Wie kann ich meinem neuen partner helfen?

Ehemaliger User

Hallo!

Nach der Trennung von meinem Freund im letzten Jahr lernte ich zur Jarheswende einen Mann kennen, der mitte letzten jahres von seiner langjährigen freundin (fast 20 jahre) verlassen wurde.

Seit Mitte februar sind wir un zusammen, für mich ist er der mann, der mich glücklich macht, sozusagen der topf für meinen Deckel.  Ihm erging es ebenfalls so. Es war wirklich bemerkenswert, zur selben zeit dieselbe gefühlsentwicklung durchzumachen. Gleichzeitig kann jeder von uns beiden seinen Freundes-/Bekanntenkreis pflegen, weil wir uns nur an den Wochenenden und ab und an mal unter der woche sehen, denn es liegen ca. 120 km zwischen uns.

Nun, getrübt wird dieses glück dadurch, dass er seine beziehung noch nicht verarbeitet hat, er angst hat, verletzt zu werden und wohl auch seine Vergangenheit" vermißt. Zudem ist er im Momemt mit seiner beruflichen Situation unzufrieden und will am liebsten nach Süddeutschland ziehen. So wirkt er auf mich - und diesen einndruck bestätigt er auch - als hätte er mehrere gänge zurückgeschaltet.

Ich habe den Eindruck, dass er momentan innerlich total zerrissen ist und nicht weiß was er tun soll. Offenbar fehlt ihm der Mut, "ja" zu einer neuen Beziehung zu sagen. Aber, übe ich nicht zuviel Druck auf ihn aus, wenn ich ihm zu erkennen gebe, das mich dieser Zustand quält und mich unglücklich macht?

Was kann ich tun, wie kann ich ihm helfen? Mein Kopf sagt mir, dass ich mich zurückziehen sollte weil er letzten endes dieses dilemma für sich lösen muß. Mein herz sagt mir, dass es mir das herz zerreißt, ihm für wochen nicht zu sehen.

wie sind eure ansichten hierzu?


28.06.2003 11:54 • #1


tachion


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Hallo Ydilla,

ich denke, daß Du einfach ganz viel Geduld haben mußt - 20 Jahre sind eine lange Zeit! Und wenn er ein paar Gänge zurückgeschaltet hat, so heißt das doch andersherum, daß es noch eine Menge Steigerungspotential gibt.

Bestimmt möchte er sich gerne wieder fallenlassen, kann aber noch nicht. Meiner Ansicht nach kannst Du ihm nur helfen, indem Du ihm das Gefühl gibst, daß Du ihn auffangen würdest, falls er sich dazu entschließen kann. Und in der Zwischenzeit kannst Du ja vielleicht einfach versuchen, mit dem zufrieden zu sein, was ihr habt? Und wenn er nach Süddeutschland ziehen würde, könntest Du Dich damit nicht vielleicht arrangieren? Ich glaube anders herum, daß er es Dir vielleicht vorwerfen könnte, wenn er Dir zuliebe darauf verzichtet...
Das soll natürlich nicht heißen, daß Du ihm nicht sagen sollst, daß Du ihn lieber in Deiner Nähe hättest! Leicht machen mußt Du es ihm ja auch nicht gerade. Nur Forderungen wären bestimmt falsch.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft! Zeige ihm Deine Unabhängigkeit und Deine Liebe, und dann schafft ihr es bestimmt...

Liebe Grüße, Sternenkind

28.06.2003 12:36 • #2


Ehemaliger User


Hallo Sternenkind!

Vielen Dank für Deine Antwort. Geduld ist wohl wirklich der Schlüssel zu dieser Problemlösung. Aber es fällt halt schwer... Du hast recht, ich sollte wirklich zufrieden sein mit dem was ich habe. Denn die Zeit, die wir miteinander verbringen ist wunderschön (auch er sieht das so). Zum Thema Süddeutschland ist mein Standpunkt:
ich will erst einmal den alltag mit ihm verleben, wenn das funktioniert (und ich glaube, das klärt sich schnell) dann sehr genre. Auch ich würde mich dort wohl fühlen, wäre auch neugierig auf das was kommt. Aber ich kann nicht ohne diese "testphase" meines Freundes- und Bekanntenkreis und meine wirtschaftliche Existenz (als freiberuflerin) aufgeben. damit ist uns glaube ich beiden nicht gedient.

Nun, wir werden uns heute abend (hoffentlich) sehen. Ich denke, ich werde einfach wieder "zum Alltag" zurückkehren und versuchen, mir nichts anmerken zu lassen.

lg

Ydille

28.06.2003 12:51 • #3


voyager


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Hallo, ydille!

Ich schliesse mich Sternenkind's Ansichten an, kann mich auch in Deine Situation ein wenig einfühlen...

Die Zeit, die Du da durchlebst, ist unter Umständen von einer Qualität, in der die Spontaneität zwischen zwei Menschen - das Fühlen, was richtig und gut ist - darunter leidet, als dass sich der Verstand und die Denkmaschinerie viel zu heftig in den Vordergrund drängt. Ich will ihn anrufen, ja, das weiß ich... Und dann: aber möchte er das jetzt? Überfordere ich ihn? Fühlt er sich womöglich eingeängt, bedrängt? Zerstöre ich vielleicht etwas? Bin ich egoistisch? Und so weiter, und so fort... Man ist sich bei nichts mehr sicher, was früher klar und selbstverständlich war, wird zigmal hinterfragt...

Wenn Du ihn liebst, wirst Du schon erkannt haben, daß es in einer solchen Liebe nicht primär darum geht, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, sondern darum, dem Partner zur Seite zu stehen - wenn er jemanden zum anlehnen braucht. Dem Partner ein offenes Ohr zu schenken - wenn er sich mitteilen möchte... Dem Partner das Gefühl vermitteln, ihn aufzufangen - wenn er bereit ist, sich fallen zu lassen... Für den anderen dazusein, und nicht jemanden zu haben, der für uns da ist... Es geht dabei in erster Linie nicht um uns, sondern um die Menschen die wir lieben. Es ist keine einfache Sache, deswegen hast Du wohl auch hierhergefunden... Der Begriff Gratwanderung drängt sich mir auf... Aber: horche in Dich und dring in Deine Gefühlswelt vor - bist Du zuversichtlich? Ja? Gut so. Dann wirst Du diese Zuversichtlichkeit auch transportieren können...

Gib ihm Zeit, die Zeit, die er braucht, um *selbst* mit seiner Vergangenheit klarzukommen, sie verarbeiten und schlussendlich gut und sicher verstauen zu können - und dann bereit zu sein für Neues, bereit zu sein, sich und seine Liebe Dir zu schenken, ohne Gewissensbisse, ohne hin- und hergerissen zu sein... In der Zwischenzeit sei einfach für ihn da...

Wenn ihr euch liebt, und es gemeinsam schaffen wollt, dann werdet ihr das auch...

Alles liebe,

voyager

28.06.2003 13:02 • #4


Ehemaliger User


Hallo Ihr Beiden!

Vielen Dank für Eure Antworten, sie haben mir die nötige Gelassenheit gegeben!
Freue mich jetzt einfach auf das was kommt denn ich weiß, es wird sehr schön!


lg

Ydille

30.06.2003 12:41 • #5


voyager


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Hallo Ydille,

Du hast den absolut richtigen Begriff für den idealen Begleiter einer tiefen, reifen, reinen Liebe getroffen:

[center]Gelassenheit...[/center]

Das ist die perfekte Basis... lass von Dir hören, wenn Dir danach ist!

Alles liebe,

voyager

30.06.2003 13:11 • #6




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