Zitat von LaraCroft:Mich würde noch interessieren: wie gehst du mit dem Gefühl um, so bitter-böse hintergangen od. abserviert worden zu sein, von dem Menschen, dem man so vollkommen vertraut hat.....?
Puh, das hat mich eine ganze zeitlang aufgefressen. Das Gefühl war nicht nur eklig, sondern hat mich extrem verletzt, auch heute noch, weil es eine Narbe hinterlassen hat. Doch ich versuche es nicht mitzunehmen, sondern lasse es bei ihm. Nicht alle Menschen werden mich so behandeln wie er. Nicht alle Männer sind so wie er.
Dadurch dass dieses Gefühl so eng mit ihm verbunden ist, ist es mir leichter gefallen, ihn loszulassen, denn egal wie sehr ich ihm nachtrauerte und egal wie sehr ich mich nach ihm sehnte, da war immer diese Bitterkeit im Hinterkopf und Herzen. Das Gefühl ließ mich immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehren, denn so schön ich mir einen Neuanfang auch ausmalte, so sehr musste ich auch immer wieder daran denken, dass er das konnte - mich abservieren, mich von heute auf morgen ignorieren und nur an sich und sein Wohlergehen (Warmwechsel) denken.
Wenn er es einmal konnte, wird er es wieder können und das ist mir zu unsicher. Ich brauche Vertrauen in einer Beziehung, doch durch die Art, wie er sich von mir getrennt hat, ist dieses Vertrauen nicht nur angeknackst, sondern nahezu gänzlich verschwunden. Der Stich saß einfach zu tief.
Ich verabscheue ihn nicht (mehr), aber ich kann mich auch nicht mehr auf ihn verlassen, wodurch für mich jegliche Grundlage für einen Neuanfang fehlt.
Wann konnte ich die Wut ziehen lassen und wann ließ das Gefühl ein wenig nach?
Ich glaube, das war kurz nachdem ich ihm sagte, dass ich mir ein versöhnlicheres Ende ohne Ignoranz wünsche. Er hat mir sehr weh getan, aber ich bin einfach ein Mensch, der mit Haltung und Würde auseinandergehen möchte. Ich möchte dem, was wir über so viele Jahre geteilt haben, mit Respekt "Leb wohl" sagen und deshalb habe ich diesen Wunsch geäußert. Von ihm kam auch darauf nichts, was mich erneut bitter enttäuschte und mit absolutem Unverständnis zurückließ, doch irgendwie auch mit dem Gefühl, dass er selbst das nicht kann und deswegen auch nicht länger mein Leben und meine Gefühle bestimmen sollte.
Ich habe ihm die Hand gereicht, doch er konnte sie nicht mal mehr zum bloßen Abschied ergreifen. Ab da erschien mir meine Wut sinnlos. Sie kostete mich viel Energie, die ich für anderes brauchte. Also habe ich sie zusammen mit dem Kapitel meines Lebens in eine sinnbildliche Kiste gepackt und versucht, die Bitterkeit ruhen zu lassen, indem ich mich auf anderes konzentrierte.
Da draußen gibt es viele nette Menschen, die manchmal schöne und manchmal kluge Dinge sagen. An diesen positiven Eindrücken halte ich mich fest und sie verdrängen die Enttäuschung allmählich, weil ich merke, dass nicht jeder so ist wie er und die Dinge auch anders laufen können.
Es gibt Menschen, denen ich vertrauen kann. Nur ihm kann ich es nicht mehr, doch er ist jetzt auch nicht mehr in meinem Leben. Eigentlich gut.