Kawasaki-Z1000
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Danke erstmal,das Du dich mit meiner Problematik beschäftigst.Ich finde es interessant auch mal die ganze Sache aus der Sicht eines Mannes zu lesen.
Ich werde versuchen ein wenig Licht ins dunkle zu bringen.
Zu meiner Ehe:
Ja ich bin aus meiner Ehe ausgebrochen nach reiflicher Überlegung meinerseits.
Wir haben zum Schluss nur noch eine Wohngemeinschaft geführt,jeder hat sein Ding gemacht ab und zu ganz selten mal was zusammen. Ich habe dann mal 5 Jahre weiter geschaut und mich gefragt,möchte ich wirklich den Rest meines Lebens so verbringen, ist das der Sinn einer Ehe?
Für mich war die Antwort ganz klar"NEIN". Nach ganz vielen Gesprächen mit meinem Mann in dem ich ihm meine Gefühlslage ehrlich erklärt habe und etlichen Versuchen es doch noch hin zu bekommen(er hat sich dann für ca.4 Wochen richtig ins Zeug gelegt) waren wir immer wieder an dem Punkt.
Für meinen Mann war seiner Meinung nach alles in Ordnung. Er sagte mal zu mir"Wir sind jetzt in der Mitte unseres Lebens, wollen wir wirklich nochmal von vorne anfangen?" Also ich denke mal dieser Satz sagt eine Menge über seine Gefühle zu mir aus oder?
Ich muss dazusagen er war sehr kopflastig,nach außen immer schön die heile Welt spielen. Da bin ich ein ganz anderer Mensch. Ich muss niemanden die heile Welt vorspielen. Ich habe nur ein Leben und in diesem möchte ich mir treu bleiben und nicht an etwas festhalten was eh verloren ist.
Also entschied ich mich zu dem Schritt der Trennung.
Mein Mann kam damit überhaupt nicht klar und seine Wut darüber äußerte er mit Hass mir gegenüber.
Heute weis ich das er anders mit diesem Schmerz nicht umgehen konnte.
Ich muss dazu sagen das unsere Gespräche während der Ehe immer sehr ruhig abliefen, da mein Mann sehr harmoniebedürftig ist und auch sonst ein sehr ruhiger Mann.
Mit dem Hass der mir da aufeinmal entgegenschlug konnte ich überhaupt nicht umgehen. Aufeinmal war ich das allerletzte und eh an allem Schuld.
Zu der Zeit fiel ich in ein tiefes Loch. Mein Selbstwertgefühl war am Boden und ich gab mir zum Schluss wirklich an allem die Schuld.Darauf hin ging ich zum Arzt denn es ging bei mir garnichts mehr,habe keine Nacht mehr geschlafen, einfach nur noch dahin vergetiert,versucht meinen Kummer im Alk. zu ertrinken und und und.Bei Einnahme von Antidepressiva finden chemische Prozesse im Gehirn statt. Du kannst Dich ja gerne mal damit auseinandersetzen. Jedenfalls haben diese mir geholfen,überhaupt erstmal wieder Licht zu sehen und mich aufzurappeln, mein Leben in die Hand zu nehmen.Was mir auch gelang.
Kurz danach lernte ich dann meinen jetzigen Partner kennen. Wir ließen uns unendlich Zeit mit dem Kennenlernen. Es folgten wundervolle Wochen mit langen Spaziergängen, Abende auf der Terrasse, Radtouren, Abende vor dem Kamin mit tiefsinnigen Gesprächen usw. Kurz mit allem was ich in meiner Ehe vermisst habe.
Geraume Zeit später verliebten wir uns ineinander.Wir schwebten auf Wolke 7. Ich könnte mir vorstellen mit diesem Mann alt zu werden.
Dann bemerkte ich diese Veränderung in ihm. Er fing an zu klammern, wollte jede freie Minute mit mir verbringen,was mir natürlich am Anfang sehr geschmeichelt hat,wobei ich aber jetzt merke das es mir immer mehr die Luft zum atmen nimmt. Genau das ist der Knackpunkt mit dem ich nicht klar komme.
Wie ich in meinem ersten Thread geschrieben habe, für mich gehört zu einer Beziehung ein gewisses Maß an Freiheit und er gab mir am Anfang auch das Gefühl das er es genauso sieht.
Jetzt merke ich aber immer mehr das er da panische Angst vor hat,aus Angst mich zu verlieren.
Ich versichere ihm immer wieder dass er diese Angst nicht haben brauch und er sich 100% meiner Gefühle sicher sein kann.
Aber Katisque hat es richtig erkannt,er hat unendliche Verlusstängste,die aus seiner Kindheit herrühren.Um die in den Griff zu bekommen würde ich ihm gerne helfen.Denn bis auf diesen Punkt ist unsere Beziehung perfekt. Alles passt alles stimmt und es fühlt sich richtig an.
Die Paartherapie habe ich als Möglichkeit gesehen unsere Kommunikation zu verbessern,das auch ich besser mit seiner Angst umgehen kann und ihm helfen kann diese Angst zu nehmen.Denn auf eine gewisse Freiheit in der Beziehung zu verzichten ist für mich keine Alternative, da ich mich in diesem Moment aufgeben würde und nicht mehr ich selber wäre.
Ich denke meine phsychosomatischen Störungen im Moment rühren daher, das ein Kampf in mir stattfindet zwischen Verstand und Herz. Ich würde alles tun und jeden Schritt mit ihm gehen um ihm zu helfen,den im Zweifelsfall sollte man immer auf sein Herz hören und den Verstand zu Wort kommen lassen wenn es keine Möglichkeit mehr gibt.Bis dahin würde ich aber gern alles versuchen,was in meiner Macht steht.
Was hört sich denn Deiner Meinung nach gesund an? Sich keine Hilfe zu holen,wenn man noch Hoffnung und ganz tiefe Liebe in sich hat?
Einfach den Verstand benutzen, alles zu beenden und das Herz zu verschließen?
Gerade weil ich ihn so liebe,möchte ich ihm helfen,seine Verlusstängste zu überwinden und das schaffen wir nunmal nicht allein. Was spricht dann dagegen sich Hilfe zu holen?
Nein unsere Großeltern hatten nicht diese Möglichkeit"LEIDER" somit war es oft ein stillschweigendes Leiden.
Was die Verarbeitung meiner Ehe betrifft, gebe ich Dir vollkommen recht,da muss einiges von mir verdrängte, aufgearbeitet werden.Deshalb werde ich mir diesbezüglich Hilfe holen.
Ich hoffe ich konnte ein wenig mehr Licht in die Sache bringen.
Lg Kawa

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