Sternentaucher
Gast
Gerade habe ich hier einen ellenlangen Text wieder gelöscht, in dem ich die letzten sechs oder sieben Jahre meines/unseres Lebens Revue passieren ließ,
aber das würde nur vom Kern-Thema ablenken:
Ich hatte während des gesamten Jahres 2016 eine Parallel-Beziehung mit einem anderen Mann. Geschlechtsverkehr viermal.
Mit Pauken und Trompeten war dies Anfang diesen Jahres beendet.
Seit Januar gehen mein Mann und ich zur Paar-Therapie, und auch jeder in eine Einzel-Therapie.
Ich habe alles zugegeben, ich bereue zutiefst, ich hoffe geduldig auf Verzeihung, irgendwann, und gebe mir wirklich alle Mühe, für meinen Mann da zu sein und für einen Neuanfang und eine gemeinsame, wieder erfüllende Zukunft zu kämpfen. Wir haben auch in diesem Jahr sehr schöne, vertraute Momente zusammen erlebt, aber immer wieder auch schlimme bis schlimmste Krisen. Ich weiß nicht mehr weiter. Ich habe keine Kraft mehr zu geben, zu beweisen, zu kämpfen, zu analysieren, wieder und wieder und 1000 mal wieder das gleiche. Ich brauche auch jemanden, der für mich da ist. Der mir wenigstens glaubt, dass ich mich schäme und etwas neues, besseres aufbauen möchte.
Muss ich damit leben, spätestens alle paar Tage durch den Fleischwolf gedreht zu werden? Die Gespräche bringen nichts außer Tränen und Schmerzen, keine neue Erkenntnis, ich habe doch schon unendlich oft alles erzählt und zugegeben. Was will er noch? "Übernimm Verantwortung für dein Handeln" - Mach ich doch! Was kann ich denn tun, außer da sein und im hier und jetzt leben und nach bestem Wissen und Gewissen handeln.
Ich kann nur noch mit Tabletten schlafen und laufe durch die Gegend wie ein Zombie.
Was kann ich tun, damit es meinem Mann besser geht, damit er nicht nur in der quälenden Vergangenheit stecken bleibt, und wieder wenigstens ein bisschen auch in die Zukunft schauen kann?