Ehemaliger User
Gast
also, ich habe Deine Geschichte von Anfang bis Ende gelesen. Ich habe mich in vielem wiedererkannt, weil ich früher einmal genauso so eine Beziehung geführt habe. Ich mochte meinen Mann sehr gern, ich fühlte mich bei ihm geborgen und vertraut. Für ihn war ich praktisch die „Traumfrau“, er war überglücklich mich zu haben, bis ich mich schliesslich von ihm getrennt habe. Auslöser: ein anderer, in den ich mich „richtig“ verliebt habe, ein anderer, bei dem ich nicht überlegen musste „Liebe ich ihn eigentlich? Könnte ich ihn lieben?“ oder so etwas.
Ich habe schon einen Fehler begangen, als ich mit meinem damaligen Mann zusammen kam, ich mochte ihn, durchaus, und hab mich in eine Art Verliebtheit hingesteigert, weil ich IHN LIEBEN WOLLTE. Ich dachte, nach einigen nicht so guten Erfahrungen, oh, endlich mal einer, der es gut mit mir meint, einer, auf den ich mich verlassen kann, der lieb ist und der will, dass es mir gut geht. Ich wollte endlich mal wieder eine „vernünftige Partnerschaft“ haben. Aber im Grunde haben sich meine Zweifel in all den Jahren immer stärker bei mir eingenistet, ich ertappte mich immer öfter dabei, mich zu fragen, ob ich ihn eigentlich liebe etc. Aber nein, leider war es nicht so. Ich hatte „ihn lieb“. Ich „mochte“ ihn. Ich konnte irgendwann mit dem Ungleichgewicht unserer Gefühle nicht mehr umgehen. Er liebt mich abgöttisch und ich „hatte ihn lieb“. Das reichte mir irgendwann nicht mehr aus, ich wollte nicht mehr „nur“ geliebt werden, sondern auch lieben! Und dann trat irgendwann der andere in mein Leben. Für meinen damaligen Mann super schwer. Natürlich. Und es war die schlimmste Zeit meines Lebens, ihm das beizubringen, denn sein Herz ist damals in 100o Stücke zerbrochen.
Daher hab ich meine Lehre daraus gezogen: mögen/lieb haben/fast geschwisterliche Gefühle haben reicht zumindest für mich nicht aus. Es muss für mich ein stärkeres Gefühl da sein! Natürlich bleibt das auf Dauer nicht so, aber ich habe die feste Überzeugung, dass alles, was später in einer Beziehung kommt, besser in den Griff zu kriegen ist, wenn man weiss/fühlt, dass der andere eine wirklich Liebe von einem ist. Man kann sich daran erinnern, wie es am Anfang war.
Ich habe gerade wieder jemanden kennengelernt, der im Groben meinem damaligen Mann entspricht. Ich hatte kurz das Gefühl, mich verlieben zu wollen/können, und habe jetzt rechtzeitig die Bremse gezogen. Nicht zuletzt, um seine Schmerzen in Grenzen zu halten (denn: er hat schon jetzt das Gefühl, ich sei seine Traumfrau. Das ist zwar schön, aber ich möchte dieses Ungleichgewicht so nicht wieder erleben.).
Deshalb Jonas: manchmal ist es besser, man bringt den Mut auf, etwas zu verändern. Was mir sehr geholfen hat: ich habe mir manchmal gesagt, ich möchte nicht, wenn ich alt bin, auf mein Leben zurückblicken und mir sagen müssen, ich war immer zu feige/zu schwach, um zu versuchen, einen Menschen zu finden, den ich richtig lieben kann. Das wäre eine schreckliche Vorstellung für mich.
Und ja, es ist super schwer, aber ich bereue es heute nicht, auch wenn ich lange darunter gelitten habe, meinen Mann nicht mehr zu sehen und keinen Kontakt mehr zu haben.
Im übrigen: jemanden zu lieben entzieht nicht nur Kraft, sie kann Dir auch viel Energie geben, denn nichts beflügelt so sehr, wie geliebt zu werden und selbst ZU LIEBEN.
Grüße von
amazone
Ich persönlich finde den Zeitraum auch viel zu lang um zu sagen "sorry das passt nicht" ich würd sagen das merkt mann dann doch spätestens nach 1,2,3 Monaten

habe ich jetzt auch gesehen
