Zitat von ElGatoRojo: Es geht doch eigentlich nur darum: "Was lasse ich im Unklaren?" Hier eben die vier K'ondome. Sie weiß, dass er etwas verbirgt. Sein Motiv allerdings ist nicht ersichtlich. Das mag mich fuchsen - aber wie bewerte ich das in der Gesamtrechnung der Beziehung?
Finde ich auch. Und das ist eine individuell zu gebende Antwort, jeder entscheidet das für sich, aber durch den Austausch hier bekommt man eben auch andere Sichtweisen und Fragestellungen, die einem möglicherweise weiter helfen als die eigene bisherige Betrachtungsweise, die immerhin zum Erstellen des Threads führte, weil eben ein Unwohlgefühl überwiegend war.
Ich muss sagen, dass für mich entscheidend ist, dass er offenbar nicht sagen will, was damit passiert ist. Die Theorie der frühdemenziellen Erkrankung, die sich ausgerechnet und ausschließlich auf dieses Thema bezieht, kann man ja getrost außen vor lassen. Also bleibt stehen: Er will es nicht sagen.
Das darf er - natürlich. Aber das hat Konsequenzen, genauso wie die Variante des Nennens von Gründen, die ja unterschiedliche sein können, Konsequenzen hat.
Für mich wäre das Nichtsagen ein NoGo. Dass die TE selbst nicht ganz vorbildlich gehandelt hat, finde ich dabei unerheblich (hierfür würde ich mir als der Typ auch eher Gründe in ihrer Vergangenheit denken können, die ihr Verhalten erklären und ihm die Wucht nehmen - aber welche Gründe aus der Vergangenheit sind denn auf ihn anwendbar, die sein Verhalten verständlich erklären und abmildern?), denn das Kontrollieren ist ihre "Schwäche" und das Nichtantworten offenbar seine. Damit würde ich nicht leben wollen, sowas brauche ich in einer Beziehung nicht. Natürlich muss man nicht alles sagen, aber ich finde, die Absichten, die beide miteinander verfolgt haben, waren doch wohl von Anfang an für beide Seiten hoffentlich klar. Und dann ist Offenheit echt eine wichtige Basis.
Wenn einer auf der Suche nach einer ernsthaften Beziehung ist und der andere eben nicht, sondern sich "verwirklichen" will, nämlich mit mehreren Frauen, dann sollte derjenige doch so offen und fair sein, genau das zu kommunizieren, damit der andere weiß, woran er ist. Deshalb kommuniziert man eben diese Einstellung doch? Damit beide wissen, woran sie sind und man sich eben wieder dagegen entscheiden kann, wenn es keine Übereinstimmung gibt.
Wenn aber die Absicht beider Beteiligten eine Beziehung ist und sich nur noch herausstellen soll, ob diese miteinander stattfinden kann, dann finde ich es im Kennenlernprozess überhaupt nicht legitim, dass er sich mit den vier fehlenden Gummis "verwirklicht" und sie darüber auch noch im Unklaren lässt, wenn sie - aus welchen Gründen auch immer - davon Wind bekommt.
Mit seiner Reaktion auf die Problematik offenbart er meiner Meinung nach einen Charakterzug. Kann man damit leben? Ist es einem egal? Dann go for it. Wenn nicht: sein lassen.