Ich finde es sehr schön zu lesen, womit ihr euch helft oder geholfen habt.
Für mich klappt ablenken ganz gut. Nur in den stillen Momenten oder auch manchmal auch aus dem Nichts kommt dann eine Erinnerung an ihn. Natürlich die schönen Erinnerungen und manchmal auch Wut. Ich frage mich auch, was er wohl so macht und wie es ihm geht...Ich sage mir dann immer, dass mich das nichts mehr angeht. Also ich zwinge mich dann auch an andere Dinge zu denken und die Vergangenheit auch realistisch zu sehen. (Wobei der Grad zu Verdrängung, meiner Meinung nach, sehr schmal ist.)
Ich zähle mir die Fakten auf, was schief gelaufen ist. Fakten über das was ich weiß. Einmal empfand ich sogar Dankbarkeit für die schöne Zeit mit ihm. Ich hoffe, dass dieses Gefühl sich wiedereinstellen wird. Es ist eine Art Frieden.
Jemanden zu finden, der mich jetzt mit Liebe überschüttet...ein schöner Gedanke und ich sehne mich auch danach, aber irgendwie suche ich eher neue Freunde. Wenn die Liebe kommt, dann freue ich mich, aber danach suchen, möchte ich nicht. Leider kristallisiert sich jetzt raus, wer Freund ist und wer nicht. Erschreckend zu sehen. Ich glaube, manchmal nerve ich meine Freunde mit dem Thema. Ich muss jetzt auch lernen, wenn ich ihn denn mal sehe, nicht so abwertend oder unhöflich zu sein. Sonst werde ich gar nicht mehr eingeladen. Ich schaffe es leider nicht immer, über dem Thema zu stehen. Ich bin zu verletzt. Auch das werde ich lernen müssen.
Hier lernt man immer was Neues.

Sehr interessant und auch logisch, dass das Idealisieren einen Zweck hat. Ich finde immer, wenn man weiß, warum Dinge so sind wie sie sind, kann man leichter daran arbeiten oder einfach nur sein Wissen erweitern. Und es geht immer auf die Evolution zurück.
Autosuggestion mache ich auch gerade. Ich versuche mir regelmäßig zu sagen, was an mir alles gut ist. Das ist nicht einfach. Ich neige auch dazu mein Licht unter den Scheffel zu stellen, das muss dringend aufhören. Nur weil ich nicht eigenhändig ein Haus bauen kann, heißt das nicht, dass ich nichts kann. Ich merke, dass solche Gedanken sehr von meiner Stimmung abhängen. Bin ich gut gelaunt und ausgeschlafen, dann fällt es um einiges leichter sich zu mögen.
Ich habe mir einen Ratgeber zugelegt, in dem auch immer wieder erklärt wird, woher die Gefühle kommen, die wir so empfinden. So viel zum Thema, zu wissen, warum etwas so ist wie es ist.
Bspw. die Wut: Wütend ist man immer dann, wenn Erwartungen enttäuscht wurden und man meint, dass man ungerecht behandelt wurde. Dabei hat der Partner ein Recht darauf zu gehen, wann er will. Wir sind wütend, weil wir das nicht wollten oder uns fragen: Warum ich? ...
Ich glaube mittlerweile daran, dass der Kopf die Gefühle macht. Dass das Herz denkt, ist doch auch nur eine romantische Vorstellung bzw. ein anderes Wort für Gefühle. Und Gefühle entstehen physikalisch gesehen im Gehirn. Denn das setzt die entsprechenden Gedanken und Hormone in Gang.
Genau das macht sich doch die Autosuggestion zu nutze. Man lernt sich positiv zu sehen und positiv zu fühlen, in dem man sich sagt, was man an sich mag. Da es sich hier um ein Umlernen handelt, ist das am Anfang ziemlich schwer und fühlt sich komisch an. Mit der Zeit wird es Routine und man glaubt auch das, was man sagt. Auch die Meditation, Autogenes Training, sich die Fakten aufzählen und Tagebuch schreiben usw. Dadurch lernt man anders zu denken. Neue Denkmuster zu entwickeln und seine Persönlichkeit zu formen. Eigentlich interessant, wie sehr man sich selbst umstricken könnte. Nur ist das ein harter Weg. Den Knopf für das Loslassen gibt es wohl wirklich nicht.
Ich danke euch für eure persönlichen Strategien. Es hat gut getan zu lesen, was und wie andere Menschen mit dem Thema "Loslassen" umgehen.
Das gibt Zuversicht.