Guten Morgen,
und wieder ist Zeit vergangen. Die Hitze setzt mir immer noch zu, wie wohl allen. Ich wünsche mir den Herbst, mit 20 °C, leichte Brise. Wohnung ist ein Backofen, Büro auch, aber wem sage ich das, ist ja in ganz Deutschland so.
Ich habe mich die letzten Wochen wie unter einem Glasdeckel gefühlt, wie auf einem Karussell, was nicht anhält, ich aber aussteigen muss.
Montag hat mich was getriggert und ich bin voll in mein Verhalten gerutscht, in das alt bekannte; nur diesmal mit dem Unterschied das ich es sofort gemerkt habe, aber auch gespürt habe, ich kann mit dem, was mich getriggert hat, nicht umgehen. Immerhin gebe ich dem Gegenüber nicht die Schuld (wie in der Vergangenheit), aber mein Verhalten war / ist wie immer: Distanz suchen, abblocken, Mauer hochziehen, keine Nähe, keine Kommunikation zulassen. Abtauchen, Ruhe haben wollen, Ar sch *beep*..
Ich konnte gestern dann mal drüber kommunizieren, aber auch nicht so wie ich es mir gewünscht hätte, ich bin da so kalt unterwegs und schaffe den Sprung übers Ufer nicht. Wissen tu ich es, wie ich mich anders verhalten müsste, aber Theorie und Praxis..
Ich frage mich, ob das jetzt den Rest meines Lebens so geht. Ich kann 100 % emotionale Nähe schwer zulassen, mich fallen lassen, Vertrauen zu 100 % haben, fällt mir alles so schwer. Das hat nur was mit mir zu tun, dass weiß ich. Es ist auch schwer dies einem Menschen, der rein vom Verstand her unterwegs ist und Lösungsorientiert ist, emotionale Dinge zu erklären, ein Ding der Unmöglichkeit.
Nun gut, ich muss schauen inwieweit ich in der Lage bin, mit diesen Dingen, die ja nun mal zu mir gehören, in meinem weiteren Leben umgehen werde.
Gestern hatte ich auch eine Enttäuschung im großen Stil, muss ich so sagen. Ich habe 2 Freunde (?), Mann, Frau, seit etwas über 4 Jahren. Wir haben immer recht viel zusammen gemacht, waren zusammen im Urlaub (England, Schottland, Prag usw.), zum kochen getroffen, viel unternommen. Die beiden sind schon seit einigen Jahren miteinander befreundet, also enger miteinander als ich es mit ihnen war / bin. Vor gut 5, 6 Wochen habe ich gemerkt, dass sich in der Dynamik was verändert hat; keine Anrufe mehr, Whatsappen wurden sehr viel später erst beantwortet, für Treffen hatten beide keine Zeit mehr.
Ich habe dann mal bewusst die Füße still gehalten und mich vorgestern bei beiden gemeldet und nachgefragt, was los ist.
Sie hat mir gestern sehr kryptisch geantwortet, also alles nur Wischiwaschi, aber keine Antwort auf meine direkte Frage. Darauf habe ich dann geschrieben, dass ich das schade finde, dass von ihr keine klare Antwort kommt (was ist einfacher als bei Whatsapp alles zu schreiben, da sitzt man dem anderen nicht gegenüber), aber ich ihr alles Gute wünsche. Da kam dann zurück, ich möge mal über mein Verhalten nachdenken und die ein oder andere Situation reflektieren, vielleicht käme ich ja drauf. Zwinker-Smiley. Ganz ehrlich, ist das erwachsen? Wasn das für ne Antwort? Ich schrieb ihr dann nur, dass solche Andeutungen gar nichts bringen, ich ja nicht umsonst gefragt habe und wenn sie darauf nicht antworten möchte, ist das nicht sehr hilfreich; nur sprechenden Menschen wird geholfen.
Das hat mich wirklich sauer gemacht. Soll ich mich jetzt hinsetzen und mein Verhalten von wie lange hinterfragen? Wo soll denn ein Fehler gewesen sein, wenn dieser mir nicht genannt wird? Was soll so ein Kindergarten? Ja, das hat mich echt sauer gemacht und auch maßlos enttäuscht. So verhält sich keiner Ü40.
Von ihm - kam gar nichts, keine Reaktion, nada. Ich schrieb ihm dann, dass ich es schade finde, dass er mit mir nicht reden mag und ich gar nicht weiß, was ich denn getan haben sollte. Nun, er zog es vor - einfach nichts von sich zu geben.
Ich habe dann gestern Abend die Kontakte gelöscht und auch bei Facebook aus der Freundesliste entfernt, ich habe keine Zeit und keine Energie für so einen Kindergarten.
Ja, das war so meine Zeit bis heute.
Kommt gut ins Wochenende.
Grace