Er sagte er habe aus sich heraus irgendwie das Bedürfnis. Ich habe das gar nicht verstanden. Ich habe das ihm zuliebe immer wieder mal mitgemacht und es damals als kindliche Spielart betrachtet, aber es tat mir manchmal etwas weh und ich hatte damals schon irgendwie das gefühl dass von ihm aus eine gewisse Wut ausging dabei. Ich machte das ein paar mal mit, ich es auch immer wieder beendete weil es mir wehtat, was er dann auch blöd fand. irgendwann machte ich klar dass ich das nicht mehr wolle.
Im Rückblick frage ich mich, ob das der Ausdruck seines Frustes mir gegenüber war? Aus seiner Sicht war ich nämlich nach unseren 7 Jahren Beziehung ich der Grund, weil ich ihm nicht genüge, also mir nicht genug Mühe gegeben habe und ihm das nicht reicht was ich für uns tue.
Dann habe ich nach 4 Jahren Beziehung so sehr gezweifelt, dass ich die Beziehung geöffnet habe ohne dass er das wollte. Und das ließ ich zwei Jahre so, ohne es zu nutzen. Als er dann wegzog meinte ich ich wolle mit ihm darüber reden und jetzt wo sich unsere lebenssituation ändert, müssen wir doch neue Vereinbarungen treffen. Er sagte mir an dem Abend er wolle daran nichts ändern und jetzt seine Freiheit genießen wo er schon ins Auslandssemester geht. Das war eine Frust-Antwort. Ich war todtraurig und geknickt, hatten wir doch trotz der verbalen Festlegung einer offenen Beziehung, eine treue Beziehung geführt, waren immer füreinander dagewesen und hatte trotz Fernbeziehung jeden Tag Kontakt gehabt und uns eigentlich alles erzählt. Und er wusste, dass ich Bindungsangst hatte. Dennoch ist mir klar, dass ich da natürlich etwas angerichtet habe. Ich denke keinesfalls dass mein verhalten richtig war aber ich fürchte, seines war es auch nicht. was dann nämlich passierte am Abend vor seiner Abreise und zwei Stunden nachdem er mir das gesagt hatte, war dass ich merkte dass er hoffte vor dem Abschied nochmal mit mir zu schlafen und ich wollte ihm auch nahe sein, aber aus Traurigkeit. Dieser Sex. es war furchtbar. Ich hatte das Gefühl dass er dachte: " jetzt habe ich wieder die Oberhand" Er hat wie besessen mit mir geschlafen und während ich hoffte es würde vorbeigehen, musste ich ihn ein zwei mal drum bitten eine pause zu machen, weil ich seine Energie und seine Rage, seine vermutlich irgendiwe männliche Aggression so stark spürte und es mir total unangenehm war. Ich denke allerdings dass es von außen wie normaler intensiver Sex hätte wahrgenommen werden können. Am ende kam ein riesiger Schluchzer aus mir heraus, den ich weder kommen gesehen hatte noch wollte. Es war ein tiefer Schluchzer der Verzweiflung, bestehend aus der Traurigkeit über seine Reaktion und dem Leid das ich empfand, als er physisch mir so zu spüren gab, dass es ihm um seinen stolz ging statt um uns. Ich war zutiefst erschüttert und sprach ihn irgendwann ein paar Wochen später darauf an. Er sagte einfach nichts dazu. Gar nichts.
Er ist im Grunde ein wirklich guter Mensch, sehr intelligent, alle Menschen die ihm begegnen finden ihn unglaublich sympathisch. Und meistens war er ein treuer liebevoller Partner. Und sicherlich haben meine probleme und Verhaltensweisen diese emotionale Situation die er empfand gefördert aber das ist dennoch keine Rechtfertigung für soetwas, oder? Also soetwas dürfte einem emotional gesunden Menschen doch nicht passieren, oder wie seht ihr das? Ich denke, dass er so in Rage war, dass er nicht gemerkt hat, wie es mir geht, es also keine böse Absicht war. . aber dass er gar nichts gemerkt hat kann ich mir auch nicht vorstellen. und wenn das so war, wäre das ja auch erschreckend.
Und zuletzt habe ich das Gefühl hat er gerne seine Wut über andere leichtfertig an mir ausgelassen hat. Es ist nämlich mehrmals passiert im letzten Jahr (und ich denke früher auch nur habe ich es da nicht bemerkt) dass er mich wegen etwas belanglosem angepampt hat und zurechtgewiesen hat und ich schon ahnte dass es nichts mit mir zu tun hatte, nachfrug und er dann nach ein paar Sätzen mit der eigentlichen Ursache für seine Wut rausrückte, nämlich dass er eigentlich auf XY sauer sei weil die etwas getan hatten was ihn sauer gemacht hatte. Dadurch dass er ziemlich schnell wusste was der Grund war gehe ich irgendwie davon aus dass er das bewusst getan hat, um mich sozusagen zu missbrauchen als sein Ventil. Denn dazu muss man sagen, dass ich in der Beziehung auch vieles habe mit mir machen lassen ohne es zu merken.
Wie bewertet ihr diese Situationen? Was ergibt sich darauf für ein Eindruck für euch?
Bitte entschuldigt meine vielen Rechtschreibfehler, es ist schon spät und ich möchte ungern meine Zeit damit verbringen noch 20 Kommata zu setzen, ich hoffe, es ist trotzdem lesbar.
Vielen Dank schonmal für eure Mühen und einen hoffentlich sensiblen Umgang mit diesem doch für mich sehr schwierigen Thema.
Liebe Grüße