Zitat von Timeslider:Da differenziere ich doch zwischen einer von vornherein festgelegten Affäre im Sinne einer Spaßbeziehung und einer Affäre unter Vorspiegelungen. Sozusagen der doppelte Betrug ggü. Ehe- und Affärenpartner.
Ich kann nachvollziehen, worauf Du hinauswillst. Aber auch in dem von Dir geschilderten Beispiel ist es zumindest so, daß die Affaire gleich zu Beginn mit einer ganzen Tonne von Problemen belastet wird, die dem sofortigen Eingehen einer echten Festbeziehung bis auf weiteres klar entgegenstehen und zudem damit rechnen muß, daß sie nur die Absprungpartnerin ist.
Sorry, aber wenn man sich von Anfang an schon so auf die Wartebank und in die Rolle der Hoffenden und Bangenden schieben läßt, so gehören dazu immer zwei: Einer der schiebt, und eine, die das nicht ausreichend hinterfragt und sich zu schützen sucht.
Und das geht in solchen
Konstellationen (noch nicht ganz oder frisch Getrennte) meines Erachtens nur durch das
Wahren einer klaren Distanz, bis der Schiebende seine Verhältnisse geordnet
hat. Dies auch und
gerade auf die Gefahr hin, daß er es sich bis dahin nochmal
völlig anders überlegt - deutlicher
könnte sich nämlich nicht
zeigen, daß man eh nichts "verlor", was man je "besessen" hätte. Nur daß der eigene emotionale Schaden dann deutlich geringer ausfällt.
Sollte das nicht unser oberstes Ziel sein - immer erst mal für uns selbst zu sorgen? Was hat es mit "Egoismus" zu tun, das an
dieser Stelle nicht zu tun? Wem würde denn ggfs. welche Butter damit vom Brot genommen?
Die ganze Konstellation gefällt mir - auch in Deinem Beispiel - überhaupt nicht:
Diese
Eile, mit der jemand sich schon nach einer Next umschaut, obwohl seine alte Beziehung noch gar nicht
wirklich abgewickelt ist, diese
Selbstverständlichkeit, mit der die Affaire bereit ist, sich auf die
vage Aussicht auf etwas einzulassen, das bislang ausschließlich auf
Worten basiert.
Auch der so unweigerlich und zudem
künstlich aufgebaute
Druck passt mir nicht. Was konkret spricht denn dagegen, einander erst mal als gute Bekannte wirklich
kennenzulernen, bis der (vermeintlich) Frischgetrennte seine Verhältnisse geordnet und sich so überhaupt erst mal in eine
Position gebracht hat, die ihm das Eingehen neuer Festbeziehungen
ermöglicht?
Zitat:Dann kommt, wie so oft, das böse Erwachen. Da kann der friedvollste Typus auch mal aus der Haut fahren und in seiner Wut und Verzweiflung einen „Ausgleich“ für die vielen Lügen, wertlosen Beteuerungen und zugefügten Wunden einfordern.
Wie gesagt: Nachvollziehen kann ich diese Wut durchaus. Aber meines Erachtens gehören immer zwei zu so einem Betrug: Ein Affairenführer, der Süßholz raspelt und eine Affaire, die sich selbst nicht genug zu schützen weiß. Etwa indem sie ihm klipp und klar sagt: "Ja, wenn Du eh bereits in Trennung liegst, dann laß uns mal in Kontakt bleiben. Wenn Du dann mal ein paar Wochen für Dich allein gelebt und wieder zu Dir gefunden hast, schauen wir weiter, o.k.?"
Wozu denn die Eile?
Der einzige Grund, den ich mir dafür vorstellen kann, ist Verlustangst. Aber was "verliert" man denn wirklich, an einem Menschen, der nicht mal in der Lage ist, sich eigenständig zu trennen, unmittelbar danach erst mal zu sammeln und derweil den Kontakt auf ein freundschafliches Kennenlernen zu beschränken?
Der einzige Grund, den ich mir
dafür wiederum vorstellen kann, ist die Gier, alles gleichzeitig haben bzw. auf nichts verzichten zu wollen dafür: Die wiedergewonnene Freiheit, eine neue Partnerin für Ego und Bett...
Zitat:Ich stehe auch dazu, dass der verheiratete Affärenpartner schlicht mit den Konsequenzen der Auffliegens zu rechnen hat. Er hat mit den Gefühlen anderer gespielt und meint, er könne das Spiel beenden, wann er es bestimmt. So funktioniert es nicht.
Da stimme ich Dir unumwunden zu.