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Wie lange warten um wieder zu daten?

Yanso

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Hey ihr Lieben,
ich befinde mich in der Trennung nach einer ziemlich langen Beziehung. Wir waren mit ca 2 Jahren Pause insgesamt 10 Jahre zusammen, kannten uns so lange und nun sind wir auseinander. Anfangs habe ich schrecklich gelitten, mittlerweile relativiert es sich langsam ein wenig. Aber ich vermisse sie zwischendurch doch noch sehr. Gestern war beispielsweise mein Geburtstag und die erste die gratuliert war sie - und das auch noch mit einer super lieben Nachricht. Da fing der Tag direkt richtig beschissen an
Jedenfalls frage ich mich, wie lange ich wohl warten soll um mich wieder mit anderen Frauen zu treffen. Wäre das bloß schlichte Ablenkung und ggfs sogar unfair derjenigen Frau gegenüber? Oder sollte man so früh wie möglich damit beginnen, um nicht wunderlich zu werden?
Liebe Grüße,
euer Yanso

06.02.2019 10:25 • #1


Dattel


Ich glaube, da gibt es kein Patentrezept.
Was man vermeiden sollte, ist, ganz bewusst Trost-und Pflastermenschen zu missbrauchen, aber das ist ein frommer Wunsch. Gerade Männer erscheint die Vorstellung, ein paar Jahre alleine klar zu kommen, unerträglich, praktisch wie emotional.

Du kannst Dich ja einfach mal ohne Hintergedanken verabreden, dann lässt Du den Kontakt einfach mal auf Dich zukommen.

Wunderlich wird man übrigens als Langzeit-Single nicht, meine Erfahrung ist, dass man sehr klar, strukturiert, reflektiert und selbstständig wird-in jeder Hinsicht.

06.02.2019 10:35 • x 5 #2


Mairenn

Mairenn


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Wie lange warten um wieder zu daten?
- ganz einfach - so lange, bis man bereit ist wieder zu daten. Zeit, kurz oder lang ist in dem Fall nicht besonders wichtig. Es muß sich bloß richtig anfühlen für einen. Man muß soweit sein und Wunsch dazu verspüren

06.02.2019 11:19 • x 2 #3


aquarius2

aquarius2


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Kannst du dich schon wieder auf den neuen Partner einstellen, oder denkst du beim Date immer Ex hätte das so gemacht, Ex würde ... oder Ex ist...

Wenn du so reagierst, wenn die Ex dir gratuliert bist du wahrscheinlich noch eng bei ihr.

06.02.2019 14:23 • x 1 #4


Yanso


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Ja, sie sitzt mir gedanklich noch ziemlich im Nacken. Ständig erinnern mich Dinge an sie und ich bin auch immer wieder sehr traurig und niedergeschlagen.
Manchmal habe ich Angst überhaupt niemanden mehr finden zu können, da meine Exfreundin und ich schon wirklich lange zusammen gewesen sind und ich bei Gott nicht den Fang des Jahrhunderts darstelle. Ich werde erst mit 33/34 Jahren mit meinem Studium fertig sein (bin gerade 30. geworden) und auch erst dann anfangen richtig Geld zu verdienen. Tja... Welche Frau Mitte/ Ende 20/ um die 30 tut sich sowas schon an?
Insofern muss ich mir wahrscheinlich ohnehin keine Gedanken darum machen, wann mir wieder wer daten will

06.02.2019 15:49 • #5


machtlos


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Naja,

als Student sollte man regelmäßig auf hübsche und ebenfalls mittellose Komillitoninnen treffen, sodass Du im Gegensatz zum arbeitenden, aber wohlhabenden Mann einen erheblichen Vorteil haben solltest.

Ich gebe Dir den Rat, Dir etwas Ablenkung zu suchen, wenn Dir danach ist. Allerdings würde ich in diesem Fall meinem weiblichen Gegenüber reinen Wein einschenken, um fair zu sein.

Wann Du gedanklich wieder frei für eine ernsthafte Beziehung sein wirst, kann Dir hier sicher keine beantworten (bei mir hat es übrigens ca. zwei Jahre gedauert). Ich gehe aber davon aus, dass Du es merken wirst, wenn Du der richtigen Person begegnest....

06.02.2019 15:58 • x 1 #6


butzwurst

butzwurst


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Ich glaube, wenn man beim Gedanken an die Ex keine schlechten Gefühle bekommt, fängt man wieder langsam an zu leben. Und wenn diese Gedanken nur noch sehr selten sind.

06.02.2019 16:52 • x 1 #7


Sorgild


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Zitat von Yanso:
Ja, sie sitzt mir gedanklich noch ziemlich im Nacken. Ständig erinnern mich Dinge an sie und ich bin auch immer wieder sehr traurig und niedergeschlagen.


Dann ist es noch entschieden zu früh
Schau, du brauchst erstmal Zeit um eine Beziehung zu verarbeiten. Da sagt man so als Richtwert: Für jedes Beziehungsjahr einen Monat Trauerarbeit. Bei zehn Beziehungsjahren also gib dir ruhig ein Jahr, aber nur für die Verarbeitungszeit. Danach beginnt die eigentliche Arbeit. Du hast dich nämlich in deiner Beziehung verändert.. und zwar in eine Richtung, die für dich und deine Ex passte. Für jeden anderen Menschen aber nicht. Es ist die Phase, in der du wieder zu dir selbst findest und das geht nur als Single. Wenn du willst, dass deine neue Partnerin 100% dich kennenlernt, ungeformt von anderen Frauen, aber mit der nötigen Erfahrung, die so eine Partnerschaft mit sich bringt, solltest du es ruhig angehen. Daten schadet nie. Aber sich auf etwas Einlassen, ist etwas komplett anderes.

06.02.2019 17:06 • x 2 #8


Yanso


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Dankeschön euch allen. Ich denke auch, dass ich noch ein wenig Zeit brauche um gedanklich wirklich frei zu sein und anständig Abstand genommen zu haben. Irgendwann wird es sich dann sicherlich wieder normalisieren und sich nicht mehr anfühlen, als sei einem das Herz mit Wucht ausgerissen worden. Momentan fühlt es sich häufig an als sei es ein schlechter Traum und die Realität würde sich nach dem Aufwachen bestimmt wieder einstellen. Ich wünschte mir so sehr ich könnte einfach aufwachen und dort ansetzen, wo es aufgehört hat. Mit meiner Exfreundin ist auch ein Teil von mir gegangen. Meine Realität fühlt sich ohne sie an wie ein schlechter Film. Allerdings hat sich die Beziehung während wir zusammen waren auch häufig angefühlt wie ein schlechter Film. Mich haben so viele Dinge gestört und ich habe so viele viele Dinge vermisst. Ich habe mir immer jemand lebendigeres gewünscht, jemand der frech, keck und unbefangen ist. Sie war zwar immer herzlich und hat mir ganz viel gegeben, aber mich begeistert hat sie schon lange nicht mehr. Jetzt nach der Trennung sehe ich allerdings als diese Dinge nicht mehr. Nur die schönen Erinnerungen und tollen Momente schwirren mir im Kopf herum und ich frage mich, warum ich während der Beziehung keinen Sinn dafür hatte, sondern nur auf die schlechten Dinge geschaut habe. Ist es denn normal im Nachhinein so sehr zu idealisieren? Habe ich einfach nur einen verdrehten Blick auf das was war? Ich habe bevor sie die Beziehung beendet hat seit 2 1/2 Jahren riesige Zweifel gehabt und andauernd den Wunsch verspürt es zu beenden. Konnte aber nicht, weil sie mir wichtig war und meinen sicheren Hafen darstellte.

08.02.2019 12:51 • x 1 #9


Sorgild


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Zitat von Yanso:
Jetzt nach der Trennung sehe ich allerdings als diese Dinge nicht mehr. Nur die schönen Erinnerungen und tollen Momente schwirren mir im Kopf herum und ich frage mich, warum ich während der Beziehung keinen Sinn dafür hatte, sondern nur auf die schlechten Dinge geschaut habe. Ist es denn normal im Nachhinein so sehr zu idealisieren? Habe ich einfach nur einen verdrehten Blick auf das was war? Ich habe bevor sie die Beziehung beendet hat seit 2 1/2 Jahren riesige Zweifel gehabt und andauernd den Wunsch verspürt es zu beenden. Konnte aber nicht, weil sie mir wichtig war und meinen sicheren Hafen darstellte.


Ja das ist in der Form schon normal aber auch das ist nur eine Phase, die vorbei geht. Wenn du diese Beziehung richtig und komplett für dich verarbeitet hast wirst du einen gewissen emotionalen Abstand dazu entwickeln. Und zwar zu allem, guten Dingen wie schlechten. Du wirst aber auch deine Erfahrungen und Lehren daraus ziehen und das ist für eine neue Beziehung blankes Gold.

08.02.2019 18:03 • x 2 #10


Yanso


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Ich hoffe sehr, dass es so kommt. Momentan fürchte ich mich einzig und allein davor, sie auf ewig zu vermissen und mir für immer Vorwürfe zu machen, weil ich es in der Beziehung hätte besser machen können. Ich hatte es lange Zeit selbst in der Hand. Aber als das der Fall war wollte ich nicht. Jetzt ist es zu spät. Und es gibt sie doch, oder? Diese Fehler die einen den Rest des Lebens verfolgen und deren Konsequenzen einen nie wieder loslassen.

09.02.2019 13:05 • #11


Plentysweat

Plentysweat


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Zitat von Yanso:
und mir für immer Vorwürfe zu machen, weil ich es in der Beziehung hätte besser machen können


Lieber Yanso,
wir sind alle nur normal sterbliche Menschen und machen nun mal Fehler. Sei ein bißchen gnädig mit Dir und verurteile Dich nicht so hart. In einer Beziehung "Fehler" zu machen ist völlig normal. Weil man so angreifbar ist und kaum emotionalen Abstand zum Partner hat. Du kannst nicht immer alles richtig machen in dem Moment, wo Du so gefühlsmäßig involviert bist. Wichtig ist allein, daß Du nicht mutwillig jemanden verletzt! Meine Meinung. Und daß Du in der Lage bist, Deine Verfehlungen zu reflektieren. Aber das tust Du ja hier!

Mit dem Abstand und dem Wissen von heute hätte ich auch vieles in meiner Beziehung anders gemacht.
Nutz diese Erkenntnisse und lerne für die nächste Beziehung daraus. Wie sorgild auch schon sagt.
So ziehst Du aus der Krise etwas Positives und Du wirst garantiert nicht "den Rest Deines Lebens von den Konsequenzen verfolgt".
Alles Gute! !

09.02.2019 13:36 • x 2 #12


Yanso


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Hey @Plentysweat - du hast wohl recht. Menschen machen Fehler, schon immer und genauso wird es wohl auch immer bleiben. Ich versuche auch gnädig mit mir zu sein, aber manchmal gelingt mir das nicht besonders gut. Ich habe meiner Exfreundin tatsächlich absichtlich wehgetan. Nicht körperlich, aber seelisch. Ich habe unsere Beziehung kaputt geredet, habe Zweifel angeführt und immer weitergemacht, auch wenn sie mir zu verstehen gegeben hat, dass sie nicht mehr kann und es auch nicht hören wollte. Ich habe das anfangs gemacht um mich selbst damit zu verletzen. Jedenfalls glaube ich das. Irgendwann wurde es zur Routine. Das einzige was mir jetzt noch bleibt ist etwas positives in Form eines Lerneffekts daraus zu ziehen - ganz wie ihr es empfehlt. Danke für die Aufmunterung!

10.02.2019 22:53 • #13


Plentysweat

Plentysweat


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Zitat von Yanso:
Ich habe unsere Beziehung kaputt geredet, habe Zweifel angeführt und immer weitergemacht, auch wenn sie mir zu verstehen gegeben hat, dass sie nicht mehr kann


Klar, das ist sicher an der Stelle nicht optimal gelaufen. Aber das meinte ich in meinem Text oben. Manchmal bist Du aufgrund Deiner Gefühle und des geringen emotionalen Abstands nicht richtig reflektierfähig und siehst erst hinterher, wenn die Sache gegen die Wand gefahren wurde, den "Schaden".
Und dann ist es ja auch so, dass es in Beziehungen wie in allen menschlichen Bindungen die Verhaltensautomatismen gibt, bestimmte Verhaltensmuster, die sich immer wiederholen und in denen beide oft gefangen sind. Da kann es helfen mal eine Auszeit einzulegen, einen Schritt zurückzutreten und wie von außen auf die Beziehung zu gucken. Oft siehst Du dann mit dem Abstand besser die Gesetzmäßigkeiten die darin wirken. Aber weißt Du, das meinte ich ja in meinem Schreiben. Die wenigsten können das. Es bedarf viel Bewußtsein, Übung und Arbeit an sich selbst. Manchmal kann auch ein Paarberater helfen, die eingefahrenen Muster zu erkennen und aufzulösen.

Zitat:
Ich habe das anfangs gemacht um mich selbst damit zu verletzen. Jedenfalls glaube ich das.


Warum glaubst Du hast Du das getan? Hast Du Dich nicht genug wertgeschätzt?

11.02.2019 08:12 • x 1 #14


Yanso


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Für eine Paarberatung oder dergleichen ist es leider definitiv zu spät. Da wurde zu viel Porzellan zerschlagen.
Und du hast natürlich recht, man hängt in seinen Automatismen fest, lässt sich von diesen mitreißen und denkt zu wenig nach.
Ich glaube ich habe das gemacht, weil ich zutiefst unzufrieden mit mir selbst und dem was ich bisher in meinem Leben erreicht habe bin. Ich halte mich selbst zwar, tief in mir drinnen, für einen guten Menschen. Auf der anderen Seite existieren in mir aber auch viele Gedanken, Regungen und Tendenzen, die ich alles andere als willkommen heißen kann.
Genau deswegen habe ich auch bereits mit einer Psychotherapie angefangen. Leider ist der nächste Termin erst im März. Für mich ist es an der Zeit mich selbst umzukrempeln. Ich muss endlich anfangen meine Probleme anzugehen und dann auch die Chance auf Abhilfe erlangen.
Ich frage mich nur, wie man sich selbst in der Hinsicht verzeihen kann. Klar, alles kann gut werden, man verliebt sich neu und findet vielleicht auch jemanden, der all die Dinge mitbringen (oder zumindest einen gewissen Teil davon), die man (ich) in der vorherigen Beziehung schmerzlich vermisst habe. Aber es kann eben auch anders kommen. Vielleicht stehe ich in 10 Jahren da, befinde mich in einer mittelmäßigen Beziehung und wünsche mir nichts mehr als diese erste große Liebe zurück, die so lange zu mir gehalten und mich unterstützt hat, mit der ich so viel und die mit mir so viel mitgemacht hat und die ich trotzdem auf undankbare Weise vergrault habe. Wie kann ich mir selbst dann verzeihen?
Ja, sie war meine erste große Liebe, wir waren 1/3 unseres bisherigen Lebens zusammen (bis auf 2 Jahre Trennung). Wie im Himmelswillen lässt sich die in dieser Zeit aufgebaute Vertrautheit und Zuneigung je mit jemand anderem aufbauen?
Auf der anderen Seite wäre es doch feige gewesen in einer Beziehung zu verharren die einen nicht erfüllt, nur weil man sich davor fürchtet niemand anderen mehr zu finden....

11.02.2019 11:30 • #15




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