@Wasabix
Ach Mensch, Deine Zerrissenheit tut mir irgendwie schon beim Lesen weh, wie schwer muß das dann erst für Dich sein?
Die Lebensplanung eine Baustelle, das tägliche Leben eine endlose Aneinanderreihung von Aufgaben und die Kraft ist am Schwinden. Die Liebe ist der von dir so willkommene Lichtblick. Nicht alles allein meistern zu müssen, sich austauschen zu können. Hin und wieder vom anderen getragen werden.
Es passt doch so vieles, keine Beziehung ist perfekt, wer weiß, ob ich noch mal jemanden treffe.
Innere Zerrissenheit schafft äußeres Chaos, ein Strudel in dem du gerade versinkst.
Ich schließe mich Mira an, sei dir gewiss, auch von mir wirst Du gesehen!
Und jetzt kommen wir zu dem unangenehmen Teil:
Nicht er ist das Problem sondern Du. Du hast eine Erwartungshaltung an ihn, die ist höher als der Mount Everest und anstatt Dich selbst Ernst zu nehmen, Dich abzugrenzen und die nötige Arbeit in Dein Leben zu stecken, manipulierst Du ihn.
Nach drei Monaten Kennenlernen und den Anfängen einer Paarbeziehung sollte der Herr die Kirsche auf der Sahnetorte Deines Lebens sein, aber sicher nicht die Torte selbst.
Du hast keine Kraft für Deine Freunde, die die Dich seit Jahren begleiten, unterstützen und auffangen, weil Du lieber bei ihm Rasen mähst und dann von ihm das von Dir (!) erwartete Danke jedenfalls nicht so kommt, wie Du (!) Dir das vorgestellt hast.
Der Herr möchte keine Gespräche über das Älterwerden Deiner Mutter führen? Wasabix, das ist sein gutes Recht. Es ist sein absolutes Recht kein Redender zu sein, dafür kann er gute Gründe haben, aber er braucht sie nicht mal. Du wünscht Dir aber einen der reden kann? du brauchst das aber? Richtig, das ist absolut in Ordnung, dann ist er einfach nicht, was Du brauchst. Das ist nicht sein Fehler.
Du vertraust ihm nicht, aber hey nein, daß du dich an der Stelle mal mit dir auseinandersetzt, sondern es ist ja sein Fehler, also muß er ihn ausbügeln.
Wenn Du Deine Energie wieder in Dein Leben steckst, dort wieder in die Balance kommst, vielleicht mit Klavierstunden, vielleicht mit einem anderen Job, vielleicht mit einer Unterstützung zur Betreuung Deiner Mutter, wenn Du wieder tolle und tiefe Gespräche mit Deinen Freunden führst, dann kann der Mann vielleicht auch wieder sein, wozu romantische Paarbeziehungen gedacht sind, ein sehr netter Teil Deines Lebens. So lange er aber dazu benutzt wird, Retter sein zu sollen aus einem Leben, was Dir im Moment nur Kraft abverlangt, so lange wird das nicht mit ihm oder einem anderen funktionieren und es bringt Dich in die Position einen anderen Menschen sehr unfair zu benutzen, etwas von dem ich nicht glaube, daß Du das möchtest.
Also was ist es, was sich in deinem Leben ändern muss? Welche Dinge davon kannst Du noch diese Woche angehen, welche Dinge brauchen länger? Was gibt dir Kraft? Was nimmt dir Kraft? Wie kannst Du besser mit dieser haushalten?
Ich fühle wirklich mit Dir! Ich lese, wie schlecht es Dir geht. Ich glaube, Du bekommst hier große Unterstützung dabei, dich selbst zu retten, von mir ist sie Dir jedenfalls gewiss.
Aber ich mag dich nicht dabei unterstützen, jemand anderem die Rolle des Retters anzutragen.
