Thegirlnextdoor
Gast
Es kommen innere Wertemuster hinzu, die wiederum Erziehungssache sind - und da wird es von Familie zu Familie schon sehr unterschiedlich. Dann Empathie... wir haben hier schon öfter festgestellt - viele Betrüger sind nicht sonderlich empathisch. Oder selbstlos.
Sie denken in dem Moment, in dem sie betrügen vor Allem an SICH - weniger an den Schmerz, den sie anderen antun.
Empathische Menschen "schaffen" das oft gar nicht, denn das "Gewissen" meldet sich rechtzeitig und macht ihnen einen Strich durch die Rechnung oder lässt den Wunsch gar nicht erst aufkommen.
Pervin, ich verstehe sehr gut dass man als involvierter Mensch den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, das ist völlig normal.
Dein Mann und du, ihr habt eine unterschiedliche Wahrnehmung, unterschiedliche Werte - und unterscheidet euch auch ganz sicher hinsichtlich der Aspekte Empathie, Altruismus/Egoismus, usw. usf.
Manchmal gibt es nicht mehr zu begreifen, als dass ein anderer die Dinge ANDERS sieht.
Viele Betrüger können selbst nicht so genau sagen WARUM sie das eigentlich gemacht haben.
"Wollte mal was für mich tun/hab dabei gar nicht an meinen Partner gedacht"
"Hatte Lust darauf"
"Hat sich so ergeben/bin reingerutscht"
Wären jetzt drei Parade-Antworten von Betrügern (hier im Forum und im realen Leben)
Gibt natürlich noch mehr Gründe. Manchmal vorgeschoben, manchmal echt "die Ehe war so schlimm" "wir hatten jahrelang keinen Sex mehr" "ich wurde nicht mehr gesehen" usw., die Liste ist schier endlos.
Die Suche nach eigenen Anteilen ist ehrenwert und wichtig... hier jetzt irgendwie zu früh und müßig angesichts der absolute Unverschämtheit, die der Betrügende begangen hat - und auch angesichts der Dreistigkeit, die er besitzt.
Höchstens die Frage: was habe ich getan, um das zu ermöglichen?
Warum habe ich mir ein solches Verhalten bisher überhaupt bieten lassen..?
Das würde in meinen Augen durchaus Sinn machen.